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Eine Fata Morgana ruiniert den Mannschaftssport

Die letzte Besprechung zwischen Bundesliga und den zuständigen Ministerien ergab, dass beide Teams plus Kontaktpersonen in Quarantäne müssen, wenn einer Corona-positiv ist. Das verunmöglicht Mannschaftssport.

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+ + 90minuten.at Exklusiv + + Ein Kommentar von Georg Sander

 

Die Aufregung in sozialen Medien war in den letzten Wochen groß: Warum darf Fußball weiter gespielt werden? Nun, mit der letzten Besprechung zwischen Bundesliga auf der einen sowie Gesundheitsministerium auf der anderen Seite ist eigentlich klar: Das kann sich kaum ausgehen. Der Knackpunkt ist, dass das Ministerium Quarantäne aller Kontaktpersonen verlangt, wenn ein Spieler einen positiven Test abliefert. Das würde eine Meisterschaftsunterbrechung bedeuten, die Saison würde unter Umständen in die nächste ausfransen. Blickt man der Realität ins Auge, dann kann es die Bundesliga gerne probieren, Stand heute wird man die Meisterschaft aber bei einem einzigen Corona-Positiven abbrechen. Alles andere macht keinen Sinn.

 

Fata Morgana

Das Wirrwarr rund um die Hilfen ist bekannt, es ist auch im Sport da. Der geneigte Beobachter fragt sich dabei schon, warum die Politik in Personen von Sportminister Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudi Anschober, beide Grüne, zuerst Spiele in Aussicht stellt, nur um sie später de facto unmöglich zu machen. Vermutlich werden viele Vereine schon Sponsorengespräche aufgenommen haben, dass man eh im Fernsehen zu sehen wäre. Die eine oder andere Personalentscheidung folgte in den letzten Tagen. So gesehen war das Signal an die Liga ein schlechtes, mehr eine Fata Morgana als Realität. Und gerade über den Umstand, was ein positiver Test bedeutet, hätte man sich ja vor zwei, drei Wochen auch schon Gedanken machen können. Da muss man niemandem irgendwas in Aussicht stellen.

 

Fatales Signal an alle Mannschaftssportarten

Damit ist im Endeffekt wieder alles zurück auf Anfang. Schon der verhältnismäßig reiche Fußball wird sich eine on-off-Saison nicht leisten können. Wie soll das dann Eishockey machen oder jeder andere Sport, der vielleicht nicht mit TV-Geldern gesegnet ist? Was nun für den Fußball gilt, heißt: Kein Mannschaftssport auf unbestimmte Zeit. Wie die Hilfsgelder für alle Vereine aussehen sollen, ist auch nicht bekannt. Wie so vieles dieser Tage bleibt es bei Ankündigungen. Klarere Worte gab es in Frankreich: Keine Sportveranstaltungen bis Ende August. Dort fährt der TGV drüber, die Saison ist abgebrochen. Hierzulande hält man allen noch die Karotte vor die Nase. Warum, das weiß niemand so genau.

Ohne Impfung wird es eben schwierig. Offenheit wäre wünschenswert, für den Fußball, aber auch für den gesamten Mannschaftssport. Die Zeit organisierten Sport, von der Breite bis zur Spitze, ist schwer genug. Das Kommunikationszickzack der zuständigen Ministerien hilft dabei – und das sind sehr wohlwollende Schlussworte – nur sehr bedingt.

 

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