Zoran Barisic: "Die Chancenverwertung ist das, was wir uns vorwerfen müssen"
TSV Egger Glas Hartberg gegen SK Rapid Wien endet mit 1:0. Die wichtigsten Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria.
Wir haben am Anfang ein bisschen gebraucht. Hartberg geht mit dem ersten Schuss in Führung. Das spielt ihnen natürlich in die Karten. Wer die zweite Halbzeit gesehen hat weiß, dass es unverdient ist
TSV Egger Glas Hartberg – SK Rapid Wien 1:0 (1:0)
Schiedsrichter: Christopher Jäger
Markus Schopp (Trainer TSV Egger Glas Hartberg):
…über den Sieg: „Wir haben gleich nach dem 1:0 gesagt, das ist eine Spur zu früh. Mit dem frühen Tor war klar, dass Rapid mehr Risiko geht. Sie haben uns Räume gegeben, die wir nicht so bespielt haben, wie wir sie bespielen müssen. Am Ende kommt ein sehr glücklicher Sieg heraus gegen einen Gegner, der uns in vielen Phasen des Spiels sehr viele Aufgaben gegeben hat. Aber, und das ist das Positive, man nimmt auch solche Siege mit. Wenn man solche Spiele gewinnen kann, ist Großes im Entstehen. Ich kann nicht oft genug sagen, dass die Mannschaft einen riesigen Schritt seit dem Sommer gemacht hat. Wir müssen aus diesem Spiel die richtigen Schlüsse ziehen.“
…über die Probleme seiner Mannschaft: „Man sieht, wie viele Torabschlüsse sie gehabt haben. Das war heute gegen den Ball alles zu wenig. Wir hatten wenig Ballbesitz und waren sehr hektisch. Das sind Dinge, die ich von meiner Mannschaft so nicht kenne. Aber wir nehmen die Punkte.“
…über die Auswechslung von Maximilian Entrup: „Wir wissen, er hat eine längere Verletzungspause hinter sich. Er hatte letzte Woche schon mehr Einsatzzeit als ursprünglich geplant. Er ist noch nicht wieder dort, wo er sein kann. Ich bin sehr zuversichtlich, dass er für die Nationalmannschaft fit ist und alles passt.“
…über Raphael Sallinger: „Man darf nicht vergessen, dass Raphael Sallinger seit dem Aufstieg in die Bundesliga dabei ist. Ich habe mit ihm seitdem extrem positive Erfahrungen gemacht. Er hat sehr lange auf seine Chance gewartet und mit Jänner diesen Jahres hat sich die Tür geöffnet. Wir haben kurz überlegt, ob das machbar ist oder nicht. Aber er hat bewiesen, dass das Vertrauen absolut gerechtfertigt ist. “
…auf die Frage, was möglich ist: „Da habe ich keine Grenzen im Kopf. Es geht mir darum, das heutige Spiel richtig einzuordnen. Wir haben einen spannenden Prozess gestartet. Es haben einige Spieler extrem große Entwicklungsschritte gemacht. Wenn es uns gelingt, in solchen Spielen Punkte zu machen dann gibt es einen Schub, aus dem wir sehr viel mitnehmen können. Wohin die Reise geht, werden wir sehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir alle sehr viel Spaß in Hartberg haben werden.“
…über mögliches internationales Geschäft: „Nach vierzehn gespielten Runden sollten wir wohl nicht über internationale Startplätze reden. Wir wissen, wie das Geschäft läuft, du verlierst zwei, drei Runden, die Tabelle ist eng. Aber es ist alles im Bereich des Möglichen. Wir nehmen die Rolle, Favorit gegen Rapid zu sein auch mal an. Wenn man das Spiel hernimmt ist es nicht der Fall, wenn man das Resultat sieht schon.“
Raphael Sallinger (Tormann TSV Egger Glas Hartberg):
…über die Gefühle nach dem Sieg: „1:0 gewinnen und zu null spielen fühlt sich gut an.“
…über die Duelle mit Rapid: „Es waren generell immer enge Duelle zwischen Rapid und Hartberg. Wir sind glücklich, dass wir das über die Zeit gebracht haben.“
…über seine Leistung: „Ich habe heute ein bisschen mehr zu tun gehabt. Normalerweise verteidigen wir das besser weg. Heute habe ich mich auszeichnen können. Wir hätten früher 2:0 in Führung gehen können, wenn wir die Umschaltmomente besser ausgespielt hätten.“
…über die Probleme im Ballbesitzspiel: „Vielleicht ist in den Köpfen drin, dass Rapid ein großer Verein ist. Erste Halbzeit war es ordentlich bis gut. Zweite Halbzeit war das zu wenig. Da haben wir uns nur noch auf das Verteidigen konzentriert. Wenn wir konzentrierter und ruhiger mit dem Ball spielen, kommen wir auch nicht alle paar Minuten in die Bredouille.“
…über einen Sieg der Leidenschaft: „Am Anfang haben wir solche Spiele liegenlassen. Wenn wir jetzt anfangen, solche Spiele auch zu gewinnen, in denen wir nicht die überlegene Mannschaft sind dann ist für Hartberg diese Saison richtig viel drin.“
Zoran Barisic (Trainer SK Rapid Wien):
…auf die Frage, wie man dieses Spiel verlieren konnte: „Weil wir viele Tormöglichkeiten ausgelassen hatten, bzw. Hartberg mit Sallinger im Tor einen Sahnetag erwischt hat. Das gegnerische Tor war für uns wie zugenagelt. Das ist das, was wir uns vorwerfen müssen. Ohne Tore zu erzielen, wirst du keine Spiele gewinnen.“
…über den Chancenwucher: „Ich will betonen, dass meine Mannschaft eine sehr gute Leistung geboten hat. Wir waren leidenschaftlich, laufstark und haben gekämpft. Wir haben uns pausenlos Torchancen herausgespielt. Das Einzige, was nicht gut war, war die Realisierung der Torchancen.“
…über die Arbeit an der Chancenverwertung: „Wir müssen vor dem gegnerischen Tor lockerer werden. Dann erzielst du Tore wie am Fließband. Das hat mit Selbstvertrauen zu tun, mit innerer Ruhe und möglicherweise auch mit Erfahrung.“
…über den Punkteunterschied zu Hartberg: „Wenn man beide Partien gegen Hartberg nimmt, haben wir null Punkte gemacht. Hartberg gegen Rapid 6 Punkte. Das ist zum einen Erklärung genug. Es ist nicht so, dass wir schlecht spielen. Mir ist wichtig, wie die Mannschaft auftritt. Das Toreschießen muss man sich genauso erarbeiten, wie das Verteidigen. Wir werden dranbleiben und weitermachen, wo wir heute aufgehört haben.“
Guido Burgstaller (Spieler SK Rapid Wien):
…über die Gründe der Niederlage: „Wir haben am Anfang ein bisschen gebraucht. Hartberg geht mit dem ersten Schuss in Führung. Das spielt ihnen natürlich in die Karten. Wer die zweite Halbzeit gesehen hat weiß, dass es unverdient ist. Aber das ist nun mal so.“
…auf die Frage, wie viel Unglück dabei war: „Natürlich braucht man ab und zu das Glück. Der Torwart hat das überragend gemacht. Zwei bis drei Tore schießen ist Pflicht heute. So kannst du kein Spiel gewinnen.“
…auf die Frage, ob es an der Konzentration lag: „An der Konzentration liegt es nicht. Wenn du im Rückstand bist, willst du es unbedingt und willst es erzwingen. Vielleicht werden wir in der zweiten Halbzeit ein bisschen müder. Da waren Dinge bei, die wir einfach reinschießen müssen. Da führt kein Weg dran vorbei.“
…über die Schwierigkeiten gegen Hartberg: „Normal musst du das Spiel 6:2 gewinnen. Hartberg hat es am Anfang gut gemacht. Aber im Grunde musst du so gewinnen und dann sagt keiner was. Wenn wir kein Tor schießen dürfen wir uns nicht beschweren.“