Der LASK geht in einer Rolle in die neue Saison, in der er sich seit 61 Jahren nicht mehr wiedergefunden hat: Die des Gejagten.
Die Linzer holten in der Vorsaison sensationell das österreichische Double und gehören alleine aufgrund dieses Umstands auch heuer zum Favoritenkreis in der ADMIRAL Bundesliga.
Die Meistermannschaft konnte bis auf die schmerzhaften Ausnahmen Keba Cisse und Sasa Kalajdzic bisher zusammengehalten werden. Vielleicht noch viel wichtiger: Dietmar Kühbauer und sein Trainerteam sind noch da.
Das wohl größte Fragezeichen bleibt, wie gut die "Athletiker" den Balanceakt aus Europacup-Abenteuern und Liga-Alltag schaukeln werden können. Aktuell ist der Kader für diese Doppelbelastung noch viel zu dünn.
Die Transfers:
Zugänge | Abgänge |
|---|---|
Robert Ljubicic (AEK Athen/GRE/Leihe) | Keba Cisse (Aston Villa/ENG) |
Krystof Danek (Sparta Prag/CZE) | Elias Havel (TSV Hartberg) |
Ramiz Harakate (GAK) | Maximilian Entrup (Eintracht Braunschweig/GER) |
Yvan Dibango (Kryvbas/UKR) | Ismaila Coulibaly (La Louviere/BEL) |
Alessandro Schöpf (WAC) | Adetunji Adeshina (Slaven Belupo/CRO) |
Joao Tornich (Portimonense/POR) | Sasa Kalajdzic (Wolverhampton Wanderers/ENG/Leih-Ende) |
Manoel Verhaeghe (RDWM Brussels/BEL) | Lukas Kacavenda (Dinamo Zagreb/CRO/Leih-Ende) |
Miguel Freckleton (St. Mirren/SCO) | Emmanuel Michael (Admira/Leihe) |
Filip Perovic (SKN St. Pölten/Leih-Ende) | |
Kevin Lebersorger (BFC Dynamo/GER/Leih-Ende) |
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Die Kader-Bewertung:
Tor:
Im Tor muss man sich beim LASK überhaupt keine Sorgen machen. Lukas Jungwirth spielte eine tolle Premierensaison im Profifußball und macht trotz seines jungen Alters einen extrem abgeklärten Eindruck. Der Linzer Junge hat kaum ersichtliche Schwächen und wird früher oder später im ÖFB-Team aufschlagen.
Die klare Nummer zwei, Tobias Schützenauer, ist aufgrund seiner Mentalität für die Kabine sehr wichtig. Eigenbauspieler Fabian Schillinger hat die Nummer drei inne.
Fazit: Im Tor ist der LASK nach wie vor meisterlich aufgestellt - sollte Jungwirth nicht plötzlich in ein Formloch fallen. Das Gefälle im Falle einer Verletzung des ÖFB-U21-Keepers wäre freilich groß, aber da geht es kaum einem Bundesligisten anders.
Abwehr:
Der Verlust von Keba Cisse wiegt fraglos schwer, dennoch ist die Linzer Defensive weiterhin ligaweit eine der besten. Jede Position in der Dreierkette ist doppelt besetzt. Die Einser-Garnitur sollte im Normalfall Joao Tornich, Xavier Mbuyamba und Andres Andrade heißen. Die drei Abwehrtürme spielten allesamt wichtige Rollen beim Doublegewinn und sind aufgrund ihrer Wucht auch bei Offensiv-Standards wertvoll.
Ergänzt wird das Trio von den Neuzugängen Miguel Freckleton und Manoel Verhaeghe. Freckleton ist Linksfuß und brutal kopfballstark, Verhaeghe gilt mit seinen 18 Jahren als großes Juwel, an dem auch Top-Klubs wie Club Brügge oder Olympique Lyon dran gewesen sein sollen. Für Cheikne Kebe wird wohl nur eine ähnliche Rolle wie in der Vorsaison, in der er zu drei Kurzeinsätzen kam, übrig bleiben.
Auf den Wingback-Positionen sind nach wie vor Kasper Jörgensen (rechts) und George Bello (links) gesetzt - sollte einer der beiden nicht doch noch abgeworben werden. Beide bringen jeweils den für diese Position idealen Mix aus defensiver Kampfkraft und Offensivzug mit.
Links gibt es mit Neuzugang Yvan Dibango eine neue Option, der Kameruner hinterließ in der Vorbereitung einen guten Eindruck. Mit Jonas Ilk wartet ein Eigenbauspieler auf seine Chance, auch Melayro Bogarde hat schon links ausgeholfen. Rechts heißt die einzige Alternative zurzeit Florian Flecker.
Fazit: Die Linzer Dreierkette ist trotz des Cisse-Abgangs eingespielt, da es bereits in der Vorsaison immer wieder Rotationen gab. Nun geht es darum, die Neuzugänge einzugliedern. Auf der Schienenposition außen verfügt der LASK zurzeit über das Beste, was die Liga zu bieten hat. Verletzen darf sich aber niemand.
Mittelfeld:
Trotz zahlreicher Gerüchte kam es im Mittelfeld noch zu keinen schwerwiegenden Abgängen. Kapitän Sascha Horvath ist ebenso noch an Bord wie der zurzeit noch verletzte Melayro Bogarde. Die beiden bildeten in der Vorsaison ein kongeniales Duo.
Mit Alessandro Schöpf wurde schon früh namhafte Verstärkung präsentiert, mit Robert Ljubicic ist mittlerweile ein weiterer in Österreich sehr bekannter Name dazugestoßen. Es wird spannend zu sehen sein, wie diese vier Spieler, die allesamt große Ambitionen haben, sich um die nur zwei zur Verfügung stehenden Plätze matchen werden - vorbehaltlich, es kommt nicht doch noch zu einem Abgang.
Mit Mate Ivkovic hat sich in den Testspielen außerdem ein 20-jähriger Kroate für Einsatzzeit empfohlen. Der 1,91-Meter-Hüne legt den zentralen Mittelfeldspieler etwas anders an als die oben genannten Akteure. Auch Xavier Mbuyamba hat schon als defensivere Option im Mittelfeld agiert.
Art Smakaj ist nach seiner Kreuzbandverletzung wieder Teil des Mannschaftstrainings, benötigt aber noch Zeit.
Fazit: In der aktuellen Besetzung ist das Linzer Mittelfeld noch besser, weil breiter besetzt als in der Vorsaison. Ob diese Konstellation allerdings auch das Sommer-Transferfenster überlebt, erscheint offen.
Angriff:
Einen Sasa Kalajdzic in seiner Form vom Frühjahr zu ersetzen, wird für den LASK ein unmögliches Unterfangen. Krystof Danek ist zwar ein gänzlich anderer Spielertyp, könnte nun aber endlich zur Entfaltung kommen. In der Vorsaison blieb der technisch starke Tscheche etwas im Schatten seiner Mitspieler.
Können Moses Usor und Samuel Adeniran tatsächlich gehalten werden, werden die beiden pfeilschnellen Stürmer auch heuer vielen Bundesliga-Verteidigern Albträume bereiten.
Dahinter sind die Optionen nach der schweren Verletzung von Neuzugang Ramiz Harakate verschwindend gering.
Christoph Lang wird auch in dieser Saison den Edeljoker geben, als der er keinen unwichtigen Part beim Doublegewinn einnahm.
Filip Perovic zeigte zuletzt als Kooperationsspieler des SKN auf, der 20-jährige Montenegriner bekam in der Vorbereitung viel Einsatzzeit und bildet einen eher klassischen Mittelstürmertypen ab.
Fazit: Im Angriff muss sich beim LASK noch dringend etwas tun. Nach dem Harakate-Ausfall sind mindestens zwei weitere Offensivoptionen vonnöten, um gut durch den anstrengenden Herbst zu kommen. Das vorhandene Material ist hochwertig, es gibt aber keinen Raum zur Rotation.
Wie würdest du aufstellen?
Der Trainer: Dietmar Kühbauer
Der Burgenländer wäre für einen Sprung ins Ausland offen gewesen, schlussendlich ergab sich ein solcher nicht. Gut für den LASK.
Ohne Kühbauer an der Seitenlinie wären die Linzer niemals Doublesieger geworden, das wird kein Beobachter des österreichischen Fußballs bestreiten.
Mit seiner vielleicht oftmals etwas eigenen, vor allem aber mitreißenden Art erreichte der 55-Jährige eine am Boden liegende Mannschaft und bastelte aus ihr ein österreichisches Top-Team.
Kühbauers schwierigste Aufgabe wird es in dieser Saison sein, den Spagat zwischen internationalen und nationalen Aufgaben zu meistern. Zu Rapid-Zeiten gelang dies nicht immer nach Wunsch, weshalb der LASK-Coach momentan dringend auf eine breitere Aufstellung seines Kaders pocht.
Die Trikots:
Worauf es 2026/27 ankommt:
Darauf, endlich mal wieder zwei gute Saisons hintereinander zu spielen. Das gelang dem LASK zuletzt zu selten.
Ein weiterer Titelgewinn oder gar die Wiederholung des Doubles wäre eine kleine Sensation. Die Linzer verloren im Sommer mit Sasa Kalajdzic DEN Unterschiedsspieler des Frühjahrs und haben mindestens zehn Europacup-Auftritte zu absolvieren - Letzteres wird an der Substanz nagen.
Ein internationaler Startplatz, von denen es heuer bekanntlich einen weniger als zuletzt gibt, muss das klare Saisonziel sein. Und wer weiß, was sonst noch möglich ist, wenn Salzburg ein weiteres Mal auslässt und der LASK erneut in einen Lauf kommt...
Redakteure tippen die Endplatzierung:
Name | Tipp |
|---|---|
Jonas Pamperl | 1. |
Johannes Bauer | 2. |
Harald Prantl | 2. |
Florian Gabriel | 3. |
Simon Urhofer | 3. |
Georg Sohler | 4. |
Daniel Sauer | 5. |
Simon Urhofer