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Alexander Schlager erklärt Salzburg-Wechsel: "Geil, ein Teil davon zu sein"

Nationalkeeper Alexander Schlager wechselt im Sommer vom LASK zu RB Salzburg. Im Sky Sport Austria Podcast "DAB|Der Audiobeweis" erklärt er, wieso.

Alexander Schlager (ÖFB-Torwart):
…über seine Gemütslage: „Es geht mir ganz gut. Es war eine kurze Pause nach der Bundesliga Saison und jetzt mit den bevorstehenden Länderspielen, aber man ist es gewohnt und versucht einfach, die Zeit mit der Familie zu verbringen. Wir waren im Süden und hatten feine Tage. Jetzt geben wir nochmal für die Länderspiele Gas, dann sind ein paar Tage Pause und dann geht es schon wieder weiter.“

…über die Kühbauer-Entlassung: „Es hat mich im Urlaub überrascht, weil ich schon glaube, dass wir eine sehr gute Saison gespielt haben. Der Verein trifft die Entscheidungen. Ich habe keinen Einblick, was hinter den Kulissen passiert ist und kann das auch nur von außen beurteilen. Ich habe die letzte Saison sehr genossen, weil wir eine positive Saison hingelegt haben und es auch menschlich von der ganzen Stimmung und Energie in der Kabine cool war. Daher hat es mich schon überrascht, aber der Verein wird sich da schon Gedanken machen.“

"Es hat mich im Urlaub überrascht, weil ich schon glaube, dass wir eine sehr gute Saison gespielt haben." - Schlager über Didi Kühbauer

…über seine Abbestellung als Nummer 1 beim LASK: „Wir haben natürlich ein Gespräch geführt. Ich habe im Winter, als ich die Entscheidung getroffen habe, nicht beim Verein zu bleiben, mich natürlich damit beschäftigt, was alles passieren könnte. Natürlich war das auch ein Gedanke, der mir auch gekommen ist. Ich war schon glücklich, dass die Entscheidung erst spät getroffen wurde und ich fast die komplette Rückrunde spielen konnte. Dass es dann auch ein logischer Schritt vom Trainerteam war, ab dem Zeitpunkt, wo wir uns fix für den internationalen Bewerb qualifiziert haben, kann ich nachvollziehen. Ich habe auch offen und ehrlich mit dem Trainer gesprochen und er hat mir auch seine Sicht der Dinge erklärt. Im Nachhinein kann man immer darüber reden, wie man den Abschied gestalten hätte können, aber ich habe es trotzdem genossen. Das letzte Heimspiel gegen die Austria war dann auch so, dass die Leute und die Mannschaft irrsinnig gut zu mir waren und das hat mir sehr viel bedeutet. Es war ein schöner Tag, der natürlich mit ein paar Minuten noch schöner gewesen wäre, aber ich behalte lieber das in Erinnerung, was mir guttut. Von daher bin ich damit völlig im Reinen.“

…über seine Saison: „Es war eine Saison, in der ich selber gemerkt habe, dass gewisse Dinge besser funktionieren und wir eine gewisse Selbstsicherheit in der Mannschaft haben. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall. Ich habe mich die ganze Saison über gut gefühlt. Ich habe großes Vertrauen genossen vom Trainer und von der Mannschaft und bin glücklich, dass es für mich eine stabile Saison war. Ich weiß natürlich, das habe ich auch in den letzten Jahren gesagt, es werden andere Zeiten noch kommen. Aber es geht darum, dass man dranbleibt und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. So gehe ich auch mit der jetzigen Situation um. Ich bin zufrieden, aber ich weiß, dass noch Luft nach oben ist. Da gilt es anzuknöpfen, weiterzumachen, Gas zu geben, zu trainieren und sich in gewissen Teilbereichen zu verbessern. So ticke ich und so denke ich nach wie vor.“

"Was er mit dem Verein in den letzten Jahren gemacht hat, ist nicht selbstverständlich. Hin und wieder sind Entscheidungen da, die schwierig nachzuvollziehen sind." - Schlager über Siegmund Gruber

…über die LASK-Goalies: „Es bringen alle sehr viel Potenzial mit und sind sicher spannende Kandidaten für die Zukunft. Eine Saison geht lang und es werden auch Phasen kommen, in denen man mit sich selber nicht zufrieden ist oder wo man sich denkt, das hätte ich besser lösen müssen. Dann kommen Situationen hinzu, wo eine gewisse Zielsetzung da ist. Das spielt alles mit und es wird sehr viel darauf ankommen, dass man ein Umfeld schafft, wo sich die Torhüter wohlfühlen können und wo ein gewisses Vertrauen entgegengebracht wird und die Erwartungen nicht übertrieben hoch sind. Die wachsen sowieso stetig. Umso unbekümmerter und umso weniger Gedanken man sich um die Situation macht, desto befreiter kann man aufspielen. Lawal hat in den letzten Runden bewiesen, was für ein Potenzial in ihm steckt. Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen, weil er ein akribischer Arbeiter ist und viele Zeiten durchgemacht hat, die nicht leicht waren.“

…über LASK-Präsident Siegmund Gruber: „Was er mit dem Verein in den letzten Jahren gemacht hat, ist nicht selbstverständlich. Das muss man immer sehen. Als ich im Sommer 2017 zum Verein gekommen bin, ist man gerade in die erste Liga aufgestiegen. Innerhalb von sechs Jahren ist ein neues Stadion gebaut worden, die Infrastruktur rund um den Verein, die ganzen Trainingsplätze, die ganzen Mittel, die wir Spieler zur Verfügung gestellt bekommen haben, sind nicht selbstverständlich, vor allem wenn man sich viele andere österreichische Klubs anschaut. Da weiß man dann, wie schwer es ist, sowas in Österreich zu erschaffen. Das hat der LASK in den letzten Jahren super hinbekommen. Das hin und wieder Entscheidungen da sind, die schwierig nachzuvollziehen sind oder wo auch Leute von außen vielleicht mal die Hände über den Kopf zusammenschlagen und sich fragen, was ist da los, da glaube ich, dass wir viele Phasen durchgemacht haben, die man besser hätte lösen können. Aber wir sind auch in viele Situationen gekommen, in denen wir das erste Mal als Verein drinnen gesteckt sind und wo dann auch eine gewisse Fehlerquote da ist. Die Zukunft wird weisen, wo der Weg hingeht. Es ist natürlich spannend, jetzt auch mit dem neuen Stadion, wo auf der einen Seite natürlich eine neue Energie herrscht und auf der anderen Seite natürlich trotzdem finanzielle Belastungen und alles drum herum ist. Ich habe versucht, mir so wenig Kopf wie möglich darum zu machen, weil es dich als Spieler nicht so betrifft. Du saugst es auf und genießt es, in so einem Umfeld zu spielen. Siegmund ist ein Typ, der schon sehr eisern und sehr hart ist und das so durchsetzt, wie er es für richtig hält. Ich bin aber nicht im täglichen Austausch gewesen und habe das selber viel zu wenig mitbekommen, als dass ich mich zu irgendwas äußern könnte.“

"Ich bin dort ausgebildet worden. Ich hatte immer das Ziel, dort Profi zu sein. Es passt einfach alles perfekt." - Schlager über Salzburg-Transfer

…über seinen Wechsel nach Salzburg: „Ich bin dort ausgebildet worden, mein ganzer familiärer Standpunkt ist in Salzburg. Ich habe als junger Spieler den Sprung zu den Profis nicht geschafft. Ich bin im Nachhinein auch dankbar, dass der Weg anders verlaufen ist und dass ich so die Entwicklung machen hab können. Als es konkret wurde, war für mich eigentlich von Anfang an klar, dass ich das machen will. Erstens, weil ich immer das Ziel hatte, dort Profi zu sein. Weil ich das Umfeld und die Leute, die im Verein arbeiten, kenne. Weil ich ganz genau weiß, auf welche Weise die arbeiten. Und weil ich es geil finde, Teil davon zu sein. Es wird von hinten bis vorne alles dafür gemacht, dass man sich entwickelt. Du arbeitest mit super spannenden Charakteren zusammen, mit super jungen Kickern. Teil davon sein zu können, bei dem Klub, der vor der Haustür ist, der familiäre Standpunkt muss nicht verändert werden. Jetzt mit einem Kind schaust du auch darauf. Es passt einfach alles perfekt. Ich freue mich richtig, dass ich da wieder zurückkommen kann.“

…über Kritik an seinem Wechsel: „Ich habe auch nur ein Leben und ich möchte das Leben so kreieren, dass ich am Ende der Tage auf ein schönes Leben zurückschauen kann. Mit vielen tollen Erfahrungen, mit vielen tollen Momenten, mit vielen Entwicklungsschritten, mit dem, dass ich meiner Familie, meinen Freunden, mir und dem Verein das geben kann, für das ich mit der Art und Weise wie ich bin stehe. Daher werde ich den Weg weitergehen, ganz egal, wie viele Stimmen sich kritisch dazu äußern. Der Schritt fühlt sich für mich absolut richtig an und das ist für mich das Wichtigste.“

…über seine Erwartungen an Salzburg: „Ich bemesse es nicht auf Nummer eins, zwei, drei, vier oder was auch immer. Ich versuche mich bestmöglich einzubringen und gute Leistungen zu bringen, im Team voranzugehen, zu schauen, dass das Klima passt. Ich möchte mich persönlich bestmöglich einbringen. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da. Das möchte ich signalisieren und nicht in der Art und Weise denken, dass ich da hinkomme und vom ersten Moment an die Obergeige spielen muss. Ob ich dann spiele oder nicht, ich probiere, das Bestmögliche dafür zu tun, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind. Wenn ich dann zwischen den Pfosten stehe, ist das schön und wenn ich es nicht tue, werde ich trotzdem das Maximale geben, damit wir als Mannschaft die Ziele erreichen und erfolgreich sind. Ich kenne den Weg von Red Bull und bin nicht so naiv zu glauben, so und so könnte es sein. Ich weiß, dass man dort versucht, junge Spieler aufzubauen. Ich versuche mich aktiv einzubringen und den ganz jungen Spielern etwas mitzugeben und so dafür zu sorgen, dass wir geile Momente miteinander erleben.“

…über seine Ausgangslage in Salzburg: „Ich habe einen Vertrag bis 2027 unterschrieben und ich genieße es jetzt, weil ich keine Ansprüche an irgendwen habe. Der einzige Anspruch an mich selber ist, dass ich Leistung bringe und dass ich mich nicht verstellen muss und so bin wie ich bin und dort dafür geschätzt werde. Der Fußball ist ein Tagesgeschäft, du weißt heute nicht, was morgen passiert und du weißt morgen nicht, was übermorgen passiert und gestern ist schon egal, denn es zählt immer nur der Moment. Ich habe keine Ansprüche an den Verein, sondern ich genieße den Moment und freue mich, dass ich dort dabei sein kann, und genauso werde ich das angehen. Ich bin der Meinung, dass sich eine gewisse Leistungsstabilität auszahlt.“

…über die Führungsspieler in Salzburg: „Wenn man sich die letzten Jahre bei Red Bull anschaut, war immer ein kleines Gerüst an erfahrenen Spieler da. Aber der Weg von Red Bull hat auch gezeigt, dass sie immer sehr erfolgreich waren und wenn man sich das Durchschnittsalter der Startelf über die letzten Jahre anschaut, merkt man, dass nur wenige Spieler über einem gewissen Alter liegen. Andreas Ulmer ist in der Mannschaft, ich komme dazu, Pavlovic ist auch eine sehr gute Führungspersönlichkeit. Es können aber genauso junge Spieler Führungspersönlichkeiten sein und das haben sie auch in der Vergangenheit bewiesen. Es wird wichtig sein, dass wir vom ersten Moment an ein gutes Klima schaffen und dass einfach die Mannschaft das Wichtigste ist. Dann wissen wir alle, dass in Salzburg viel möglich ist.“

…über die bevorstehenden EM-Quali-Spiele: „Ich kenne die Stärken der anderen Torhüter und weiß, dass es sein kann, dass die Wahl auf wen anderen fällt. Trotzdem probiere ich jeden Tag das Beste zu geben und dem Trainer zu signalisieren, dass ich da bin und man sich auf mich verlassen kann. Ich schaue einfach, dass ich mich bestmöglich einbringe und die Zeit genieße. Wer dann am Samstag in Belgien im Tor steht, wird dann der Trainer entscheiden. Ich kann nur meinen Teil erfüllen. Daher versuche ich relativ entspannt an die Sache ranzugehen.“

…über Heinz Lindner: „Ich habe ihm natürlich geschrieben, als die Nachricht damals öffentlich wurde. Das zeigt, was im Leben wirklich wichtig ist und worauf es im Leben wirklich ankommt. Man muss es schätzen, wenn man gesund und munter sein kann. Ich wünsche ihm nur das Beste. Da ist es eigentlich nebensächlich, wie schnell er wieder am Platz ist. Es geht darum, das mit seiner Familie gut zu überstehen. Wer ihn kennt, weiß, dass er eine sehr lebensfrohe Person ist und dass er nicht locker lassen wird.“

…über Teamchef Ralf Rangnick: „Ich habe ihm gesagt, was auf mich in Salzburg zukommen wird. Dass er es natürlich gerne hätte, dass ein Spieler beim Verein so viel Spielpraxis wie möglich hat, ist natürlich nachzuvollziehen. Das Gespräch mit ihm war sehr offen und sehr gut. Wenn es nicht gut gelaufen wäre, würde ich heute auch nicht hier sitzen, sondern wäre wahrscheinlich noch am Strand. Dafür bin ich dankbar. Ich weiß natürlich, dass es mit wenig Spielpraxis schwierig ist, im Nationalteam im Tor zu stehen. Darüber habe ich mir in der Vergangenheit genug Gedanken gemacht, aber es war für mich der richtige Schritt.“

…über Thibaut Courtois und die besten Tormänner der Welt: „Er spielt die letzten zwei Jahre auf einem unglaublich hohen Niveau. Mit ein, zwei anderen gehört er absolut zur Weltelite. Wenn er auf den Punkt gebraucht wurde, war er da. Er spielt auf einem sehr guten Niveau. Da hat Belgien einen Mann im Tor, wo es in der aktuellen Form wenige gibt, die ähnlich gut sind. Ich glaube, dass er momentan vielleicht der beste Torhüter der Welt ist. Du hast ihn, Ederson, Alisson Becker, der zwar vielleicht in dieser Saison mit Liverpool ein bisschen dahingeschwommen ist, aber der ein richtig guter Tormann ist. Und es gibt noch einige weitere Kandidaten. Es ist ein ganz enger Ritt an der Spitze.“

…über seine Erwartungen an die EM-Quali-Partien: „Ich bin so gepolt, dass wir in Belgien versuchen, zu gewinnen. Ansonsten müssen wir gar nicht hinfahren. Und auch im Heimspiel gegen Schweden mit unseren Fans im Rücken wollen wir auch drei Punkte holen. Ich bin der hundertprozentigen Überzeugung, dass wir die Möglichkeit haben, das zwei Mal zu packen.“

…über die Stimmung im ÖFB-Team und seine Tipps für die EM-Quali-Spiele in Belgien und gegen Schweden: „Die Stimmung ist sehr gut. Wir haben uns am Samstag getroffen und am Abend noch gemeinsam das Champions League Finale geschaut. Die Leute sind da, die Stimmung ist sehr positiv, das Wetter ist schön, wir haben eine super Unterkunft und den Platz direkt bei uns. Es ist fantastisch und es macht jedes Mal Spaß hierherzukommen. Am Samstag in Belgien tippe ich auf ein 1:2 für uns und gegen Schweden tippe ich auf ein 1:0 für uns.“

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