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Foda vs Team: Wie es bei der Euro wirklich lief

Teamchef Franco Foda ist mehr als angezählt. Das Nachrichtenmagazin 'profil' zeichnet ein Bild eines Trainers, der kaum noch zu den Spielern passt.

Im ÖFB-Nationalteam der Herren läuft einiges unrund, das zeigen nicht nur die letzten Ergebnisse, sondern auch Recherchen des Nachrichtenmagazins 'profil'. Bereits die bekannten Kommunikationstrainings hätten Franco Foda von "wenig kommunikativ, stur, zuweilen aufbrausend, er trainiere die immer gleichen Inhalte, lasse zu abwartend und einfallslos Fußball spielen" zu "höflich, witzig, weniger oberlehrerhaft und gesprächig" geändert. Österreich spielte dann nach den Spielen gegen Nordmazedonien und die Niederlande weniger gut, gegen die Ukraine und Italien überzeugte das Team. Nun steht man vor einem Scherbenhaufen.

 

Gekracht und zugedeckt

Nach der 0:4-Niederlage gegen Dänemarkt soll es in der Kabine gekracht haben. Foda soll in der Kabine so lautstark gegen seine Kicker gewettert haben, dass sogar Sportdirektor Peter Schöttel dazwischengehen musste. Ein Insider berichtet im Magazin: "Er (Schöttel, Anm.) hat gesagt: Jetzt reicht es, das hat hier keinen Platz. Franco hat höhnische Bemerkungen losgelassen. Wenn er gewinnt, hat er alles richtig gemacht. Wenn er verliert, werden die Spieler zur Verantwortung gezogen." Bei der Euro wurde das, dem Kommunikationstraining und weil sich die Legionäre nicht blamieren wollten, zugedeckt. Vor der EM beschloss Kapitän Julian Baumgartlinger mit dem ÖFB-Physiotherapeuten Mike Steverding, keinen öffentlichen Wirbel zu schlagen, sondern intern konstruktive Kritik zu äußern. Der öffentliche Auftritt des ÖFB zeigte auch gute Stimmung vor und während der EM.

Führungsspieler selbst sollen allerdings die Spielvorbereitung übernommen haben. Sie studierten den Gegner, tüftelten an einer Idee, besprachen Laufwege und holten die restliche Truppe ins Boot, so 'profil'. Wenige Wochen nach dem guten 1:2 gegen Europameister in Italien liegt das ÖFB-Team nun in Scherben. Steverding ist gegangen, gegen Israel wirkte das Team unausgeglichen hinsichtlich Offensive und Defensive, nach dem Schottland spielt widersprach man sich. Martin Hinteregger nach dem Spiel: "Wir hätten vermehrt durch die Mitte spielen sollen." Foda: "Wir haben zu wenig über die Flügel gespielt." Marko Arnautović: "Wir waren einfach verloren, hatten keine Lösung, keinen Ausweg."

 

Rücktritt im Vakuum?

Der neue ÖFB-Präsident Gerhard Milletich ist designiert, noch nicht im Amt und stellt Foda (siehe unterhalb) die Rute ins Fenster. Entscheiden kann er noch nichts, der bis 17. Oktober noch im Amt befindliche Leo Windtner ha schon klargestellt, dass Foda im Oktober auf der Bank sitzen wird. Dieser will weitermachen, sein Vertrag läuft bis zum Ende der WM-Quali, also wohl dem über die Nations League erreichten Playoff im Frühjahr. Wird dieses erfolgreich bestritten, dann verlängert sich sein Vertrag bis nach der WM. Doch die Probleme sind laut den Recherchen des Nachrichtenmagazins schon sehr groß. Bereits jüngere Spieler sollen mit einem Teamrücktritt liebäugeln.

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