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Neuer SCR-Coach? Es kann nur einen geben [Momentum am Montag]

Ferdinand Feldhofer hat kaum noch Argumente, um weiter Rapid-Trainer zu sein und am Wochenende geht es just gegen Salzburg – und dann?

+ + 90minuten.at PLUS – Von Georg Sander + +

 

Das verdiente Heim-1:3 des SK Rapid bzw. die Hoffnungs- und Ratlosigkeit nach dem Match ist unser Momentum am Montag.

„Wir brechen komplett auseinander“, sprach Routinier Guido Burgstaller nach dem Spiel gegen den WAC. Abwehrrecke Michael Sollbauer meinte: „Wenn es gut läuft, tragen uns die Leute. Wenn nicht, ist der Unmut der Fans zu verstehen.“ Eine klare Analyse. Allen Problemen zum Trotz, brauchen die Hütteldorfer wohl ab nächstem Wochenende einmal eine neue sportlichee Führung. Denn dass Rapid die Bullen schlagen wird, ist zwar möglich, statistisch aber hat diese Annahme kaum Substanz. Am 8. November 2020 konnte zuletzt ein Punkt abgetrotzt werden, am 24. Februar 2019 geschah der letzte Rapid-Sieg. Der SCR hat somit bewerbsübergreifend 15 Spiele lang keinen vollen Erfolg eingefahren. Darüber hinaus datiert der letzte Sieg in Wals-Siezenheim aus dem Jahr 2015...Also: Ferdinand Feldhofer ist bald Geschichte.

 

Die Fußballlogik

Inwiefern der Trainer tatsächlich die gesamte Schuld an der verkorksten sportlichen Situation trägt, ist nicht ausrechenbar. Da ist der maue Punkteschnitt, 1,56 in bislang 36 Bewerbsspielen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite veräußerte Rapid seit seinem Amtsantritt am 29. November 2021 Dauerläufer Maximilian Ullmann (Venezia), die zwei Stürmer Ercan Kara (Orlando) und Taxi Fountas (D.C. United), entschied sich gegen Keeper-Routinier Richard Strebinger (aktuell vereinslos). Dazu gingen seit dem Sommer wichtige Spieler wie Leo Greiml (Schlake), Filip Stojkovic (LASK), Kelvin Arase (KSC), Srdjan Grahovac (Rizespor), Robert Ljubicic (Zagreb), Emanuel Aiwu (Cremonese) und Yusuf Demir (Galatasaray). Selbst wenn sich alle Neuzugänge irgendwann als Verstärkung herausstellen: Das sind noch nicht einmal alle Spieler, aber eine ganze Elf, die durchaus Einserpanier durchgehen könnte. Das ist bitter für Feldhofer, aber nach dem Salzburg-Spiel kommt nun einmal die Länderspielpause. Ohne Wunder in Wals muss er gehen. Und wer kommt? Es kann nur einen geben.

 

Zoki, übernehmen Sie!

Die Probleme Rapids, die sind nicht nur sportlicher Natur. Die oben genannten Transfers sorgen zumindest dafür, dass der von Corona hart getroffene Klub einigermaßen beruhigt in den Winter der Energiekrise gehen kann. Aber irgendwer muss coachen. Ein neuer Trainer von außerhalb würde zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn machen, wenn intern um die Präsidentschaft gerangelt wird, eine neue Liste mit ebenso neuen Visionen antritt - und der aktuelle Präsident Martin Bruckner wird einen Teufel tun und einen neuen, teuren Trainer holen. Intern gibt es kaum jemanden. Kampfgelse Stefan Kulovits konnte als Rapid II-Trainer in der aktuellen Saison noch kein Spiel gewinnen, hält in 22 Spielen bei einem Schnitt von 0,95 Punkten. Und Steffen Hofmann? Der wird als Präsident gefordert und wird sich kaum in dieser Situation auf die Bank setzen. Bleibt also nur noch Zoran Barišić.

 

Warten auf die Zukunft.

Der aktuelle Sportchef zeichnet für Verkäufe, Neuzugänge verantwortlich, also den Umbruch. Inwieweit er auf Sicht der richtige Trainer sein kann oder will, ist offen. Aber irgendjemand muss es schließlich tun. Weiters ist unklar, ob der kommende starke Mann die aktuellen Fehler auch bei Barišić sieht oder nicht, ihn überhaupt im Amt belassen würde. Aber in der gegenwärtigen Situation kann eigentlich niemand anderer als er den aus verschiedensten Gründen glücklosen Ferdinand Feldhofer beerben.

Bis dann das neue Führungsteam zum wiederholten Male seit dem letzten Titel 2008 auf den grün-weißen Reset-Knopf drückt.

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