Hartberg: Neuer Angriff mit altem Trainer
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Hartberg: Neuer Angriff mit altem Trainer

Die Kaderbewertung. Die Transfers. Die Aufstellung. Die Trikots. Die Tipps. Die große Saisonvorschau des TSV Hartberg:

Manfred Schmid wollte sich den TSV Hartberg nicht mehr antun. Das ist aus oststeirischer Sicht zunächst schade, erreichte er doch Cup-Finale und Meistergruppe.

Elias Havel und Tom-Ritzy Hüslmann wechselten um Millionen zu Genua bzw. Stade Reims. Kapitän Jürgen Heil empfahl sich noch einmal für höhere Aufgaben bei Vizemeister SK Sturm.

Die Hartberger griffen nun auf Markus Schopp zurück, der sie schon zwei Mal wegen spannenderer Aufgaben (Barnsley, LASK) verlassen hatte. Er fungiert als Trainer und Technischer Direktor und soll den enger geschnallten Gürtel vergessen machen.

Generell ist die Kaderpolitik der Oststeirer gar nicht so schlecht aufgesetzt. Es treffen erfahrene Spieler auf talentierte Eigengewächse und Leihspieler aus angesehenen Akademien.

Hinsichtlich Taktik wird sich noch weisen, wohin die Reise geht: Vorgänger Manfred Schmid setzte auf eine 3er-/5er-Kette, Schopp gilt eher als Freund der Viererkette. Im Cup schickte er drei Innenverteidiger auf's Feld, weiter unten kann man sich die Wunschelf dennoch in einem 4-2-3-1 basteln.

Die Transfers

Zugänge

Abgänge

Angelo Gattermayer (Wolfsberger AC)

Elias Havel (Genoa CFC)

Agustín Urrutia (ND Ilirija)

Tom Ritzy Hülsmann (Stade Reims)

Florian Gerstl (SR Donaufeld)

Jürgen Heil (Sturm Graz)

Magnus Dalpiaz (Bayern München II)

Patrik Mijic (HNK Gorica)

Matthias Postl (Hartberg II)

Damjan Kovacevic (Eintracht Braunschweig)

Nikolas Feldhofer (Hartberg II)

Maximilian Fillafer (First Vienna FC)

Armin Pecsi (Liverpool)

Ammar Helac (Sturm Graz)

Julian Gölles (Bad Waltersdorf)

Julian Halwachs (Sturm II)

Dominic Vincze (SK Rapid)

Maximilian Hennig (Bayern München II)

Musibau Aziz (Dreams FC)

Bundesliga-Transferliste: Alle fixen Transfers und Gerüchte im Sommer 2026 >>>

Die Kaderbewertung

Tor:

Tom Ritzy Hülsmann hat sich für Stade Reims empfohlen und wichtiges Geld in die Vereinskasse gespült. Beerben wird ihn wahrscheinlich Liverpool-Talent Ármin Pécsi (21). Der 1,90 Meter große Schlussmann wurde in Hainburg geboren, hat schon für die ungarische Nationalmannschaft gespielt und hütete bislang das Tor der U21 der "Reds". Neben ihm gibt es noch Luka Maric (23). Der "nur" 1,84 Meter große Schlussmann ist seit 2024 beim Verein und verlängerte den Vertrag erst im Juni – vielleicht folgt er Sallinger und Hülsmann ins Ausland. Hinter ihm wartet Eigengewächs Harald Postl (20).

Fazit: Vermutlich werden wir den Schlussmann des TSV Hartberg recht oft sehen. Schließlich gilt der Klub verlässlich als Abstiegskandidat, um dann trotzdem alle zu überraschen – was aber nichts an vermehrten Torraumszenen ändern wird. Mit drei derart jungen Keepern in die Saison zu gehen, ist jedenfalls gewagt.

Abwehr:

Die Defensivabteilung musste Federn lassen. Mit Dominic Vincze und Maximilian Hennig verlassen zwei Kicker den Klub, die knapp 2.000 Liga-Einsatzminuten verbuchten. Rechtsverteidiger Damjan Kovacevic verabschiedete sich Richtung Eintracht Braunschweig. Mit Kickern wie Lukas Spendlhofer (33) und Paul Komposch (25) gibt es allerdings einerseits viel Erfahrung, mit Mainz-Leihgabe Konstantin Schopp (20) oder Bayern-Leihspieler Magnus Dalpiaz (19) externes Talent und sonst auch viel Qualität auf Liganiveau. Etwa Fabian Wilfinger (22) oder Habib Coulibaly (22).

Mit Emmanuel Ojukwu (22) und Luca Pazourek (21, Leihe FAK) gibt es interessante Alternativen. Taktisch könnte sich einiges ändern. Während unter Manfred Schmid oftmals ein kompaktes Umschaltspiel gefragt war, könnte Hartberg künftig wieder etwas mutiger auftreten und häufiger den Ball kontrollieren wollen. Dadurch steigen auch die Anforderungen an die Innenverteidiger im Spielaufbau.

Fazit: Sagen wir es so: Die Einserpanier wirkt sehr gut aufgestellt, wie das dann aussieht, sollten die Routiniers ausfallen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Allerdings ist Alter nur eine Zahl, siehe die routinierten Leistungen von Pau Cubarsi bei der WM – der ist erst 19 Jahre alt.

Mittelfeld:

Der Kapitän ist von Bord, aber wer möchte es Jürgen Heil (29) verdenken. Er hat ja auch nicht mit Bundesliga-Fußball in Hartberg gerechnet, als er vor mehr als zehn Jahren vom Landesligisten Anger zum TSV kam. Der Abgang hinterlässt dabei nicht nur sportlich eine Lücke. Seine Erfahrung lässt sich nicht eins zu eins ersetzen, weshalb nun mehrere Schultern Verantwortung übernehmen müssen. Vor allem Youba Diarra (28) und Kapitän Tobias Kainz (33) werden dabei zentrale Rollen zukommen.

Das Mittelfeld präsentiert sich aber weiterhin als Liga-weit solides. Gemeinsam mit Benjamin Markus (25) ist viel Routine vorhanden. Sie sollen Talente wie Nikolas Feldhofer (19), Jonas Karner (21) oder Paul Bratschko (20) sowie Donaufeld-Neuzugang Florian Gerstl (23) an diese Liga gewöhnen.

Fazit: Da wird wohl noch etwas kommen – aber auch hier gilt: Die erste Linie wirkt sehr gut, dann wird es von der Erfahrung her etwas dünner. Dass Trainer Schopp unter diesen Voraussetzungen gut arbeiten kann, hat er aber bereits erwiesen.

Angriff:

Mit Elias Havel haben sich 13 Bundesliga-Tore verabschiedet. Mit Routinier Lukas Fridrikas (28) gibt es Routine, mit Marco Hofmann (22) noch Ungestümheit. Beide erzielten letzte Saison aber nur je vier Goals - Fridrikas zog sich zudem eine Kreuzband- und Meniskusverletzung zu und fehlt monatelang. Auch Jed Drew (22) ist gegenwärtig verletzt, Obmann-Neffe David Korherr (24) muss dieses Jahr beweisen, dass er zurecht im Bundesliga-Kader ist. Letzten Endes wird ohnehin die Frage sein, welches System Schopp spielen lässt. Bei einem Stürmer kann das mit den vorhandenen vier Kickern gut gehen.

Die größte Herausforderung wird sein, Havels Tore auf mehrere Spieler zu verteilen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein einzelner Angreifer dessen Quote ersetzt. Umso wichtiger wird sein, dass sich alle am Toreschießen beteiligen. Ob die zwei Neuzugänge Agustín Urrutia (22, von ND Ilirija aus der zweiten slowenischen Liga) und Angelo Gattermayr (24, WAC) für zehn Tore und mehr gut sind, wird sich erst weisen. Dahinter lauert noch Mathias Postl (20), Zwillingsbruder von Keeper Harald. Er entstammt auch der eigenen Jugend.

Fazit: Ein großer Vorteil bei kleinen Teams: Der Angriff ist nicht allein für die Goals verantwortlich. Die Stürmer müssten halt dennoch etwas mehr als letzte Saison zeigen, damit man sich wieder in Richtung der Top-6 bewegen kann.

Wie würdest du aufstellen?



Der Trainer: Markus Schopp

Der Trainer: Markus Schopp
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Er ist wieder zurück. Seit 2018 zieht es Markus Schopp immer wieder zum TSV zurück, sei es nach dem Barnsley-Engagement oder nun nach der Episode beim LASK bis in den April 2025.

Man kann es negativ sehen – er funktioniert nur hier – oder positiv: Er weiß, wo der Klub herkommt, was benötigt wird und wie der nächste Entwicklungsschritt gestaltet werden kann.

Am Spiel wird er im Vergleich zu Manfred Schmid wohl wieder mehr auf Ballbesitz setzen; dass die Spieler es aber auch mit Umschaltspiel können, haben sie vergangene Saison bewiesen.

Die Trikots

Heimtrikot (links), Auswärtstrikot (rechts)
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Heimtrikot (links), Auswärtstrikot (rechts)

Worauf es 2026/27 ankommt:

Ganz einfach: den Klassenerhalt. Selbst wenn Trainer Markus Schopp darauf verweist, dass die Top 6 ein Ziel sind.

Denn generell sind fünf Plätze vorbehaltlich Leistungsschwankungen an die Großen vergeben. Dazu kommt noch der WAC, der eigentlich auch dorthin gehört.

Redakteure tippen die Endplatzierung:

Name

Tipp

Harald Prantl

9.

Johannes Bauer

10.

Florian Gabriel

7.

Jonas Pamperl

8.

Daniel Sauer

6.

Georg Sohler

9.

Simon Urhofer

10.

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