Zuschauercheck 2. Runde: Kein 10.000er, aber passabler Schnitt

Die Spiele der 2. Runde der tipico Bundesliga brachten zum Teil gute Detailergebnisse auf den Rängen. Obwohl es in dieser Runde keinen 10.000er gab, ist der Durchschnitt der Runde passabel.

Ein Faktencheck von Georg Sander

 

Mehr als 7.000 Fans pro Spiel nach zwei Runden – wenn der Schnitt so bliebe, wäre das eine Steigerung gegenüber der Vorsaison von acht Prozent und somit ein guter Wert. Der Gesamtschnitt, so ehrlich muss man aber sein, lebt von der ersten Runde und dem Match zwischen Rapid und Salzburg. Sehen wir uns die Zahlen im Detail an: 

 

Hartberg baut ab

Die Profertil-Arena in Hartberg war das mit Abstand schlechtest besuchte Stadion der Runde. Lediglich 2.624 Fans kamen zum Bundesliga-Heimauftakt gegen die Admira. Auch in der Spielzeit 2018/19 spielte der TSV gegen die Südstädter das erste Heimduell nach dem Aufstieg, da kamen mit 3.146 Besucher deutlich mehr, zum Spiel der letzten Runde 2018/19 kamen mit 3.873 noch um einige mehr. Es wirkt zwar logisch, dass aufgrund des Gegners Admira und der zweiten Saison in der Liga weniger Fans kommen, es sollte den Verantwortlichen aber gleich zu denken geben, dass sich doch deutlich weniger Zuschauer anlocken lassen.

Der SCR Altach begrüßte zum neuen Westderby gegen die WSG Tirol 4.038 Gäste. Dieses Duell ist quasi gänzlich neu, ein Vergleich mit früheren Spielen macht nicht viel Sinn, die etwas mehr als viertausend Fans entsprechen aber ungefähr dem Heimduell in der Cashpoint Arena gegen Wacker Innsbruck in der Qualifikationsgruppe vor ein paar Monaten.

 

Klingende Kassen in St. Pölten und Wolfsberg

Beinahe schon traditionell ist das Rapid-Gastspiel in der niederösterreichischen Landeshauptstadt eine Freude für den Kassier der St. Pöltner. Mit 7.582 Fans war die NV Arena fast ausverkauft. Seit dem Aufstieg in die Bundesliga konnte kein Gegner regelmäßig so viele Zuschauer anziehen, was aufgrund des kurzen Weges nach Wien und angesichts von Rapid keine Überraschung ist.

Auch das Antreten von Sturm Graz in Wolfsberg gehört zu den am besten besuchten Spielen in der Lavanttal-Arena. Dass 7.231 Fans zu den Wölfen kommen, ist dennoch außergewöhnlich. Es sind zunächst einmal gar mehr als im Kampf um Platz 3 in der letzten Runde der Saison 2018/19. Abgesehen von den Spielen gegen Salzburg (14/15) und Dortmund (15/16) in der Wörthersee Arena kamen in den letzten Jahren nur vereinzelt überhaupt mehr als 6.000 Fans zu Heimspielen der Wolfsberger in die Lavanttal Arena.

 

Solider Besuch in Favoriten, gute Zahlen aus Salzburg

Das bestbesuchte Spiel war das Duell Vierter gegen Zweiter des Vorjahres. So enttäuschend die erste Runde für die Austria war, so zahlreich erschienen sie zum Heimauftakt. Die 9.350 sind Bestwert der Runde, es war das sechste Duell seit dem Wiederaufstieg des LASK, das dritte in der neuen Generali Arena. Das erste Spiel in Runde acht 2018/19 war mit 10.076 besser besucht, das zweite in Runde 26 mit 8.050 schlechter. Die Anzahl vom Samstag ist etwas mehr als der Mittelwert. Was der Austria wohl noch fehlt, ist sportlicher Erfolg. Mit der zweiten Bundesliganiederlage in der zweiten Runde wird man dann wohl doch kaum mehr Fans nach Favoriten locken können.

Bemerkenswert angesichts der Spiele gegen Chelsea und Real sind die 8.938 in Salzburg. Die Bullen scheinen da wirklich auch die Fans immer besser an sich binden zu können. Zwar kamen zu den letzten zwei Duellen gegen Mattersburg mit 8.652 und 14.441 (letztes Heimspiel 17/18) auch viele Fans, davor bewegten sich die Zahlen gegen die Burgenländer aber seit deren Wiederaufstieg zwischen unter 4.000 und 6.500.

Fazit und Ausblick

Einige Zuschauerzahlen sind richtig gut, vor allem die Entwicklung in Salzburg und Wolfsberg. Auch die Veilchen konnten trotz eines schlechten Starts in Tirol doch über 9.000 Fans anlocken. Wie gut die 4.000 Fans in Altach gegen die WSG Tirol sind, wird man in ein paar Runden sehen. Die kommende Runde hat wieder ein Rapid-Heimspiel parat, Salzburg empfängt zudem den WAC. Die anderen Partien des 3. Spieltages gehören hingegen nicht zu den großen Fanmagneten. Die Admira empfängt den LASK, der SVM die Austria, die Wattener den SKN – ein „ausverkauft“-Schild könnte es in Hartberg beim Steirerderby geben – die gut 5.000 Fans sind aber deutlich weniger als der laufende Saisonschnitt.