Die 7 … Erkenntnisse aus dem Saisonstart (3)

Die Fußballsaison ist eine Cuprunde, zwei Bundesligarunden und eineinhalb Europacup-Qualirunden alt. Es gibt schon erste Trends zu beobachten.

Erkenntnis 6: Komischer Pragmatismus beim SK Sturm

Die Quali-Performance des SK Sturm ist in den letzten Jahren ausbaufähig – und das ist wohl noch das wohlwollendste Wort zu dem Thema. Die letzte Qualifikation zur Europa League-Gruppenphase gelang 2011/12. Das ist lange her. Im letzten Gruppenspiel wurde nach einer Stunde ein gewisser Mario Haas eingewechselt. Seitdem gelang im Grunde nichts mehr, nicht einmal die biedereren Norweger von Haugesund konnten in 180 Minuten gebogen werden. Eigentlich dachte man ja, Sätze wie „Doppelbelastung“ gehören der Vergangenheit an. Nestor El Maestro aber sagte genau das: „Es macht meine Arbeit eigentlich ein bisschen einfacher. Ich habe jetzt ein schwieriges Auswärtsspiel am Sonntag, aber danach überwiegend eine ganze Woche Zeit, die Mannschaft auf die jeweiligen Begegnungen vorzubereiten.“ Vielleicht sollte man erwähnen, dass man einen letztlich dezimierten SKN im eigenen Stadion auskonterte und in Wolfsberg wohl am Ende auch nicht so genau wusste, wie man mit drei Punkten heimfahren konnte.

Zwar ist man im Nachhinein immer gescheiter, aber warum man sich die unsägliche Mählich-Episode gab, um in die Meistergruppe zu kommen, nur um dann bei der ersten Gelegenheit aus der so heiß ersehnten (?) Europa League-Quali auszuscheiden, ist dann schon hinterfragenswert. El Maestro erwähnte noch, dass man sich wegen des schlechten Koeffizienten nur über die Liga für die Europa League qualifizieren könne. Mal sehen, ob das geht. Siehe Punkte 1 & 2.

Erkenntnis 7: Rapids "Mentalitäts"problem

Was Rapid alles ist, ist bekannt. Beispielsweise der Verein, der die meisten Fans ins eigene Stadion lockt, die meisten Sympathisanten hat. Was Rapid nicht ist: Die Nummer zwei des Landes aus sportlicher Sicht. Ein Klub, der in den letzten drei Jahren 5., 3. und 7. wurde, ist das schlichtweg nicht. Und das beim zweithöchsten Budget der Liga. Immer wieder wird dabei ein Menatlitätsproblem genannt - seit Jahren. Grün weiße Trainer, Sportdirektoren und Spieler plappern es vor, die meisten Medien übernehmen es unreflektiert. Doch möglicherweise liegt Rapids Problem auch darin, dass der Klub selbst gar nicht weiß, wie man spielen soll oder will? Bei jedem Trainerwechsel steht daher in weiterer Folge auch ein mal größerer oder kleinerer Systemwechsel ins Haus. Und noch dazu braucht dann jeder Trainer auch wieder andere Spieler für sein System.

Ob Zoran Barisic eine Wende in diesem Themenfeld herbeiführen wird können, bleibt abzuwarten. Es wäre aber an der höchsten Zeit, dass die Hütteldorfer - wie auch immer man über Red Bull Salzburg denkt - sich wie die Bullen eine Spielphilosophie verpassen, der dann alles untergeordnet wird. In den vergangenen Jahren war es umgekehrt: Jeder Trainer hat Rapid seine Philosophie "aufs Aug gedrückt". Wenn sich daran nichts ändert, wird sich auch kein dauerhafter, sportlicher Erfolg einstellen.