Die 7 … Erkenntnisse aus dem Saisonstart (2)
Die Fußballsaison ist eine Cuprunde, zwei Bundesligarunden und eineinhalb Europacup-Qualirunden alt. Es gibt schon erste Trends zu beobachten.
Erkenntnis 3: Ein Trainer und ein Sportvorstand reichen nicht
Holperstart ist wohl ein Hilfsausdruck für das, was die Wiener Austria produziert. Dabei hat man ja den letzten Meistertrainer als Sportvorstand geholt, konnte mit Christian Ilzer einen Trainer gewinnen, dem eine große Karriere bevor stehen könnte, wenn er es in Favoriten hinbekommt. Da wartet noch viel Arbeit auf ihn, das zeigte nicht zuletzt das 1:2 gegen Apollon Limassol oder einfach auch die ersten beiden Bundesliga-Runden. Hat sich Ilzer verspekuliert oder noch schlimmer: Hat sich die Austria verspekuliert? Passt das Spielermaterial nicht zu seiner Raute? Können Sie es nicht umsetzen. Oder ist es ein altbekanntes Phänomen: Was bei einem "kleinen" Klub funktioniert, muss nicht zwingend auch bei größeren Klubs zum Erfolg führen.
Zu hoffen ist, dass der drittgrößte Klub des Landes nicht in die sonst so altbekannte Hysterie verfällt, sondern endlich einmal die richtigen Schlüsse aus einer Krise zieht - und in der befinden sich die Veilchen. Nun gilt es eben zu analysieren, zu evaluieren, was man bis 2. September noch tun kann. Und wenn man sich den Großklubplatz in der Qualifikationsgruppe sichert, dann ist das so. Oder man wirft den Trainer wieder raus, holt den nächsten, try and error also...
Erkenntnis 4: Es kommen mehr Zuschauer, aber …
Gegenwärtig ist der Zuschauerschnitt deutlich höher als vergangene Saison. Aber auch vor einem Jahr war der Schnitt nach der zweiten Runde über 7.000, pendelte sich über die gesamte Saison gesehen dann bei rund sechseinhalb Tausend ein. Das große Zugpferd ist – wie immer – Rapid. Selbst wenn Rapid gegenüber der Vorsaison noch einmal 3.000 Fans bei Heimspielen verliert, wird man mit Abstand die meisten Fans anlocken. Das gegenwärtige Problem: Die Klubs, die gut in die Saison gestartet sind, haben bis auf Wolfsberg nicht sonderlich viel Potential nach oben. Salzburg wird wegen der Champions League wohl auch keinen 10.000er-Schnitt schaffen, Sturm hat auch in sportlich schlechten Jahren viele Fans im Stadion, der LASK ist limitiert, einzig die Lavanttalarena könnte sich deutlich verbessern.
Positiv ist die Entwicklung in Liga 2. Dort sind mit dem GAK und Wacker Innsbruck sowie dem FC Dornbirn gleich drei Klubs neu, die aus verschiedensten Gründen viele Fans anlocken können. Der Zuschauerschnitt wird, da braucht es keine Glaskugel, deutlich höher sein als in der Vorsaison, vor allem, wenn sich vorne Klubs wie Lustenau oder Ried und Co. um den Aufstieg raufen.
Erkenntnis 5: Beim LASK und dem WAC greift das Konzept
Spielerisch knüpfen der LASK und der WAC an der Vorsaison an, obwohl (oder weil?) es neue Trainer gibt. Aber das Gerüst, das Christian Ilzer in Wolfsberg innerhalb einer Saison gezimmert hat, hält, Gerhard Struber kann noch ein bisschen mehr Red Bull hinzufügen. Oliver Glasner hat den LASK-Fußball jahrelang entwickelt, Valerien Ismael und die sportliche Leitung wären schlecht beraten gewesen, hier viel zu ändern. Hat sich ausgezahlt, wie das Auswärtsspiel gegen Basel zeigt.
Bei allen drei Teams, ferner vielleicht sogar noch bei Hartberg, definitiv bei den Wattenern, die ohnehin schon sechs Jahre auf denselben Trainer vertrauen, liegen hier durchdachte Konzepte zu Grunde, die Erfolg garantieren. Das tun sie vor allem dann, wenn andere Klubs ihr Konzept ständig drehen oder schlicht ein schlechtes haben. Das heißt nicht, dass Verhältnisse in Stein gemeißelt sind, ist aber ein Fingerzeig, dass man keine Red Bull-Millionen braucht, um ein auf Kontinuität aufbauendes Konzept auf die Beine zu stellen.