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Die Jagd ist eröffnet [Momentum am Montag]

Seit Freitag rollt der Ball in der Saison 2021/22 in Österreich. Der große Gejagte ist wieder einmal Red Bull Salzburg, um dem Titelhamster ein Haxel zu stellen, muss wirklich alles passen.

+ + 90minuten.at Exklusiv – Von Georg Sander + +

 

Der Ankick zum Cupspiel zwischen Hertha WSC und Red Bull Salzburg am Freitag um 17 Uhr ist unser Momentum am Montag.

Nach der Europameisterschaft hatten Fußballfans nur eine kurze Verschnaufpause vom Fußball. Wenige Tage nach dem packenden EM-Finale rollte die Kugel schon wieder im heimischen Cup. Der große Gejagte in beiden Bewerben ist auch 2021/22 wieder Serienmeister- und cupsieger Red Bull Salzburg. Andere Sieger der beiden Bewerbe sind in den letzten zehn Saisonen seit dem FAK-Titelgewinne 2012/13 die Ausnahme. Seit 2011/12 ging nebst diesem Titel noch der Cuptitel 12/13 (Pasching) und jener 2017/18 (Sturm Graz) nicht an die Salzach. Und auch wenn sich die wiedereinmal vom internationalen Markt um absolute Leistungsträger erleichterten roten Bullen in den ersten 45 Minuten nicht von ihrer allerbesten Seite zeigten, meisterte die verjüngte Elf mit dem jungen Trainer Matthias Jaissle auch diese Hürde letztlich souverän. Dazu passend: Ein Doppelpack von Benjamin Šeško, gerade erste einmal 18 Jahre alt.

 

Nicht einlullen lassen

Dass ein personeller Aderlass im Sommer mitsamt unbekanntem Übungsleiter kaum Auswirkungen auf die (nationale) Stärke des Seriensiegers hat, ist bekannt. Gemäß des (nicht mehr aktuellen und von ihm begrabenen) Spruchs von Gary Lineker, dass Fußball ein Spiel von elf gegen elf wäre, das am Ende immer Deutschland gewinnen würde, gilt in der Liga seit Sommer 2013: Am Ende stemmt Andi Ulmer den Meisterteller in die Höhe, im Cup eben mit besagter schwarz-weißer Ausnahme. Die Umstände sind bekannt, egal was ist: Salzburg wird eben der Gejagte sein, ungeachtet davon, was im Transferfenster passierte oder noch passieren wird.

 

Jagdgesellschaft

Wer geht nun auf Bullenjagd? Logischerweise die nationale Nummer zwei, Rekordmeister Rapid. Man setzt auch Kontinuität und kluge Transfers, die Fans lechzen ohnehin nach Titel 33, die Lücke in den direkten Duellen muss aber verkleinert werden, Federnlassen (auf hohem Niveau) muss aber abgestellt werden, will man bis zur Mitte der Meistergruppe noch eine Chance auf den Teller haben. Selbiges kann man über Sturm schreiben. Der LASK wiederum hat sich nach einer fulminanten Bundesligarückkehr selbst ein bisserl ins Hintertreffen gedribbelt, schafft Thalhammer besseren Ballbesitzfußball, ist aber auch dort ähnliches möglich. Der Rest ist wohl dann doch zu weit weg, um ansatzweise mitzuhalten, wir lassen uns aber alle gerne überraschen.

 

Serien sind da, um gebrochen zu werden

Wenn es unter der Woche in aussichtsreicher Position um die Europacup-Startplätze in den nun drei Bewerben geht, dann muss der Rest der Liga Salzburg wiederum danken. Die Bullen liefern die „Punkte für Österreich“ sehr verlässlich, auch wenn ein großer Wurf wie das Europa League-Halbfinale 2017/18 schon ein Zeital her ist, haben die Mozartstädter großen Anteil an der guten Lage in der Fünfjahreswertung, Stichwort Rang zehn. Auch wenn sich vielleicht ein anderer Klub öfters in die Königsklasse geschummelt hätte, als es die lange traumatisierten Bullen bislang schafften. Doch diese Serie riss bekanntlich, zuerst durch die Direktquali, dann durch die tatsächliche.

Und so wie England dann auch wieder gegen Deutschland obsiegte oder eben wie die Salzburger es in die Champions League schafften, so endet jede Serie einmal, auch jene des Abonnementtitelhamsters Red Bull Salzburg – vielleicht schon 2021/22.

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