Tote Revolutionen - Die Regionalliga bleibt, wie sie ist [Reportage]
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Tote Revolutionen - Die Regionalliga bleibt, wie sie ist [Reportage]

Vor kurzem wurde im ÖFB-Präsidium ein Präsident ausgesucht und eine Regionalliga-Reform begraben. 90minuten.at mit einem Überblick zu Aktuellem und einer Bilanz der letzten Jahre.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Eliteliga-Format für alle – auch für Salzburg – Sinn macht.

Landespräsident Horst Lumper

Ich werde das Thema Regionalliga-Reform in meiner Karriere als Funktionär nicht mehr angreifen.

Landespräsident Gerhard Götschhofer

Wir können den Vereinen nicht zumuten, jedes Jahr über ein neues Format nachzudenken.

Landespräsident Horst Lumper

+ + 90minuten.at PLUS - Eine Reportage von Daniel Sauer + +

 

Durchwachsene - teils abnehmende - Fanzahlen, steigende Kosten, weite Wege, wenige Aufstiegskandidaten. Die dritte Leistungsstufe in Österreich sieht sich mit Problemen konfrontiert. Dramatisch ist die Lage nicht, aber sich jetzt entspannt zurückzulehnen wäre wohl keine gute Idee. Dabei läuft es auf sportlicher Ebene in dieser Saison gut: Mit dem DSV Leoben und Schwarz-Weiß Bregenz haben zwei Vereine mit Ambitionen gute Karten im Aufstiegsrennen. 

Hinter den Kulissen herrscht aber wie zuletzt öfter Uneinigkeit. In Westösterreich wird fleißig umstrukturiert, wirklich zufrieden ist aber niemand. Die Gesprächsbereitschaft würde fehlen, alle vorrangig auf sich selbst schauen - so die Kritik eines ÖFB-Präsidiumsmitgliedes. 90minuten.at hat sich die derzeitige Situation in der Regionalliga näher angeschaut:

 

Luft nach oben

Handlungsbedarf gibt es eigentlich immer, egal in welchem Teil Fußballösterreichs. Mit niedrigerem Interesse der Fans seit dem Ende der Corona-Pandemie müssen sich auch so manche Vereine der ersten beiden Ligen auseinandersetzen - in der Regionalliga sind durch diesen Effekt wegbrechende Einnahmen mindestens genauso schmerzhaft wie weiter oben. Das ist auch der sportlichen Lage geschuldet, die wiederum an strukturellen Mängeln der Vereine leidet. Hohe Kosten für notwendige Infrastruktur-Erneuerungen haben dann aber für die ambitionierteren Amateurvereine ein höheres Risiko zur Konsequenz. Wenn niemand aufsteigen will oder darf, geht es in der Regionalliga de facto um nichts - man dreht sich im Kreis. 

Während im Osten derzeit grundsätzlich Zufriedenheit herrschen dürfte, hat man sich weiter westlich im Jahr 2018 dazu entschieden, etwas Neues zu probieren. Genauer gesagt hat man sich - statt der bis dahin ausgetragenen 16er-Westliga - bei einem Modell der 90er bedient. 

 

Zuerst Reform, dann doch nicht

Eine kurze Übersicht: 

April 2018: Tirol wagt einen Vorstoß. Beginnend mit der Saison 2019/20 soll im Herbst in Salzburg, Tirol und Vorarlberg innerhalb der Bundesländer gespielt werden. Die zwei Besten steigen für das Frühjahr in eine gemeinsame Regionalliga West auf. Diese löst sich mit Saisonende wieder auf. Als Argumente dienen die oben genannten Probleme, man wollte Kosten und Wege reduzieren. 

Juni 2018: Medien berichten über eine bevorstehende Einigung der drei Verbände. Salzburg steigt auf die Bremse und möchte den Vorschlag weiter durchdenken. Tirol und Vorarlberg überstimmen den Salzburger Verband. Nur die Absegnung des ÖFB fehlt. 

September 2018: Der Salzburger Verband kündigt die Vereinbarung mit Tirol und Vorarlberg, die Reform ist damit vor dem Start der Umsetzung gescheitert. Mittelfristig müssen die Funktionäre zurück an den Verhandlungstisch.

Dezember 2018: Später als geplant stimmt der ÖFB für eine Umsetzung der Reform. Dissens kommt - neben Salzburg - aus Kitzbühel: "Bis zum Winter weiß man nicht, was los ist - eine typisch österreichische Lösung", wird der damalige Trainer Alex Markl in der 'Tiroler Tageszeitung' zitiert.

In den letzten Jahren wurde in diesem sogenannten Eliteliga-Format gespielt - ab 2019/20, die laufende Saison ist die letzte. Ab der Spielzeit 2023/24 folgt die Rückkehr zum alten Format, derzeit wird ausgespielt, wer dabei sein darf. Dass es dazu kommt, hängt mit einem Beschluss des ÖFB-Präsidiums zusammen: Wenn sich die drei Bundesländer im Westen nicht auf eine gemeinsame Vorgangsweise einigen können, wird die Reform rückgängig gemacht. So kam es. Abgesehen von den in den letzten Jahren aufgewendeten organisatorischen Bemühungen kommt als ernüchternde Erfahrung dazu, dass Pandemie-bedingt kaum Erkenntnisse gewonnen werden konnten. 

Wenn auch keine Begeisterung, findet diese Entwicklung beim Präsidenten des Vorarlberger Verbandes Horst Lumper zumindest Akzeptanz. "Das ist für uns in Ordnung. Wir hätten zwar das Eliteliga-Format lieber gehabt, jetzt ist es halt so", meint er gegenüber 90minuten.at. Man könne damit leben, ganz nachvollziehbar sei es aber nicht. "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das für alle - auch für Salzburg - Sinn macht", so Lumper. 

Peter Haas, Geschäftsführer des Salzburger Verbandes, begründet: Das Eliteliga-Modell sei nach Ansicht der Vereine für Jene, die nach dem Grunddurchgang nicht in die Regionalliga West aufsteigen, nicht attraktiv - sie würden viermal gegeneinander spielen. Man habe sich für ein Format entschieden, dass schon in den 90ern nach wenigen Jahren wieder eingestellt wurde - letztendlich fand es bei den Vereinen wieder keinen Anklang.

 

Oberösterreichs Vorstoß scheitert

Als nächstes probiert hat es der Präsident des oberösterreichischen Verbandes, Gerhard Götschhofer. Sein Vorschlag: Die Regionalligen werden umstrukturiert - Vorarlberg spielt mit Tirol, Salzburg mit Oberösterreich, die Steiermark mit Kärnten, der Osten soll bleiben. Über den Aufstieg im Westen wird mittels Playoff-System entschieden. Im vergangenen Juli klang Götschhofer trotz Skepsis aus der Steiermark noch optimistisch, die Salzburger würden ihm mit wehenden Fahnen die Türen einrennen, hieß es in der 'Krone'. 

Einige Monate klingt das im Gespräch mit 90minuten.at komplett anders. "Das Thema Regionalliga ist beendet, eine mögliche Änderung interessiert eigentlich niemanden mehr", erklärt Götschhofer. Bei der Präsidiumssitzung am vergangenen Freitag sei das Thema ad acta gelegt worden. "Damit ist es eigentlich gegessen. Leider. Ich werde es in meiner Karriere als Funktionär nicht mehr angreifen". Aus dem Osten gäbe es durch die ohnehin günstige Situation dank kurzer Fahrtwege kaum Änderungsbereitschaft, auch die Steiermark verspüre keinen Drang. "Ich habe eigentlich erwartet, dass Vorarlberg und Salzburg aufspringen", meint er. 

Für den Vorarlberger Fußballverband kommt nach den mehrfachen Systemumstellungen der letzten Jahre zumindest in den nächsten keine weitere infrage. "Für uns ist das derzeit kein Thema, wir können den Vereinen nicht zumuten, jedes Jahr über ein neues Format nachzudenken", erklärt Präsident Lumper. Salzburg zeigt sich immerhin für Gespräche offen: "Wir vertreten als Verband den Standpunkt, dass eine Diskussion zur aktuellen Struktur notwendig ist. Auf einer breiten Basis und gesamtösterreichischer Ebene. Das soll zeitnah herbeigeführt werden", meint Haas. Bei derartigen Entscheidungen werden die Vereine hinzugezogen, diese haben sich mehrheitlich gegen den Antrag ausgesprochen.

Der Landespräsident der Steiermark, Wolfgang Bartosch, erklärte sich schon vor einigen Monaten in der 'Krone' als Gegner der Idee: "Da fehlt es an Attraktivität. Da würden wir vorher alleine in einer starken steirischen Landesliga spielen". 

 

Fans und Fahrtwege: Wie groß sind die Probleme wirklich?

Um ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Hürden in der Regionalliga zu bekommen, braucht es Zahlen. Die sind gar nicht so leicht verfügbar, zumindest nicht gesammelt. Deswegen an dieser Stelle eine Übersicht:

Dankenswerterweise zeigen sich von West bis Ost zumindest auf den ersten Blick ähnliche Tendenzen. Was vor der Pandemie nicht wirklich gut oder konstant war, ist es auch danach (noch) nicht. Und vor allem: Die Zuschauer:innenzahlen in den Regionalligen sind stark abhängig von einzelnen Vereinen. Aber der Reihe nach. 

 

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Wie zuvor erwähnt, ist es nicht einfach den Überblick über die Westregion zu behalten. Durch die Systemumstellungen sind die Saisonen 2019/20 bis 2022/23 statistisch schwerer zu erfassen und Entwicklungen durch Liga-Abbrüche und dergleichen eigentlich nicht vernünftig darstellbar. Festhalten lässt sich: In den Jahren vor der Reform waren die Zahlen der RL West rückläufig und niedriger als in Mitte und Osten. Ganz so dramatisch, wie auf den ersten Blick, war der Absturz aber eigentlich nicht - mit Austria Salzburg ist 16/17 ein großer Verein abgestiegen, die Nachrücker Kitzbühel oder Wals-Grünau konnten den Verlust nicht abfedern.

 

 

Helfen sollte eigentlich das Beispiel VfL Hohenems, ein Verein der konstant dabei und seit der Umstellung auch immer "oben" vertreten war. In der laufenden Saison wird ein klares Plus verzeichnet, das Obmann Harald Achenrainer auf Nachfrage von 90minuten.at so begründet: Anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums sollen alte Fans mit einer Kampagne zurückgeholt und neue gewonnen werden. Umgesetzt wurde das mittels Gratis-Saisonkarten und ambitionierten sportlichen Zielsetzungen. "Trotzdem kann klar festgehalten werden, dass es schwierig ist, mit gutem, überregionalen Fußball Zuschauer ins Stadion zu locken", so Achenrainer.

Ein wenig einfacher gestaltet sich die Sache in der Regionalliga Mitte. Auch dort waren die Zahlen vor der Pandemie eher im Abnehmen begriffen, der einzige Aufwärtstick in der Statistik lässt sich mit dem Durchmarsch des GAK in der Saison 2018/19 erklären. Neben einem klar vierstelligen Zuschauer:innenschnitt der Grazer tut ein Duell gegen die Sturm-Amateure vor über 6.000 Fans sein Übriges. In der laufenden Spielzeit hebt der DSV Leoben den Schnitt, auch dieser Aufstiegsaspirant dürfte aber ab Herbst eine Liga höher spielen.

 

 

Was in der Mitte GAK und - eine Stufe kleiner - Leoben, sind im Osten der Wiener Sport-Club und der First Vienna FC 1894. Der Blick auf die Statistik zeigt: Auch in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nahm das Faninteresse in den letzten Jahren durchschnittlich eher ab als zu. Die trendbrechende Saison 2019/20 ist auch, aber nicht ausschließlich Verdienst eines Vereins. Zwar sorgte der Sport-Club zuhause konstant für vierstellige und auswärts immerhin für hohe dreistellige Zahlen, dazu kommen im Vergleich zum Vorjahr auch einige wenige Ausreißer nach oben. Ein Beispiel: 1.950 Fans waren bei der Eröffnung des neuen Stadions in Wiener Neustadt dabei, Gegner war Rapid II - den Matchball brachte damals ein Fallschirmspringer. 

Für die zweite erfreuliche Saison gibt es eine schlüssige Erklärung: Die Vienna musste auf dem Weg in die 2. Liga auch durch die Regionalliga Ost - der große Anhang war mit im Gepäck. Alleine die Duelle der beiden "großen" Vereine - zwei "Derbys of Love" - lockten insgesamt fast 14.000 Fans in die Stadien. In der laufenden Saison fehlt dieser Bonus.

 

 

Fazit Zuschauer:innencheck

Kurz zusammengefasst: Die Lage in der dritten Leistungsstufe ist ähnlich, wie die der ersten beiden. Abgesehen von einzelnen Vereinen, die einigermaßen unabhängig von äußeren Faktoren sehr viele oder sehr wenige Zuschauer:innen ins Stadion bringen, bewegen sich die Zahlen auf niedrigerem Niveau als vor der Pandemie. Ein Urteil über die Auswirkungen der Reform im Westen lässt sich kaum ziehen. "Wir müssen das Frühjahr abwarten, dann können wir vorsichtig Bilanz ziehen. Früher wahrscheinlich nicht, weil wir ja nie gespielt haben", erklärt Horst Lumper dazu.

 

Regionalligisten auf Reisen

Der zweite immer wieder vorgebrachte Kritikpunkt, sind die langen Wege, die Amateurteams in den drei Regionalligen zurücklegen müssen. Gespielt wird vor allem am frühen Freitagabend, aber auch am Samstag und anderen Wochentagen. Die Regionalliga West spielt in ihrer aktuellen Form am Wochenende, zumeist am Nachmittag.

Marco Grüll - früher beim Salzburger Regionalligisten TSV St. Johann, heute bekanntlich bei Rapid Wien - erklärte dazu im Gespräch mit 90minuten.at beispielsweise: "Es war bei Spielen in Vorarlberg schon so, dass man einen ganzen Tag frei gebraucht hat". Beim Nationalspieler gab es dank eines verständnisvollen Chefs keine Probleme, darauf sollte man sich aber nicht unbedingt verlassen müssen. Auch die Kosten steigen mit größeren Distanzen, die Unterschiede zwischen den drei Regionen fallen teilweise deutlich aus. 

Ein Vielfahrer-Team aus der Regionalliga Mitte, Hertha Wels, kommt in der aktuellen Saison auf einen ähnlichen Wert wie Zweitligist Blau-Weiß Linz. Schwarz-Weiß Bregenz ist erst seit dem Frühjahr viel unterwegs, im Osten hat Krems die mitunter weitesten Wege. Auf die Profiklubs fehlt zwar doch noch einiges, die Voraussetzungen sind aber auch grundverschieden.

 

Wie auch bei den Zuschauer:innen ist das Herausarbeiten klarer Zahlen im Westen schwierig. Der Vorteil des Eliteliga-Modells ist bzw. war, dass Mittelständer und Abstiegskandidaten nicht durch drei Bundesländer fahren müssen. Dementsprechend angenehm war es zum Beispiel für die Salzburger: Viel länger als eine Stunde musste man in den letzten Jahren nie fahren, ab Herbst wird das wieder anders. Anders schaut es in der "echten" Regionalliga West ab dem Frühjahr aus, für die man sich aber erst qualifizieren muss - mit fünf Auswärtsspielen hält sich der Schaden dort sowieso in Grenzen. 

 

Wie sehr sich die Voraussetzungen von Westen bis Osten aber grundsätzlich unterscheiden, zeigt ein Vergleich zwischen RL Mitte und RL Ost. Wenn sich das aktuelle Schlusslicht der Regionalliga Mitte, SAK Klagenfurt/Celovec, am Freitag, dem 12. Mai auf den Weg zum Tabellenvierten Union Gurten macht, müssen sich die Spieler auf eine Fahrtzeit von drei bis vier Stunden einstellen. Angestoßen wird um 19:00. SAK-Präsident Marko Wieser sieht die Situation auf Nachfrage von 90minuten.at wenig dramatisch: "Man reserviert den Bus, fährt um halb eins weg - unterwegs geht man Mittagessen". Man wisse ja vor dem Saisonstart um die langen Wege, ein Problem sei das nicht. Wieser spricht von einer Verdoppelung der Buskosten über die letzten Jahre, aber auch damit könne man sich abfinden. 

Im Gespräch mit den Funktionären ergibt sich grundsätzlich kein klares Bild. Götschhofer erklärt klar: "Die Vereine haben keine Freude, teilweise 300 Kilometer fahren zu müssen". Anders beschreibt es Haas für Salzburg: "Das Fahrtkostenthema ist von Vereinen als nicht so problematisch wahrgenommen worden. Es ist argumentiert worden, dass die Fahrtkosten einen kleineren Anteil an den Gesamtkosten haben, als angenommen wird". 

In Vorarlberg beschäftigt man sich ebenso mit den steigenden Fahrtkosten, Hohenems-Obmann Achenrainer berichtet von einer Halbierung der Fahrtkostenförderung nach Salzburg, zuständig dafür ist das Land. Der Verein müsse nach Abzug von Förderungen Kosten von 10.000 bis 15.000 Euro stemmen, die Einnahmen seien parallel dazu aber eher rückläufig. Verbandspräsident Lumper ist um eine Regelung bemüht: "Das ist unangenehm. Aber ich habe schon Kontakt aufgenommen und bin zuversichtlich".

 

 

Wenige wollen nach oben

"Dieses Thema haben wir, seit ich beim ÖFB bin", erklärt Horst Lumper, gefragt nach dem eher zaghaften Drang aus der Regional- in die 2. Liga. Und es werde auch weiterhin eines bleiben, weitgehend unabhängig davon, welches Format in der dritten Leistungsstufe gespielt wird. "Der Fußball lebt vom Auf- und Abstieg", wenn es um nichts geht, sinkt auch das Interesse. Im Westen gibt es in dieser Saison mit Schwarz-Weiß Bregenz einen Kandidaten, der Verein liegt derzeit punktegleich mit Hohenems auf dem zweiten Platz. In der Mitte wollen mit Leoben, Wels und den LASK-Amateuren sogar die Top 3 aufsteigen, im Osten erhielt der SV Stripfing auch in zweiter Instanz keine Zulassung für Liga Zwa. Eine letzte Chance bietet der Weg über das Ständig Neutrale Schiedsgericht, in den 'NÖN' sprach der Verein von einer "deftigen Watschn".

Das Interesse ist im Vergleich mit den Vorjahren sogar einigermaßen groß. Von Zweitvertretungen abgesehen haben in den letzten beiden Jahren nur Stripfing und Wels, im Aufstiegsjahr auch die Vienna um die Zulassung angesucht. Hohenems spielt seit mehreren Jahren mit Gedanken an die 2. Liga, letztendlich dürften die Voraussetzungen aber (noch) nicht passen. "Das Stadion ist 40 Jahre alt, für einen Aufstieg ist neben dem Flutlicht auch ein komplett neues Spielfeld notwendig", erklärt der Vereinsobmann dazu - damit sei es aber auch noch nicht getan. Abgesehen davon: Achenrainer betont, dass die zweite Spielklasse Zuschauer:innen derzeit nicht unbedingt scharenweise anlockt. Womit er recht hat. 
 
 

Realität liegt dazwischen

Wie es in den nächsten Jahren für die Regionalliga weitergehen soll, ist nach der Ablehnung des oberösterreichischen Vorschlages offen. Wer letztendlich wen blockiert, sei dahingestellt. Eine Reform ist wohl notwendig und zumindest von einigen Landesverbänden gewünscht - wie in vielen anderen Bereichen auch dürfte es aber schwierig werden, eine gemeinsame Lösung zu finden. Gut ist es deshalb, dass zumindest die angesprochenen Probleme eher als umständlich und nicht als dramatisch wahrgenommen werden. Denn so, wie es derzeit ausschaut, wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern.

 

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