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Dietmar Rieglers Gespür für Millionen. Aber wofür? [Momentum am Montag]

Jetzt hat es der WAC schon wieder gemacht. Mit Mohamed Bamba wechselt der nächste WAC-Kicker in eine große Liga, um eine Millionensumme. Wie macht das Dietmar Riegler und was machen die Wolfsberger mit dem vielen Geld?

+ + 90minuten.at PLUS - Von Georg Sohler + +

 

Der Transfer von Mohamed Bamba vom Wolfsberger AC zu Lorient in die Ligue 1 ist unser Momentum am Montag.

Abstiegsbedrohte Klubs willkommene „Opfer“ für Vereine, die einen treffsicheren Stürmer im Kader haben und diesen auch gerne veräußern - wenn eben das Geld stimmt. An der Anzahl der geschossenen Tore kann es nicht liegen, dass Lorient Letzter in die Ligue 1 ist. 24 Tore gelangen den Bretonen in 19 Spielen, erst der neuntplatzierte Klub, Rennes, hat mehr Treffer erzielt. Lille ist mit genauso wenigen Goals wie Lorient Tabellenfünfter. Es liegt eher an der Defensive: Lille hat 14 Gegentore erhalten, Lorient 41. Bei den 24 Goals ist übrigens schon eines von Mohamed Bamba mit dabei, beim 3:3 gegen Le Havre am Wochenende erzielte er in der Nachspielzeit den vermeintlichen Siegtreffer zum 3:2. Da wird man sich in der Bretagne schon gedacht haben: Die kolportierten fünf Millionen Euro für die Dienste des WAC-Angreifers von der Elfenbeinküste zahlen sich aus. Doch was haben die Wolfsberger insgsamt davon?

 

Rieglers weise Hand

Der Klub aus dem Lavanttal wird zwar von Manfred Schmid trainiert, er ist auch Sportdirektor. Der Boss heißt aber ganz klar Dietmar Riegler, Präsident und durchaus erfolgreicher Geschäftsmann. Ein Transfer ohne Zustimmung des Präsidenten findet wohl nie statt. Und so schlecht läuft es nicht. Mit Tai Baribo (1,4 Mio Euro, Philadelphia), Luka Lochoshvili (1,6 Mio, Cremonese), natürlich Shon Weissman (4 Mio, Valladolid) und nun eben Bamba gab es in den letzten vier Jahren öfters Transfererlöse, die wohl auch so manchen in Wien staunen lassen. Ausgeben muss man nicht viel, Dario Vizinger war mit 800.000 Euro der teuerste Neuzugang. Riegler ist im Gegensatz zu anderen Klubbossen einer mit Wissen über den Fußball. Der heute 57-Jährige kickte selbst jahrelang im Lavanttal, lernte bei St. Andrä das Führen eines Vereins von der Pike auf. Vielleicht erklärt das auch zum Teil, warum die Wolfsberger Europacup-Erfolge feierten und nun eben welche am Transfermarkt.

 

Warten, warten, warten

Das Geld ist durchaus notwendig, auch wenn es zulasten des sportlichen Erfolgs gehen könnte, man braucht ein Stadion, so viel ist sicher. Das weiß man beim Verein auch. Das Gesamtpaket mit Trainingsplätzen und Akademie soll laut Medienberichten 30 bis 40 Millionen Euro kosten. Ein derartiges Projekt lässt sichalleine nicht stemmen, die öffentliche Unterstützung ist enden wollen groß. „Wir haben schon mit Stadt und Land gesprochen. Aufgrund der allgemeinen finanziellen Situation ist es nicht einfach, wird es wohl noch dauern“, erklärte er jüngst in der 'Kleinen Zeitung', „Ich werde aber nicht aufgeben und weiterkämpfen. In Linz wurden heuer für den LASK und Blau-Weiß gleich zwei Arenen gebaut. Ich sehe schon auch die Politik gefordert, erwarte mir von der Gemeinde Unterstützung bei der Suche nach Grundstücken.“ Sparflamme also? Damit kennt sich der Verein durchaus aus. Bevor die Liga von zehn auf zwölf Klubs erweitert wurde, lief man zwei Jahre quasi auf Sparflamme. Dann startete man mit Ilzer und Feldhofer national und international durch, machte sich einen Namen. 

Mit den Europacup-Erfolgen alleine wird es schwierig. Da bleiben die erforderlichen Summen nicht wirklich über. Transfererfolge können die Eigenmittel erhöhen. Je weniger die öffentliche Hand zuschießen muss (und kann), desto besser. Ein sportliches Dilemma ist es allemal, es wäre aber kein großes Wunder, wenn der WAC dies mit einkalkuliert, um mit mehr Eigenmitteln endlich die Infrastruktur zu verbessern.

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