WHO kritisiert EM-Trubel
Die oft gesehenen Bilder von vollen Zuschauerrängen und ausgelassenen Feiern bei der EURO seien nicht vorteilhaft für den weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
67.500 Zuschauer verfolgten den Sieg Italiens im Elfmeterschießen gegen England im Londoner Wembley Stadion. Noch viel mehr waren mit Sicherheit auf den Straßen der englischen Hauptstadt unterwegs. Die dabei entstehenden Bilder seien aber nicht gut für den weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie, merkte WHO-Notfallkoordinator Mike Ryan an. In Europa sind mittlerweile schon viele Menschen gegen das Corona-Virus geimpft, in vielen anderen Teilen der Welt ist dies aber noch nicht der Fall. Die Menschen dort würden den EM-Trubel sehen und denken, "Wow, die in Europa haben viel Spaß", so Ryan bei einer gestrigen Pressekonferenz.
Dieser Umstand macht es schwieriger, die Menschen in ärmeren Regionen, wo der Impffortschritt noch weit unter dem Niveau in Europa liegt, weiterhin von den Corona-Maßnahmen zu überzeugen. "Die Realität ist, dass der Großteil der Welt noch nicht zur Normalität zurückkehren kann. Es ist wirklich wichtig, dass wir Solidarität zeigen", sagte Ryan. Die führende Corona-Expertin der WHO, Maria Van Kerkhove, wies zudem auf die ansteckendere Delta-Variante hin, die sich auch bei Massenveranstaltungen vermehrt ausbreiten kann.