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Franz Schiemer: "Es wird so viel verlangt von Spielern, da werden auch die Verletzungen mehr"

Der ehemalige Fußball-Profi war zu Gast bei der Sky-Sendung "Talk & Tore" und sprach über den Meisterkampf und seine Arbeit mit den Spielern.

Franz Schiemer (ehemaliger Bundesliga-Spieler):
…über die Anforderungen an moderne Spieler: „Wenn man heute keinen gewissen Grund-Speed mehr hat, hat man keine Chance mehr, dass man ganz vorne dabei sein kann. Gerade im physischen Bereich ist es unglaublich. Auch in der Wiederholung. Die Spiele werden immer mehr und die Spieler haben immer weniger Pausen. In den Länderspielpausen haben wir jetzt schon drei Spiele statt zwei. Es wird so viel gespielt und man verlangt so viel von Spielern, da werden auch die Verletzungen mehr.“

…über den FC Red Bull Salzburg: „Das wissen sie auch in Salzburg, dass sie heuer gewisse Probleme haben. Sie hatten im Herbst irrsinnig viele Verletzungen. Da hatten sie teilweise zehn verletzte Spieler, das war schon grenzwertig. Sie haben sich irgendwie drüber gerettet und sind von den Punkten her noch gut dabei. Sie sind einfach nicht so überzeugend in den letzten Spielen gewesen, wie man es kennt. Manche Mannschaften haben sich auch schon auf die Spielweise eingestellt.“

…über den SK Puntigamer Sturm Graz: „Sturm ist extrem konstant. Sie haben heuer einen unglaublichen Kader, sie sind auf beinahe jeder Position gleichwertig doppelt besetzt und können meiner Meinung nach heuer die Überraschung schaffen.“

…über die Anforderungen für einen erfolgreichen Verein: „Man sieht es bei Sturm. Wichtig ist eine gewisse Klarheit im Spiel für die Spieler und Klarheit im Verein. Wenn die gegeben ist, dann merkt man, dass man eher Spiele gewinnt. Man muss heutzutage im Fußball Wahrscheinlichkeiten erhöhen und den Zufall minimieren. Das beginnt auf Vereinsseite. Es braucht eine klare Idee, welche nach unten getragen wird über den Trainer und die Spieler.“

"Im Fußball sind es 25 Spieler bei drei, vier Trainern. Da ist es nicht möglich, dass man einen Spieler wie einen Einzelsportler betrachtet. In diese Nische habe ich mich gesetzt" - Schiemer über seine Spieler, die er betruet

…über seine Arbeit: „Die Spielidee wird heute über die Mannschaft drüber gestülpt und man muss eine gewisse Art von Fußball spielen. Ich habe gemerkt, dass übersehen wird, dass es schlussendlich auch um das Individuum selbst geht. Ich will weiterhin Trainer sein, aber ich will Spieler besser machen. Ich will ihnen helfen, dass sie nicht dieselben Fehler machen, wie man sie selbst gemacht hat. Ich betrachte einen Spieler wie einen Einzelsportler. Ich versuche den Spielern so gut wie möglich zusätzlich zu den Ressourcen des Vereins in sportlicher Hinsicht zu helfen.“

…über die Spieler, welche er betreut: „Es sind grundsätzlich Spieler, die besser werden und mehr machen wollen. Denen es im Verein zu wenig ist. Ich schaue mir mit einem Spieler nach dem Spiel jede einzelne Situation an und versuche sie im Detail zu verbessern. Marcel Hirscher zum Beispiel hatte seine Betreuer und alle haben sich auf diesen Sportler konzentrieren können. Im Fußball sind es 25 Spieler bei drei, vier Trainern. Da ist es nicht möglich, dass man einen Spieler wie einen Einzelsportler betrachtet. In diese Nische habe ich mich gesetzt. “

…über die Meinung der Vereine seiner betreuten Spieler zu seiner Arbeit: „Es ist verschieden. Schlussendlich müssen sie sehen, dass etwas weiter geht. Am Anfang ist immer eine gewisse Skepsis da. 90% der Dinge, die ich erkläre, sind individualtaktisch, die allgemein gültig sind. Bei den teamtaktischen Bereichen ist wichtig, dass der Spieler genau weiß, was der Trainer von ihm will. Da arbeite ich mit dem Spieler heraus, was der Trainer in jeder Situation will. Wenn es der Spieler nicht weiß, gehe ich zum Trainer und frage ihn. Es geht darum, herauszuarbeiten, was der Trainer genau vom Spieler will.“

…über seine Zeit in England: „Ich habe es maßlos unterschätzt. Die Energie, die in den Stadien ist und wie die Leute es leben. Ich habe mit Salzburg coole Spiele gehabt in der Champions League gegen Bayern und Liverpool, aber nach einem Heimspiel mit Leeds war ich als Co-Trainer fix und fertig. Das saugt einen auf, es ist unglaublich. “

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