Wie plant der SK Rapid mit seinen Leihspielern?
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Wie plant der SK Rapid mit seinen Leihspielern?

Trainer Hoff Thorup hatte Vincze, Böckle & Co. in den letzten Wochen besonders genau im Auge, sagt er. 90minuten hat mit Sportchef Markus Katzer über seine Leihspieler-Pläne gesprochen.

"Das ganze Trainerteam beobachtet sie sehr genau, wir stehen im Austausch. Wir wollen genau wissen, wie sie sich entwickeln und welche Rolle sie spielen", erklärte Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup vor einigen Wochen, angesprochen auf die verliehenen Spieler der Hütteldorfer.

Nach einigen anderen Umstellungen, die der Däne in seiner Amtszeit vorgenommen hat, klang die Antwort auch in diesem Bereich nach Veränderung.

Seit Jänner wurden die Trainingstage umstrukturiert und individuelle Entwicklungspläne für alle Kaderspieler erstellt. Hat sich auch im Leihspieler-Management etwas getan?

Geschäftsführer Sport Markus Katzer winkt ab. "Es hat sich nichts geändert. Wir wissen natürlich genau, was die Spieler während ihrer Leihe leisten. Es ist nicht so, dass wir ein Jahr verstreichen lassen und dann schauen, wie sie zurückkommen", meint er.

Vier Rückkehrer

Für die vier Rückkehrer - Benjamin Böckle (WSG Tirol), Moritz Oswald (SCR Altach), Dominic Vincze (TSV Hartberg), Andrija Radulovic (Hapoel Haifa/ISR) - hat die Beobachtung während der abgelaufenen Saison Folgendes ergeben:

Oswald soll laut 90minuten-Informationen wieder in den Kader integriert werden. Der 24-Jährige kann mehrere Positionen bekleiden, die im Frühjahr unterbesetzt waren. Von einer erneuten Leihe ist nicht auszugehen.

Ähnlich gestaltet sich Vinczes Situation. Er hat seinen Vertrag erst vor einem Jahr verlängert, erholt sich derzeit aber noch von einer Knieverletzung. Ein Test zum Trainingsauftakt soll mehr Aufschluss über eine Verfassung bringen.

Dominic Vincze hat in der kommenden Saison Chancen auf einen Kaderplatz
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Dominic Vincze hat in der kommenden Saison Chancen auf einen Kaderplatz

Schwerer einzuordnen ist die Zukunft von Linksverteidiger Böckle. Der 23-Jährige hat in Tirol eine weitgehend überzeugende Saison gespielt. Bei Rapid müsste er sich hinter Jannes Horn einordnen. Zuletzt hatte Böckle sich offen für einen Verbleib in Tirol gezeigt, wäre der WSG für eine feste Verpflichtung aber wohl zu teuer. Eine Verlängerung der Leihe, obwohl sein Vertrag 2027 ausläuft, wäre unüblich.

Andrija Radulovic weilt schon länger wieder in Wien, um hier eine Arthroskopie durchführen zu lassen. Wie seine drei Kollegen wird auch er den Trainingsstart bei Rapid absolvieren. Die vereinbarte Kaufoption wird Hapoel Haifa nicht ziehen.

Noch nicht klar ist, wie es mit Ismail Seydi (24) weitergeht. Er hat in Wien noch Vertrag bis 2028 und konnte mit dem portugiesischen Zweitligisten Torreense vor Kurzem den Cup-Sieg bejubeln, wodurch sich der Verein für die Europa League qualifiziert hat. Den Aufstieg hat man verpasst.

Kaderplanung läuft

In den nächsten Tagen und Wochen sollen Gespräche mit dem Trainerteam mehr Klarheit über den Kader der kommenden Saison bringen. Erst nach den ersten Trainingstagen Mitte Juni wird sich dann herausstellen, wer 2026/27 verliehen werden könnte.

"Wichtig ist, dass wir für jeden Spieler eine richtige Entscheidung treffen. Der eine braucht Trainingszeit in der ersten Mannschaft und Spielpraxis in der zweiten. Der andere muss vielleicht den nächsten Schritt aus der zweiten Mannschaft in die Bundesliga machen. Das sind individuelle Situationen, aus denen wir Schlüsse ziehen müssen", sagt Katzer.

Wenig Kontakt mit Leihspielern

Im Dezember hat 90minuten mit Dominic Vincze, Benjamin Böckle und Austria-Talent Moritz Wels über die Herausforderungen gesprochen, mit denen sich Leihspieler konfrontiert sehen.

Mitten in der Vorbereitung müssen kurzfristig Koffer gepackt werden, es braucht eine Lösung für die bisherige Wohnung, ohne zu wissen, wie es nach der Saison weitergeht. Zum 90minuten-Bericht >>>

Wirklich regen Austausch mit seinem Stammverein hatte keiner der drei. Bei Rapid war Rene Gartler, aktuell Assistent von Katzer, dafür zuständig, Kontakt zu halten. Alle paar Wochen gab es einen kurzen Austausch.

Es sind im letzten halben Jahr viele Dinge zusammengekommen, die uns gefordert haben.

Markus Katzer

Sportchef Markus Katzer erklärt: "Es sind im letzten halben Jahr viele Dinge zusammengekommen, die uns gefordert haben. Wichtig ist, dass wir uns trotzdem ausreichend darum kümmern. Wir kriegen viel mit und beobachten die Spieler. Zusätzlich schauen wir schon darauf, dass wir regelmäßig Kontakt mit ihnen haben - wenn auch nicht zwei Mal in der Woche."

Arbeit mit vorhandenen Ressourcen

Einen eigenen Betreuer für Leihspieler zu engagieren, ist für den SK Rapid derzeit keine Option. "Das macht für uns keinen Sinn. Wir haben dafür zu wenige Leihspieler und müssen auch unser Budget berücksichtigen. Wir machen das schon noch selber, wir wickeln ja auch die Leihen und andere Transfers ab."

Neben Videomaterial stehen dem Verein alle physischen Daten und Statistiken auf diversen Plattformen zur Verfügung, um die Entwicklung genau zu verfolgen.

Furkan Demir ist einer der wenigen Rapid-Leihspieler, die es in die erste Mannschaft geschafft haben
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Furkan Demir ist einer der wenigen Rapid-Leihspieler, die es in die erste Mannschaft geschafft haben

Wichtiger ist die Interpretation aller gesammelten Eindrücke. "Man muss einbeziehen, dass Rapid speziell ist und es daher schwieriger sein kann, bei uns zu performen. Wenn wir uns für eine Leihe entscheiden, hat es meistens den Grund, dass der Spieler in einem anderen Umfeld Erfahrung sammelt und dadurch noch einmal interessanter für uns wird."

Historisch verlief die Entwicklung von Leihspielern selten nach Wunsch: Mit Kelvin Arase, Furkan Demir und Noah Bischof konnten nur drei der letzten 25 verliehenen Spieler der ersten und zweiten Mannschaft nach ihrer Rückkehr noch Einsätze für die Profis verbuchen.

Keine Leihgebühren

Leihgebühren, wie im internationalen Fußball inzwischen üblich, spielen innerhalb Österreichs übrigens keine Rolle. Nur das Gehalt wird eingespart.

Für manchen aufnehmenden Verein waren Leihen daher dank des Österreicher-Topfs bisher auch wirtschaftlich lukrativ.

Katzer sieht darin Positives für alle Seiten: "Zum einen ist es gut, wenn der Spieler in derselben Liga bleibt, weil die Qualität der Gegner vergleichbarer ist. Zum anderen suchen andere Vereine nach österreichischen Spielern, um den Österreicher-Topf besser zu nutzen."

Ob sich dieser gegenseitige Austausch in Zukunft weiterhin rechnet, muss sich erst zeigen. Ab der kommenden Saison wird die Dotierung des Österreicher-Topfes herabgesetzt, ab 2027/28 wird er zudem für alle Vereine geöffnet.



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