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Nächster Bundesliga-Fanrekord [Zuschauer:innencheck Bundesliga, 31. Runde]

Kurz vor Schluss schraubt die Bundesliga den Fanrekord noch einmal nach oben - die Gründe dafür sind vielfältig.

+ + 90minuten.at PLUS - Ein Zuschauer:innencheck von Daniel Sauer + +

 

Die Bundesliga schraubt den erst vor einigen Wochen aufgestellten "Rekord" nach oben: 68.137 Fans waren am vergangenen Wochenende in den Stadien, knapp 4.000 mehr als in der 21. Runde. Neben der ein oder anderen Ticketaktion und ansehnlichen Freibier-Kontingenten lässt sich das auch damit erklären, dass es für viele Fans schlicht die letzte Möglichkeit war, ihr Team vor der Sommerpause noch einmal live zu sehen.

Das Wort Rekord bezieht sich dabei aber nur auf die Zeit seit der Ligareform, der Allzeit-Rekord von 83.921 Zuschauer:innen aus dem Jahr 2008 bleibt unerreichbar.

 

Freibier in Hartberg und Blutspenden für Tickets

Zum letzten Mal in der laufenden Saison macht der TSV Hartberg das Schlusslicht in der Zuschauer:innentabelle. 2.390 Fans liegen ungefähr im Schnitt der Steirer, verglichen mit dem Gegner – der SV Ried – ging es am Samstag aber auch nicht mehr um viel. Neben dem 2:0-Heimsieg gab es für die Anwesenden Freibier und Freigetränke, als Dankeschön für Unterstützung, Treue und Klassenerhalt. Dieser gelang Ried in der Saison 22/23 nicht mehr, an mangelnder Fanunterstützung in Hartberg wird es nicht gelegen haben. Supporter der "Wikinger" konnten 300 Gästetickets zum Preis von fünf statt 18 Euro erwerben.

Beim WAC läuft es aktuell wieder, nach vier Heimspielen ohne Niederlage gab gegen die WSG Tirol am Samstag einen Sieg zu bejubeln. Vor 4.228 Fans wohlgemerkt, der drittbeste Wert der Saison. Nur der Saisonauftakt gegen Sturm Graz und das "Kärntner Derby" gegen Klagenfurt zogen mehr Zuschauer:innen ins Stadion. Mit Blick auf die bisherigen Heimduelle gegen die WSG kommt nur eines annähernd an die Zahl vom Samstag heran, 2019 waren 3.755 Fans vor Ort. Diesmal nachgeholfen haben könnte eine lobenswerte Aktion der Wolfsberger: Mitte Mai fand in der Lavanttal-Arena eine Blutspendeaktion statt, Spender:innen erhielten dort eine Stehplatzkarte für das WSG-Heimspiel.

 

Ländle-Derby und Meisterfeier

Seit Wochen war das Ländle-Derby zwischen dem SCR Altach und Austria Lustenau ausverkauft, noch bevor die Tragweite des Spiels wirklich klar war. 8.500 Fans durfte Altach empfangen und fixierte vor dieser Kulisse dann auch den Klassenerhalt. Die Derbys im Westen sind jedenfalls ein Gewinn für die Bundesliga: Zum zweiten Mal in der laufenden Saison war das Altacher Stadion voll, zum zweiten Mal beim Derby. Vergleichbares gab es in den letzten Jahren schlicht nicht. Am nähesten heran kommt das letzte Heimspiel der Vorsaison gegen die WSG Tirol, damals blieben aber 500 Plätze leer.

Offiziell war das Spiel von RB Salzburg gegen Austria Klagenfurt ausverkauft. Verständlich, angesichts dessen, was geboten wurde: Kinderunterhaltung, ein Bundesligaspiel, die Übergabe des Meisterteller und die Meisterfeier mit DJ Ötzi vor dem Stadion, außerdem die Abschiede von Alexander Walke, Nicolas Seiwald und Benjamin Šeško, sowie über 650 Liter Freibier. Ganz voll war das Stadion letztendlich aber nicht, 15.236 Zuschauer:innen durften sich über einen Heimsieg freuen. Auf das ebenfalls ausverkaufte Heimspiel gegen Sturm fehlen damit knapp 2.000 Fans – das lässt sich teilweise mit dem starken Auswärtssupport der Grazer erklären.

 

Letzte Heimspiele beim LASK und Rapid Wien

Der Heimabschluss für den LASK fand vor 15.483 gegen die Wiener Austria statt. Die "Veilchen" waren erstmals im neuen Linzer Stadion zu Gast, wo sie vor dem viertgrößten Publikum seit Eröffnung spielen durften. Wo das Potenzial des LASK wirklich liegt, ist noch schwer einzuschätzen – die Zuschauer:innenzahlen seit Ende Februar schwanken zwischen 10.214 (Austria Klagenfurt) und 18.000 (RB Salzburg). In den letzten Wochen ging es sportlich aber auch nicht mehr zum viel, das verfälscht die Statistik vermutlich leicht.

Auch für den SK Rapid Wien war es das letzte Heimspiel der Saison, stolze 22.300 Fans wollten sich das nicht entgehen lassen. Kein Saisonrekord – gegen die Wiener Derbys kommt man nicht an, auch das erste Salzburg-Heimspiel war besser besucht. Aber dank des 3:2-Sieges gegen Sturm Graz hat Rapid jetzt die besten Karten auf Platz vier und wieder Hoffnung auf ein versöhnliches Saisonende. Apropos Sieg gegen Sturm: Für Grün-Weiß war es der erste seit Jänner 2021, dazwischen liegen zehn Pflichtspiele. Das Faninteresse war auch in dieser Zeit immer groß, trotzdem war das Weststadion am Sonntag voller als bei allen Sturm-Spielen seit Mai 2017 (23.300). Der Allzeit-Rekord für diese Begegnung liegt übrigens bei 48.000 und wurde 1996 im Ernst-Happel-Stadion aufgestellt.

 

Die letzte Runde (vor dem Playoff)

Ganz vorbei ist die Bundesligasaison nach der 32. Runde zwar noch nicht, die meisten Teams werden sich aber demnächst in die Sommerpause verabschieden. Davor empfängt die Wiener Austria noch Red Bull Salzburg, der LASK gastiert bei Sturm Graz und Rapid Wien kann auswärts bei Austria Klagenfurt den vierten Tabellenplatz endgültig fixieren - wohlgemerkt am Samstag. Schon am Freitag ist die Qualifikationsgruppe dran, dort werden noch die Plätze für das Europacup-Playoff ausgeschnapst.

Der WAC muss in Ried antreten, Hartberg liefert sich auswärts ein direktes Duell gegen Austria Lustenau, der SCR Altach gastiert nach dem geschafften Klassenerhalt bei der WSG Tirol. Der Saisonschnitt wird zum Abschluss vermutlich noch einmal nach unten wandern.

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