Foto: © Austria Lustenau

Lustenau: Stellungnahme zu falschen Behauptungen der Vorarlberger Nachrichten

Der vorarlbergische Verein war über den Artikel der VN über die Lizenzerhaltung äußerst verwundert. (Text: Pressemitteilung SC Austria Lustenau)

Der SC Austria Lustenau nimmt Stellung zum von VN-Sport-Chefredakteur Christian Adam verfassten Kommentar sowie dem dazugehörigen Artikel „Zämmo zur Lizenz für die Austria Lustenau“ (veröffentlicht am 23. April 2021, auf der ersten Seite des Sportteils der Vorarlberger Nachrichten).

Die Vereinsführung der Austria war heute Morgen äußerst verwundert über den erschienen Artikel und den dazugehörigen Kommentar. Einige zentrale Fakten wurden falsch dargestellt und Behauptungen aufgestellt, von denen sich die Austria mit dieser Stellungnahme deutlich distanziert.

Zur Richtigstellung wird nun auf einzelne Abschnitte der erschienenen Artikel eingegangen:

„Fakt ist, dass der Austria für ihre Unterlagen nicht nur 460.000 Euro auf die Ausfinanzierung des Vereinsbudgets (2,1 Millionen Euro) fehlten, sondern über 700.000.“
Der Verein hat im Zuge des Lizenzantrages ein Budget von 2.5 Millionen Euro vorgelegt. Dieses versteht sich inklusive Lizenzbonus und war zum Zeitpunkt der Abgabe gesichert. Weil das Stadion keine Zulassung für die Bundesliga bekommen hat, wurde uns der Lizenzbonus für die laufende Saison gestrichen und für die kommende Saison in Frage gestellt. Dadurch entstand in unserem Budget eine Lücke von 460.000 Euro. Einzig aus diesem Grund wurden wir vom zuständigen Senat der Bundesliga aufgefordert, unsere gesamten Sponsoreneinnahmen für die kommende Saison nachzuweisen. Das war bisher nie der Fall.

Folglich fehlten der Austria nach negativem Lizenzbescheid 460.000 EUR. Die in der VN genannten 700.000 EUR Fehlbetrag beinhalten 460.000 EUR Lizenzbonusentfall, welcher den Verein unverschuldet schwer getroffen hat. Die weiteren fehlenden knapp 300.000 EUR sind jene Sponsorengelder, die im Regelfall erst im Mai 2021 abgeschlossen werden. Wir wurden nun aber von Seiten der Bundesliga dazu verpflichtet, diese bereits jetzt schriftlich zu bestätigen. Das hat der Verein innerhalb von acht Tagen auch ohne Probleme geschafft.
Damit ist es Fakt, dass die Austria mit einem positivem Stadionbescheid das Budget bzw. die Rückfragen ohne weiteres erfüllen hätte können.

„Denn der finanzielle Kraftakt der Grün-Weißen ein „zu hundert Prozent finanziertes Budget“ (Bernd Bösch) nach Wien zu schicken, war nur über finanzielle Zusagen von Land und Gemeinde möglich.“
Wir sind seit 27 Jahren im Profifußball und gehören zu den vier Vereinen in Österreich, die in dieser Zeit nie insolvent waren. Jetzt sind wir unverschuldet in einen akuten finanziellen Engpass geraten. In dieser schwierigen Situation hat uns die öffentliche Hand unterstützt, so wie das bei anderen Vereinen in Lustenau und Umgebung auch schon der Fall war.
Hier gilt es auch noch einmal ein großes Dankeschön an die Austria Familie zu richten. Mit gemeinsamen Kräften von Sponsoren, Fans, Gönnern und Funktionären haben wir in kürzester Zeit ein großes Budgetloch gestopft. Das wäre ohne diese Unterstützung niemals möglich gewesen.

„Dass selbst der Hauptsponsor von Fußball-Intimfeind FCL angeschrieben wurde, zeugt eher von Verzweiflung, denn Ideenreichtum.“
Der SC Austria Lustenau hatte Kontakt mit dem derzeitigen Hauptsponsors des FC Lustenau. Bei besserer Recherche hätte Christian Adam festgestellt, dass besagte Firma jahrelang Gönner bei den Grün-Weißen war. Daher ist es nur legitim hier auch in einer nicht einfachen Situation anzufragen, unabhängig davon welche anderen Vereine unterstützt werden. Das hat nichts mit Verzweiflung zu tun.
Der Verein steht mit zahlreichen Unternehmen in Kontakt - viele unserer Sponsoren sind auch bei anderen Vereinen aktiv. Sponsoring bildet das Rückgrat für den Sport in Vorarlberg und somit ist es auch völlig in Ordnung, wenn andere Fußballvereine Sponsoren der Austria kontaktieren. Auch abseits des Fußballplatzes scheuen wir keinen fairen Wettkampf.

„Und angesichts einer wohl noch offenen Stadionmiete von 250.000 Euro und dem Erlass eben dieser, ist die Gemeinde längst zum Hauptpartner für den Fußballklub geworden“
Das Stadion in Lustenau befindet sich im Besitz der Gemeinde. Der SC Austria Lustenau ist lediglich Pächter der Anlagen. Zur Ausfinanzierung der Lücken hat sich die Gemeinde bereit erklärt, vorläufig auf weitere Stadionmieten zu verzichten, auch weil die fehlende Bundesligatauglichkeit des Stadions der Grund für die finanzielle Herausforderung ist. Wir sind der Gemeinde dafür dankbar und werden in den nächsten Monaten zusammen mit Gemeinde und Land Klarheit und Transparenz darüber schaffen, wie und wann das Stadionprojekt „Reichshofstadion NEU“ umgesetzt werden kann.

„Die Austria ist abhängig geworden, hat viel von ihrer Identität eingebüßt.“
Der Verein befindet sich seit zwei Jahren in einem Neuausrichtungsprozess. Ein Schuldenrucksack aus der Saison 2018/2019 erschwert diesen, die Lizensierung ist seit vielen Jahren ein Kraftakt. Rückschläge im sportlichen und kommerziellen Bereich müssen wir überwinden, um die langfristige Weiterentwicklung des Vereins sicherzustellen. Die Austria hat in den letzten zwei Jahren gut gewirtschaftet, die letzte Saison mit einem Gewinn abgeschlossen, in der aktuellen Situation werden wir trotz Coronakrise höchstens einen kleinen Verlust ausweisen müssen. Mit einem weiteren Sparbudget wollen wir auch im kommenden Jahr Gewinne machen und unsere Verbindlichkeiten reduzieren.
Wir haben unsere Identität nicht verloren, die Austria-Familie steht enger zusammen als je zuvor.

„Sportlich hat man sich in die Hände von Ahmet Schäfer, Eigentümer von Clermont Foot und CEO von Core Sports Capital gegeben.“
Die Partnerschaft mit der von Ahmet Schäfer geführten CSC ist eine wichtige Säule in der Neuausrichtung des Vereins. Die Austria profitiert neben Leihspielern auch von internationalen Expertisen und Synergieeffekten. Die sportliche Letztentscheidung obliegt dennoch dem Vorstand der Austria. Dies gilt für sowohl für Spielerverträge als auch die Beauftragung des Trainerstabs.

„Und so verzichtet man in der Liga bewusst auf Einnahmen aus dem Ö-Topf und zahlt trotz Lizenzauflage nicht in die heimische Akademie ein“
Der Verzicht auf den Österreicher-Topf ist keine leichte Entscheidung, jedoch vor dem Hintergrund der Kooperation mit CSC eine Investition. Wir gehen den Weg mit einer Mischung aus internationalen und nationalen Spielern. Die Austria hat in der Vergangenheit sehr vielen Vorarlberger Fußballern den Schritt in den Profi-Fußball ermöglicht. Derzeit stehen sieben Spieler mit Vorarlberger Wurzeln im Kader der ersten Mannschaft. Auch in Zukunft wird man weiter dafür arbeiten, dass Vorarlberger Kicker den Weg in das Profigeschäft Fußball schaffen.
Zweitligisten sind NICHT verpflichtet in die heimische Akademie einzuzahlen. Solche Zahlungen müssen lediglich Bundesligisten leisten. Natürlich haben wir diese Zahlungen bei Lizenzabgabe im Budget der Austria für die 1. Bundesliga eingerechnet.

Zum Schluss

Die Austria befindet sich inmitten einer extrem herausfordernden Zeit. Die Existenzbedrohung wurde mit vereinten Kräften überwunden und dennoch stehen wir erst am Anfang unseres Weges, den wir konsequent weitergehen werden.

Von Seiten unseres langjährigen Medienpartners und aktuellen Ärmelsponsors VN, hätten wir uns eine präzisere Außendarstellung erhofft. Vor allem da in den Tagen der Nachfrist täglich enger Kontakt gepflegt wurde und wir offen und transparent mit allen Journalisten gesprochen haben.

Vorstandssprecher Bernd Bösch wird heute Abend vor dem Auswärtsspiel gegen den Floridsdorfer AC Gast bei TV-Partner K19 sein und im Detail zur aktuellen Situation des Vereins Stellung nehmen.

 

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