Rapid hat weit mehr als „akustische Probleme“ [Exklusiv]
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Rapid hat weit mehr als „akustische Probleme“ [Exklusiv]

Zur Zukunft von Trainer Zoran Barisic gab es von den Rapid-Offiziellen zuletzt unterschiedliche Aussagen. Jetzt hat der Präsident ein sportliches Machtwort gesprochen. Der Klub scheint sich allen Beteuerungen zum Trotz in der sportlichen Ausrichtung wieder einmal nicht einig zu sein.

Wir werden die Spiele absolvieren und dann schauen, wo wir stehen.

Markus Katzer über Zoran Barisic

Natürlich halten wir ganz klar alle zusammen zum Trainer. Es gab akustische Probleme beim Interview.

Markus Katzer über Zoran Barisic

Es fühlt sich unglaublich an. Nach den harten Situationen haben wir es geschafft.

Benjamin Šeško

++ 90minuten.at exklusiv – die 91. Minute von Michael Fiala ++

 

Es war ein bemerkenswertes Interview von Rapid-Sportdirektor Markus Katzer am Sonntag vor dem Spiel zwischen Rapid und dem LASK. Im Gespräch mit Sky-Anchorwoman Constanze Weiss wurde Katzer am Ende eines >> achtminütigen Interviews nämlich gefragt, wie es denn um die Zukunft von Coach Zoran Barisic aussehe. Schließlich sei für Rapid ja auch noch der Worst-Case möglich – und diese lautet Platz sechs.

Auf die klare Frage von Weiss kam schnell und ohne zu zögern auch eine klare Antwort von Katzer: „Ganz ehrlich: Darüber jetzt zu reden und spekulieren, ist jetzt zu früh, wir sind direkt vor einem Bundesligaspiel, das für uns wichtig ist. Wir werden die Spiele absolvieren und dann schauen, wo wir stehen.“ Marc Janko, der ebenfalls im Sky-Studio anwesend war, interpretierte darauf hin folgerichtig, dass eine bedingungslose Rückendeckung anders aussehe.

Katzer rudert zurück

Wenige Minuten später ruderte Katzer auch schon wieder zurück. Via Kurier ließ der Sportdirektor kurz danach ausrichten: "Natürlich halten wir ganz klar alle zusammen zum Trainer. Es gab akustische Probleme beim Interview und ich habe das mit meiner Antwort nicht klar genug rübergebracht", so Katzer.

„Akustische Probleme“, die in dem Kurier-Bericht oder auch von der Kronen Zeitung übernommen wurden, konnte man beim achtminütigen Interview als Zuseher nicht wahrnehmen. Und auch Constanze Weiss selbst, bestätigte via Twitter (siehe unterhalb), dass es keine derartigen Probleme gegeben habe.

Präsidiales Machtwort

Woher kam also der schnelle Meinungsumschwung von Katzer? Gab es möglicherweise präsidialen Druck? Möglich, denn am Mittwoch rückte Rapid-Präsident Alexander Wrabetz aus. Auf >> KURIER-Anfrage, ob Zoran Barisic unter allen Umständen auch kommende Saison Rapid-Trainer sein wird, antwortet Alexander Wrabetz: „Ja!“ Ist das eine präsidiale Festlegung, für die es keine weiteren Worte braucht? „Ja, genau.“ Auch Thomas Hickersberger werde sicher bleiben. Zuletzt gab es erstmals im Block West Kritik am langjährigen Co-Trainer der Hütteldorfer.

Doch zurück zum Interview mit Markus Katzer. Bevor der Rapid-Sportdirektor die Frage zu Zoran Barisic beantwortete, ging es in dem Gespräch mit Constanze Weiss auch darum, wer eigentlich bei Rapid das sportliche Sagen habe. Katzer vermied es, eine Person zu nennen und beschwörte eine notwendige Einigkeit: „Am Ende des Tages braucht es ein Wort, an dem sich alles hält. Wir sind auf einem langen Weg und kein langer Weg ist einer Kürze vorbei. Das wissen wir, wir haben einen klaren Plan, den werden wir durchziehen und brauchen wir nicht öffentlich breittreten.“ Wichtig sei, dass „alle an einem Strang ziehen und ein Wort sprechen.“

 

Katzer wirkt verloren

Eines ist nach den vergangenen Tagen offensichtlich: Von „an einem Strang ziehen und ein Wort sprechen“ ist Rapid offenbar so weit entfernt wie von einem Meistertitel. Eine sportliche Strategie ist nicht erkennbar, wenn man nicht einmal in der Trainerfrage „ein Wort“ spricht. Dass der Präsident ausrückt, um diese Frage öffentlich zu klären, obwohl mit Steffen Hofmann ein neuer starker Mann installiert und ein neuer Sportdirektor geholt wurde, die nach außen kommunizieren sollten, spricht Bände. Und Markus Katzer? Der wirkt in diesem Dreieck noch ziemlich verloren. „Akustische Probleme“ sind da noch die geringste Sorge.

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