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Wenn nicht jetzt, wann dann? [Momentum am Montag]

Heute um 18 Uhr wird in Bukarest das Spiel zwischen Österreich und der Ukraine angepfiffen. Nun muss das Team von Franco Foda liefern und es den Kritikern beweisen.

+ + 90minuten.at Exklusiv - Von Georg Sander + +

 

Der heutige Anpfiff zum Spiel Österreich gegen die Ukraine in Bukarest ist unser Momentum am Montag.
 

Lassen wir einmal alles beiseite. Die von vielen als Schlafwagentaktik kritisierte Spielweise des ÖFB-Teams, die an sich guten Pressingwerte, die veritable Torflaute, die Diskussionen, wo Alaba spielen soll und welcher Stürmer wo vor welchen Mittelfeldspielern kicken soll. Heute Abend um 18 Uhr geht es für Österreich um das Erreichen der Achtelfinales und alles, was bisher war, wollen wir einmal ausblenden. Stellen wir ein paar Fakten außer Frage:


 
Das logische Finale

Dass ein Land mit dutzenden Legionären in den Topligen und einer Liga, die gemäß Fünfjahreswertung zum besten Viertel des Kontinents gehört, als eine 24 Mannschaften im 54 Nationalteams zählenden Kontinentalverband UEFA qualifiziert, ist eigentlich nur folgerichtig. Wenn dieses Land dann die Niederlande, die Ukraine und Nordmazedonien zugelost bekommt und zuerst den (und da gibt es keine Diskussionen) Pflichtsieg gegen das schwächste Team des Turniers einfährt und dann die (nicht minder logische) Niederlage gegen die Niederland abholt, dann war das letzte Spiel immer schon das Finale um den Aufstieg - auch wenn man sich noch einmal vergegenwärtigen sollte, dass die Ukrainer aus Topf 1 gezogen wurden, die Niederlande aus Topf 2. Aber hey: Oranje ist eben Oranje...


 
Pflichsieg und Pflichtniederlage

Wenn man nach wie vor alles ausblendet, was rund um Foda diskutiert wurde, dann weiß jeder Fußballfan, dass Pflichtsiege nie einfach einzufahren sind. Das hat das Team erledigt. Seitenhieb: Frankreich hat's gegen Ungarn nicht geschafft und gilt als Favorit auf den Turniersieg. Das Duell mit den Niederlanden, diesem Evergreen des Weltfußballs, stets gespickt mit Klassespielern, mag ein bisserl unglücklich zustande gekommen zu sein; aber wenn jemand vor dem Turnier sagt, Österreich verliert gegen die Niederlande mit 0:2, dann hätte man das wohl ohnehin achselzuckend hingenommen. So qualitativ hochwertig das österreichische Nationalteam in vielen Mannschaftsteilen sein mag, wenn man gegen die Elftal spielt, ist ein 0:2 schon irgendwie in Ordnung.


 
Zeigen, was im Team steckt

Die Ukraine ist ein ähnliches Kaliber, auch wenn man das hierzulande nicht so wirklich wahrnimmt. Fußballösterreich schaut nach Westen und auch wenn der ukrainische Fußball wie das ganze Land unter der russischen Intervention leidet, ist das eine starke Mannschaft - aber eben nicht die Niederlande! All das Talent, all der Wille, alles, was im Team steckt, muss heute Abend auf den Rasen gelegt werden, Fodas Taktik hin oder her. Klar kann eine Niederlage im Extremfall reichen, mit einem Remis würde es auch  nicht ganz schlecht aussehen.

Aber wann, wenn nicht heute Abend soll es die ÖFB-Herrennationalmannschaft allen Kritikern zeigen?

 

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