„Sport braucht Geld“: Präsident Wrabetz schließt „Partnermodelle“ nicht aus [Exklusiv]
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„Sport braucht Geld“: Präsident Wrabetz schließt „Partnermodelle“ nicht aus [Exklusiv]

Aktuell ist ein Verkauf von Rapid-Anteilen für Präsident Alexander Wrabetz kein Thema. Ein generelles „Nein“ für die Zukunft ist dies jedoch nicht. Dies sieht auch der neue Rapid-Geschäftsführer Marcus Knipping so.

Nicht nur von den Statuten her, auch vom Wesen des Vereins würden wir irgendwelche Modelle nur andenken, wenn wir im Prozess die Mitglieder mitnehmen könnten.

Alexander Wrabetz

Ob es ein Finanzierungsmodell bei Rapid braucht, das vorsieht, Anteile zu verkaufen, kann ich derzeit noch nicht beurteilen. Was es allerdings schon braucht, sind Gelder, um den Sport und den Kader zu verstärken.

Alexander Wrabetz

++ 90minuten.at PLUS - Von Michael Fiala ++

 

Mit Marcus Knipping wurde heute der neue wirtschaftliche Geschäftsführer, und somit der Nachfolger von Christoph Peschek, vorgestellt. Mit Juni beginnt der ehemalige BVB-Manager nun seine Amtszeit in Wien Hütteldorf. Viel Inhaltliches hatte der Deutsche heute bei seiner ersten Pressekonferenz noch nicht zu sagen, schließlich müsse er sich erst einarbeiten und sich einen Überblick verschaffen. "Ich muss mich erst in Zahlen und Fakten einarbeiten, aber unser Ziel ist es, dass der Profi-Fußball gestärkt wird“, so das klare Bekenntnis, künftig den Sport in den Vordergrund zu stellen.

Präsident Alexander Wrabetz bekräftigte auf der gemeinsamen Pressekonferenz diesen Weg, und verzichtete dabei auch nicht auf einen Seitenhieb in Richtung des ehemaligen Geschäftsführers Peschek. „Früher hatte man den Eindruck, es gab zwei Rapid: einen Wirtschaftsbetrieb und den Sport. Künftig gibt es nur noch ein Rapid“, so Wrabetz. Dazu passt auch die Aussage von Knipping, der meinte: "Ich sehe mich als Innen- und nicht als Außenminister." Knipping wird sich daher generell in der Öffentlichkeit im Gegensatz zu seinem Vorgänger eher zurückhalten.

 

„Es braucht Gelder“

Ein Thema bei der Pressekonferenz war auch die Frage, ob Rapid plane, Anteile des Klubs zu verkaufen. Zuletzt hatte ein >> Profil-Artikel vor einigen Wochen für Aufsehen gesorgt. Unternehmer und Rapid-Präsidiumsmitglied Michael Tojner erklärte dabei, das Ziel sei es, „30 Prozent der Rapid GmbH abzugeben und damit 20 bis 30 Millionen für den Verein zu mobilisieren.“ Rapid wolle „ein Mitgliederverein bleiben“, sagte Rapid-Präsident Wrabetz in ebendiesem Artikel. Er, Wrabetz, wolle „aber auch offen für Beteiligungen sein“ – jedenfalls „im Lauf der Jahre“. Dafür müsse sich der Verein aber zuerst „ordentlich aufstellen“. Vor wenigen Tagen im >> Kurier gab es dann wieder deutlich ablehnende Stellungnahmen zu diesem Thema.

"Es ist kein Thema, Anteile zu verkaufen. Wir haben immer gesagt, dass wir einen Anteilsverkauf an klassische Investoren ausschließen“, so Wrabetz auf Anfrage von 90minuten.at, der eine Beteiligungsmodell jedoch nicht gänzlich ausschloss. Rapid sei für diese Diskussion derzeit noch nicht aufgestellt. Wenn der Klub in den nächsten ein bis drei Jahren die Hausaufgaben gemacht und ein starkes Fundament aufgebaut habe, und es dann darum gehe, einen größeren Schritt zu machen, könnte man darüber nachdenken.

„Doch davon sind wir momentan sehr weit entfernt, sodass jede Spekulation darüber mit einem klaren 'nein' zu beantworten wäre“, so Wrabetz, der schlussendlich meinte: „Wir sind ein Mitgliederverein und wollen es auch bleiben. Nicht nur von den Statuten her, auch vom Wesen des Vereins würden wir irgendwelche Modelle nur andenken, wenn wir im Prozess die Mitglieder mitnehmen könnten."

Und wie denkt der ehemalige Dortmund-Manager darüber? Schließlich habe Knipping beim BVB reichlich Erfahrung mit dem Verkauf von Anteilen machen können. „Ob es ein Finanzierungsmodell bei Rapid braucht, das vorsieht, Anteile zu verkaufen, kann ich derzeit noch nicht beurteilen. Was es allerdings schon braucht, sind Gelder, um den Sport und den Kader zu verstärken. Da müssen wir eben schauen, wie wir das bewerkstelligen können.“

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