Viele Fans, wenig Fans, Hauptsache Fans [Zuschauercheck Bundesliga, 14. Runde]
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Viele Fans, wenig Fans, Hauptsache Fans [Zuschauercheck Bundesliga, 14. Runde]

Der Zuschauerschnitt bleibt weiter knapp über 6.000, die gut kickenden Veilchen kommen an und haben über 10.000 Fans gemeldet. Aber eigentlich muss man froh sein, dass die Stadien überhaupt offen haben.

+ + 90minuten.at Exklusiv - Ein Zuschauercheck von Georg Sander + +

 

 

Die 2G-Regel finden viele organisierte Fußballfans aus welchem Grund auch immer ablehenswert, die Profis haben 3G, weil sie Arbeitnehmer sind, umgekehrt denken einige, man kann auch ohne Impfung durch die Pandemie, während manche schon die dritte bekommen. Eigentlich ein Wunder, dass mit dem Spiel Altach gegen Sturm bislang nur eines abgesagt werden musste. Aber gut, man kann niemanden zu irgendwas zwingen. Vermutlich, siehe die Rapid-Heimspiele und diverse andere Proteste organisierter Fangruppen gegen die 2G-Regelung, die zunächst nur in Wien galt, muss man mittlerweile sagen: Es kommen wegen Corona weniger Fans. Auf die Gefahr hin sich zu wiederholen: Müsste nicht sein. Aber wenigstens gibt es die eine oder andere erfreuliche Entwicklung.

 

Gähnende Leere in der Südtstadt

Traditionell beginnt die genaue Betrachtung der Zuschauerzahlen mit dem schlecht besuchtesten Spiel, welches wiederum in dieser Saison meistens entweder ein WSG Tirol- oder Admira-Heimspiel ist.

Das Spiel Admira gegen Ried fand statt, das tut es seit 1995. Der beste Besuch lag bei 2.512, das war im Jahre 2013, Ende August. Nun vermeldete die Admira 1.553 Fans, das ist immerhin deutlich mehr als die schlechtesten Heimspielzahlen der Panther gegen die Wikinger. Für den 31. Mai 1997 lautet diese Zahl nämlich 250. Es ginge also noch viel schlimmer.

 

Hartberg und Wolfsberg quasi halbleer. Oder halbvoll

Der TSV Hartberg performte zuletzt gut, Austria Klagenfurt war zu Gast, gekommen sind 2.413 Menschen. Das ist bekanntlich etwas weniger als ins Stadion passen würden. Für die laufende Saison ist es ein mittlerer Wert. 3.018 lautet der Heimdurchschnitt, gegen Altach kamen mit 2.132 weniger, gegen den WAC mit 2.455 etwa gleich viele, Rapid (4.469) und Sturm (4.733) waren die bestbesuchten Heimspiele der Oststeirer in dieser Saisn. Es ist Luft nach oben, die Zuschauerzahl vom Wochenende passt aber ins gegenwärtige Bild.

Ungewohnt früh in der Rubrik kommt der SK Rapid dran, der in Wolfsberg verlor. 3.551 kamen, ein schwacher Wert für die seit dem 2. Oktober nur gewinnenden Lavanttaler. Gegen Klagenfurt waren 5.601 Menschen im Stadion, gegen Sturm sogar 4.655. Im Fernsehen wurde gemunkelt, dass die immer strenger werdenden Corona-Bestimmungen eine Rolle spielen. Dass die Wölfe Fans verloren haben, lässt sich jedenfalls nicht leugnen. Zu den 14 Ligaduellen vor Corona – das letzte Duell in Kärnten ohne Beschränkungen fand am 20. März 2020 statt – kamen im Schnitt fast 5.000 Fans, nur eine Partie war schlechter besucht als jene am Sonntag.

 

Volle Hütte in Pasching, Veilchen knacken den 10.000er

Der LASK ist zurück in der Erfolgsspur. Nach vier Niderlagen am Stück war man zunächst zwischendurch im Cup aufgestiegen und sicherte sich gegen Alashkert Europacupspiele im Jahr 2022, nun gelang vor ausverkauftem Haus gegen die WSG Tirol ein Heimsieg. Damit sind die Athletiker nun doch in allen Ligaheimspielen bis auf jenes vor zwei Wochen gegen Altach ausverkauft. Die Fans scheinen bei Laune haltbar.

Eine viel längere Krise macht(e) die Austria durch. Das Topspiel gegen Salzburg hatte eine würdige Kulisse mit mehr als zehntausend Fans, diese sahen auch ein attraktives Fußballspiel. Letzteres scheint wirklich dazu beizutragen, dass wieder mehr Besucher kommen. Und nachdem in Wien auch schon länger 2G gilt als im Bund kann davon ausgegangen werden, dass einige eben deshalb daheim blieben – umso schöner, dass so viele kamen. Denn, siehe weiter oben, es wird eine Zuschauer-starke Austria brauchen, um den Schnitt nach oben zu treiben.

Beste Runde am 15. Spieltag?

Die kommende Runde wird fast ausschließlich in Stadien ausgetragen, die in der Regel gut besucht sind – mal sehen, wie viele Fans es bis 20./21. November sein werden und ob überhaupt. Jedenfalls kommt es zum Duell um die Meistergruppe zwischen Ried und Hartberg, Salzburg empfängt die Admira, Rapid den SCR Altach und Sturm den LASK. Das Austria-Duell in Klagenfurt könnte auch gut ziehen, auch dieses Spiel ist richtungsweisend. Die WSG Tirol (gegen den WAC) wird weniger Fans haben, der Tipp lautet 1.200.

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