Didi Kühbauer sollte sich nicht auf das Glück verlassen [Momentum am Montag]
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Didi Kühbauer sollte sich nicht auf das Glück verlassen [Momentum am Montag]

Die Schiedsrichter, die Doppelbelastung und nun das fehlende Glück: Rapid-Trainer Didi Kühbauer ist langsam am Ende der Ausredenliste angekommen.

Der Klub hätte dann in der Länderspielpause viel Zeit nachzudenken. Es wäre ein klassisches Momentum, neue Impulse zu setzen. Auf das Glück sollte sich Kühbauer jedenfalls nicht mehr verlassen.

Michael Fiala

+ + 90minuten.at Exklusiv - Von Michael Fiala + +

 

Der Moment, als Didi Kühbauer nach dem 0:3 gegen Sturm Graz das fehlende Glück der Hütteldorfer ansprach, ist unser Moment am Montag.

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Platz 11 in der Tabelle, 19 Punkte Rückstand auf Salzburg, 12 auf Sturm Graz - da braucht man eigentlich nicht viel überlegen: Rapid steckt in einer handfesten Krise, da ist es auch egal, dass der Abstand zu Platz fünf nur drei Punkte beträgt. Rapid-Trainer Didi Kühbauer meinte nach dem Spiel in die Sky-Mikrofone: „Aber ob es jetzt 1:0 oder 3:0 steht, ist eigentlich egal. Die Mannschaft hat alles investiert. Es war ein gutes Spiel von meiner Mannschaft, aber das Glück liegt nicht auf unserer Seite.“

Der Rapid-Trainer sagte auch: „Ich werde jetzt nicht über meine Spieler herziehen. Das wird immer intern sein. Ich denke, Fountas muss den reinmachen, da brauchen wir nicht reden. Er wird sich wahrscheinlich am meisten ärgern. Es hätte uns in dieser Phase des Spiels enorm geholfen. Mit einem Ausgleichstreffer wäre das Spiel komplett gekippt.“

Kühbauer moniert also das fehlende Glück, will über seine Spieler nicht herziehen, erwähnt aber Fountas. Klar ist, dass diese Chance eine 1000%ige war. Klar ist aber auch, dass die Grazer zuvor einen Lattenschuss hatten. Klar ist außerdem, dass die These, mit einem Ausgleichstreffer wäre das Spiel komplett gekippt, reines Wunschdenken ist.

Wie schon hier erst vor einer Woche erwähnt: Didi Kühbauer redet nach Niederlagen sehr gerne über Dinge, die er nicht beeinflussen kann: Der Schiedsrichter, die Doppelbelastung – und gegen Sturm war es offenbar das fehlende Glück. Was der Rapid-Trainer dabei vergisst: Wer ständig Gründe nennt, an denen er selbst nicht arbeiten kann, der macht sich irgendwann ersetzbar. Ja, Kühbauer kämpft mit aller Verbissenheit um seinen Job, doch die lange Liste der Ausreden wird ihm nicht mehr lange helfen. Es braucht Punkte.

 

Showdown vor der gefährlichen Länderspielpause

Womit der Blick der Zukunft gilt: Vor der Länderspielpause (ÖFB-Spiele gegen Färöer und Dänemark) haben die Hütteldorfer noch ein Spiel. Und zwar zu Hause gegen WSG Tirol. Oder in anderen Worten: Vorletzter gegen Letzter. Alles andere als ein klarer Dreier gegen die Tiroler würde für den Rapid-Trainer folgendes bedeuten. Der Klub hätte dann in der Länderspielpause viel Zeit nachzudenken. Es wäre ein klassisches Momentum, neue Impulse zu setzen. Auf das Glück sollte sich Kühbauer jedenfalls nicht mehr verlassen.

 

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