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Perfekte Woche bringt Platz 8 [Update zur Fünfjahreswertung]

Salzburg, Rapid, Sturm und der LASK gewinnen ihre Playoff-Rückspiele. Vor dem Gruppenphasenherbst ist Österreich Achter – bleibt das so, wäre es das beste Ranking seit 1988/89.

+ + 90minuten.at Exklusiv – Von Georg Sander + +

 

Die Spielzeiten 1982/83 bis 1986/87 brachten Österreich den achten Rang in der Fünfjahreswertung 1988/89. Erster damals: Italien, vor der Sowjetunion. Österreichs Klubs ließen damals die starken Jugoslawen und Tschechoslowaken hinter sich (10./12.). Nachdem es drei der vier hier erwähnten Länder nicht mehr gibt, ist also schon reichlich Wasser die diversen Flüsse Europas runter geflossen, ehe Österreich so gut wie nun vor den Gruppenphasen platziert war:

 

Österreich lacht von Rang acht und hat namhafte Länder hinter sich gelassen. Allen Jubelmeldungen zum Trotz: Eigentlich ist es ein bisschen egal, ob man Siebter, Achter oder Neunter ist im Moment, das bringt für 23/24, also vor der nächsten CL-Revolution, genau so viel wie jetzt, sprich: Meister in der Gruppenphase, Zweiter in Q3 der Königsklasse, Cupsieger im Playoff zur Europa League, die anderen zwei Klubs in der ECL-Quali. Rang zehn ändert nur das Antreten des Vizemeisters eine Runde früher. Spannend wäre Rang sechs – den hält Frankreich allerdings mit mehr als zwölf Punkten Vorsprung.

Nächstes Jahr fällt dann die Salzburger EL-Halbfinalsaison 17/18 raus. Aber keine Panik! 2009/10 war von den Punkten in der Fünfjahreswertung her ähnlich, aber: Rapid schied mit einem Sieg und zwei Unentschieden nach der Gruppenphase aus, Sturm mit je einem Sieg und einem Unentschieden, die Austria mit zwei Remis. Salzburg holte zwar sechs Siege, zog gegen Standard Lüttich im Sechzehntelfinale mit einem Remis und einer Niederlage aber den Kürzeren. Das bedeutet, dass es keine super außergewöhnliche Leistung der Klubs braucht, um diese Saison zu kompensieren. Es braucht ein ordentliches Auftreten. 

Salzburg hat mit Lille, Sevilla und Wolfsburg eine starke Gruppe erwischt, der die ganz großen Namen im Gegensatz zu den letzten Jahren fehlt. Nach zwei Jahren Akklimatisierung auf der großen Champions League-Bühne ist diese Gruppe eine - in Relation - einfache Gruppe. Nachdem man zwei Mal in die Europa League umsteigen musste, könnte sich ohne Bayern, Liverpool oder Atlético Madrid sogar Rang zwei ausgehen.

Der SK Sturm landet in der Europa League-Gruppenphase mit AS Monaco, PSV Eindhoven und Real Sociedad in einer Gruppe. Das ist einerseits ein sportlich attraktives Los, andererseits wird es sehr schwierig werden für die Blackies anzuschreiben.

Der SK Rapid bekam von der Losfee mit Dinamo Zagreb und Genk zwei Teams aus der Kategorie schlagbar zugeschanzt, West Ham war mit Sicherheit eines der schwierigsten Lose aus Topf 3 und ist Favorit - dahinter wäre Platz 2 möglich, vermutlich realistischer als in der Sturm-Gruppe.

Der LASK hat weite Wege, kam aus Topf 1 und vermied überstarke Gegner. Maccabi Tel Aviv, der armenische Vertretetr Alashkert und HJK Helsinki sind zwar nicht die allereinfachsten Lose, aber es hätten auch Feyenoord oder Union Berlin sein können.

Wie sieht es bei den anderen Ländern aus?

 

Blick nach vorne und zurück

Die Niederlande gehen mit 1,85 Punkten Vorsprung in den europäischen Herbst, um die Klubs der Eredivisie zu überholen, braucht es fünf Siege mehr in den Gruppenphasen. Das wird schwierig, sind doch alle Vereine vertreten. Ajax spielt wie Salzburg Champions League und trifft dort auf Sporting CP, Dortmund und Besiktas Istanbul - eine Gruppe, in der ein Weiterkommen nicht unrealistisch ist. PSV muss nach dem Ausscheiden im CL-PO in der Europa League ran und trifft dort wie oben erwähnt auf den SK Sturm. Feyenoord, Vitesse Arnheim und AZ Alkmaar spielen Conference League. Feyenoord hat mit Slavia Prag, Union Berlin und Maccabi Haifa eine wohl knifflige Aufgabe, AZ mit Cluj, Jablonec und Randers eine machbare bekommen. Vitesse hat mit Tottenham und Rennes, ferner NS Mura, wohl die schwierigste Gruppe bekommen.

Schottland hat nun 0,35 Punkte Rückstand, aber mit Celtic und den Rangers nur noch zwei Vertreter in der Europa League. Die Rangers haben Losglück - zwar ist man mit Lyon in einer Gruppe, Sparta Prag und Bröndby sind aber in Reichweite. Celtic wiederum hat mit Leverkusen und Betis Sevilla zwei starke Teams erwischt, Peter Stöger kann mit Ferencvaros Punkte wegnehmen. Nachdem Österreich doppelt so viele Spiele hat, um zu punkten, ist es sehr wahrscheinlich, dass man die Schotten auf Distanz halten kann, wichtig in dem Zusammenhang war es auch, dass der LASK St. Johnstone ausgeschaltet hat, sonst hätten beide Länder je drei Klubs in den Gruppenphasen gehabt.

Russland hat noch drei Klubs im Rennen und somit weniger Möglichkeiten für Punkte, Zenit spielt Champions League und trifft dort auf Chelsea, Juventus und Malmö. Da ist ein 3. Platz realistisch. Lok und Spartak Moskau Europa League. Letztere erwischten eine wahre Todesgruppe, Spartak misst sich mit Napoli und Leicester und dazu gibt es noch Legia Warschau. Noch schlimmer lief es für Lok. Mit Marseille, Lazio und Galtasaray hat man aus den anderen Töpfen mit die stärksten Teams bekommen. Österreich muss knapp einen Punkt Vorsprung verteidigen.

Die Ukraine hat 1,45 Punkte Rückstand auf Österreich, Dynamo Kiew und Shakthar Donezk spielen Champions League. Donezk bekam Sheriff Tiraspol aus Topf 4 und darf mit den Gegnern Real Madrid und Inter Milan zumindest Rang 3 anpeilen. Kiew erwischte wiederum eine der schwersten Gruppen, mit Bayern, Barcelona und Benfica. Luhansk spielt Conference League und trifft dort auf die Roma, ZSKA Sofia und Bodö/Glimt.

 

Anschreiben, Anschreiben, Anschreiben

Die Wahrscheinlichkeit auf KO-Spiele im Jahr 2022 sind recht hoch, in Champions- und Europa League muss bekanntlich nur ein Klub hinter sich gelassen werden, in der Conference League 2. Salzburg kennt seine Gegner bereits, Rapid und Sturm werden aus Topf 4 gezogen – aber das sagt in der EL wenig aus, Kracher gibt es in jedem Topf. In Topf 1 sind mit Dinamo Zagreb und Sporting Braga kleinere Namen, in Topf 2 sind etwa Roter Stern Belgrad und Genk, in Topf 3 etwa Rasgrad und Sparta Prag. Für den LASK ging sich Topf 1 aus, damit vermeidet man mit Tottenham und der Roma die allergrößten Namen.

Dann muss jetzt also nur noch möglichst erfolgreich gekickt werden, um den Platz unter den Top 8 zu festigen. Dass Österreich hinter den großen fünf, Portugal und den Niederlanden gegenwärtig das beste Land ist, ist hingegen schon einmal ein guter Etappenerfolg, die Auslosung in der Gruppenphase zeigt, dass hier einige Siege und vielleicht auch KO-Spiele möglich sind - wobei Salzburg und Rapid relativ sicher auf einem der ersten drei Ränge landen können.

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