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Sturm zieht, der Rest mäßig [Zuschauercheck Bundesliga, 5. Runde]

Eine leichte Erholung hinsichtlich Zuschauer gibt es in der Bundeliga, Sturm verbessert sich, die anderen Zugpferde Rapid und Salzburg haben vergleichsweise weniger Besucher als sonst.

+ + 90minuten.at Exklusiv - Ein Zuschauercheck von Georg Sander + +

 

Im Vergleich zur Vorwoche steigt der Zuschauerschnitt der Bundesliga an, bleibt aber dennoch deutlich unter 7.000 Fans pro Spiel. Dass es sehr gut ist, wenn Sturm, Rapid und Salzburg Heimspiele haben, zeigt der Rundenschnitt: Vergangene Woche kamen lediglich 4.165 Besucher zu den sechs Spielen, diese Runde um mehr als 3.000 mehr. Einige Sorgenkinder bleiben.

 

Sturm zieht, Rapid kämpft

12.529 Fans kamen zum Spiel zwischen Sturm Graz und Austria Wien. Das ist eine sehr gute Zahl, die Blackies elektrisieren ihre Fans. Seit der Saison 2011/12 fanden mit Fans 17 Partien in Graz statt und nur drei Mal kamen mehr als vergangenes Wochenende. Einmal in der letzten Runde 2011/12, einmal in der elften 2012/13 und in der letzten Runde des Grunddurchgangs 2018/19. Insofern kann man sagen: Die Grazer verbessern ihre Zuschauerzahlen im Vergleich zu früheren Jahren. 

Apropos frühere Jahre. Vor 20 Jahren gab es Spieltage, da kamen keine 3.000 Fans zum Duell SK Rapid gegen die SV Ried. Ab dem Titel 2005 kamen in der Liga dann nie weniger als 10.000, vielleicht auch, weil Ried in Hütteldorf in der Bundesliga noch nie (!) gewonnen hat. Das letzte Ligaremis datiert vom 31. Juli 2011. Seit der Saison 11/12 beträgt der Heimschnitt dieser Paarung knapp über 13.100, mit zwei Abers. Einerseits spielte Rapid das erste Spiel im neu gebauten Stadion gegen die Innviertler, da kamen über 23.000 Fans, mehr als im Schnitt. Und andererseits gab es sowohl Greenie-, als auch Freiwillige Feuerwehr-Aktionen gegen die Innviertler. Greenie-Mitglieder konnten gratis ins Weststadion, plus einen Freund oder Freundin. Dazu kommen eben noch die Freiwilligen Feuerwehren. Ohne diese Aktionen wären logischerweise weniger gekommen.

 

Salzburg mit mittlerer Fanleistung, LASK voll

So ganz streng genommen gab es die Paarung Red Bull Salzburg gegen Austria Klagenfurt noch nie, wer will, kann einwenden, dass die Vorgänger dereinst aufeinander trafen. Vergleiche sind demnach schwierig, aber nicht unmöglich. 2019/20 kamen in der fünften Runde zu beinahe identem Termin 10.648 Fans gegen die Admira nach Wals, 2018/19 war in Runde vier hartberg zu Gast, 7.600 kamen. im Jahr davor besuchten in Runde fünf gegen den SKN 6.170 das Heimspiel. Im Großen und Ganzen also eine eher stagnierende Leistung, vielleicht deutet es auf Rückläufigkeit hin: Der Schnitt von 2011/12 bis 2018/19, also die Spielzeiten vor Corona, betrugt 9.402. Insofern sind zwar vergleichbare Partien mal besser, mal schlechter besucht, insgesamt liegen die Zahlen vom Wochenende eben unterhalb des allgemeinen Schnitts. Zunächst haben die Bullen von 13/14 weg stetig Fans verloren (bis runter auf 7.805 17/18) und 18/19 wieder knapp bis unter 10.000 dazugewonnen (9.687). Da liegt das Spiel gegen Klagenfurt nun eben drunter, aber dass ein Spiel gegen den Aufsteiger unter dem Schnitt liegt, ist per se genau zu erwarten gewesen

Leicht erklärt hingegen sind die Dinge rund um das Heimspiel des LASK gegen den TSV Hartberg. 6.001 Besucher kamen, das sind mehr als bei den bisherigen Duellen, ob noch mehr nach Pasching wollten, ist unerheblich, mehr geht dort nämlich nicht.

 

Dem WAC fehlen Fans, die WSG zieht nicht und das bleibt so

Die ersten Spielzeiten des WAC in der Bundesliga waren sportlich und auf den Rängen ok, 16/17 und 17/18 wurde die Liga gehalten, zulasten der Zuschauerzahlen. Seit 2018/19 gehört man zum erweiterten Kreis der Topteams, insofern folgerichtig, dass im März 2019 gegen die graue Maus aus der Südstadt 4.488 Besucher kamen und im Oktober desselben Jahres immerhin noch 3.788 die Admira in der Lavanttalarena sehen wollten. Am Wochenende kamen nur 2.295 Fans, quasi ein Rückfall in die Saisons der Abstiegsängste. Die "fehlenden" Besucher müssen nun einmal wieder zurück gewonnen werden.

Kaum was zum Gewinnen gibt es hingegen für die WSG Tirol. Zum "Westderby" gegen den SCR Altach kamen 1.500 Fans, das wäre sich auch letzten Herbst vor dem Lockdown ausgegangen. Im November 2019 waren es noch doppelt so viele gewesen, man muss sich schon ein bisserl fragen, warum es für die Wattener im heiligen Land so gar nicht funktionieren will, obwohl man letztes Jahr in der Meistergruppe war und auch dieses Jahr zumindest einmal ungeschlagen ist.

 

Zwei Derbies und sonst tote Hose?

In Ried steigt das Oberösterreichderby, in Wien das Duell zwischen Austria und Rapid. Bei Klagenfurt gegen die WSG, Hartberg gegen Salzburg, Altach gegen Wolfsberg und Admira gegen Sturm sind eher keine Fanmassen zu erwarten. Es bleibt spanennd, wohin die Reise des Zuschauerschnitts geht.

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