David Schnegg: "...dann gibt es kein anderes Ziel, als Meister werden zu wollen"
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David Schnegg: "...dann gibt es kein anderes Ziel, als Meister werden zu wollen"

David Schnegg war zu Gast in der Sky-Sendung 'Die Abstauber' und sprach unter anderem über den Titelkampf.

Wenn man in der Meistergruppe ist und hinter Salzburg ist, dann gibt es kein anderes Ziel, als Meister werden zu wollen.

David Schnegg

Ich denke ehrlich gesagt zurzeit selten daran, was in der Zukunft passieren könnte, weil ich vor vier Jahren noch in der Tiroler Liga gespielt habe.

David Schnegg

David Schnegg (Spieler Sturm Graz)
…über die Tiroler Fußballakademien: „Ich habe ein Jahr lang in der Akademie gespielt und das dann abgebrochen, weil ich dann gesagt habe, dass das nicht meins ist, jeden Tag zu trainieren. Zu dem Zeitpunkt habe ich einfach andere Prioritäten gehabt. Wenn ich so schaue, wer jetzt so in der Bundesliga spielt, ist es, ich will nicht sagen traurig, aber schon ein bisschen schwach, was in Tirol aus der Akademie rauskommt.“

…über den Mangel an Tiroler Topspielern im österreichischen Fußball: „Ich finde schon, dass das ein strukturelles Problem ist. Früher haben die besten in der Akademie der U18 bei Wacker trainieren können, da sind dann eh noch ein paar herausgekommen. Jetzt ist es halt extrem schwierig. Von einer U18-Akademie zu Wattens in die Bundesliga zu wechseln, ist dann doch ein sehr großer Schritt. Wenn du in die Regionalliga wechselst, ist es auch noch sehr schwierig. Ein Verein in der zweiten Liga, der das Ganze ein bisschen vereinfachen würde, wäre eine gute Lösung.“

…über die Stimmung nach dem Cuptitel: „Man merkt schon, dass viel Euphorie in der Stadt und im Verein sind, gerade mit dem Titel letzte Woche. Innerhalb der Mannschaft ist es aber nicht so übertrieben. Wir wissen, was wir noch alles vor uns haben. Es ist aber alles sehr positiv zum Glück.“

…über die jüngst geäußerten Meisterambitionen von Sturm Graz: „Wenn man in der Meistergruppe ist und hinter Salzburg ist, dann gibt es kein anderes Ziel, als Meister werden zu wollen. Man muss aber auch verstehen, dass wir uns selber ein bisschen einen Druck machen, wenn man das vom ersten Spieltag weg bei den Medien so weitergibt. Innerhalb der Mannschaft haben wir das schon länger im Kopf gehabt – jetzt sprechen es auch ein paar an.“

…über Jakob Jantscher bei der Cup-Feier: „Das könnt ihr euch nicht vorstellen, der hat wirklich 48 Stunden lang durchgeschrien mit diesem Megaphon. Im Bus ist er neben mir gesessen, ich habe nichts mehr gehört, das war ein Wahnsinn. Wie man so viel Energie haben kann, wie dieser Mensch, ist für mich unerklärlich. Wir sind sehr froh, dass wir so einen Typen in der Mannschaft haben.“

…über die Feierlichkeiten nach dem Cup-Titel: „Von Betrinken waren wir alle ganz weit weg. Als ich noch in Tirol gespielt habe, haben wir manche Auswärtssiege in der Bundesliga mehr gefeiert. Es war ein schöner Abend, aber nicht übertrieben und alles im Rahmen. Ich weiß auch nicht, wer am Längsten unterwegs war, ich war auch bald einmal daheim. Wir sind ja erst um halb Drei in Graz angekommen und sind dann in einen Club gefahren. Da war ich dann noch zwei, drei Stunden. Ein paar werden schon länger durchgehalten haben. Am Montag haben wir uns zum Mittagessen getroffen und sind dann zum Rathaus am Stadtplatz gefahren, haben dort mit den Fans gemeinsam gefeiert. Danach waren wir noch in einer Bar mit Familie und Freunden. Das war dann auch noch ganz gemütlich. Am Mittwoch haben wir zwei Trainings gehabt, da war der Trainer nicht ganz zufrieden mit den Einheiten. Ab Donnerstag ist es dann schon wieder seriös gewesen.“

…über den Kultstatus der Trikots vom FC Venedig: „Als ich nach Venedig gekommen bin, waren das dritte Trikot und das Heimtrikot die am meisten verkauften Trikots in der Liga. Wir haben einfach selber keine mehr bekommen, es waren alle weg. Mich haben Familie und Freunde, so viele Leute angerufen, aber es war alles weg. Ich habe nach jedem Spiel meine zwei Trikots mitgenommen, aber sonst war es auch für uns sehr schwierig, an Trikots zu kommen.“

…über den Unterschied zwischen Venedig und Graz: „Es ist ein großer Unterschied. Wenn man in Graz unterwegs ist, gibt es viele Leute, die sich mit dem Fußball identifizieren und für den Verein leben. Wenn du in Venedig bist, kenn dich aber kein Mensch und du kannst machen, was du willst. Es sind nur Touristen dort. Die Fans des Vereins wohnen nicht in Venedig. Venedig war eher eine Marke für mich als ein Fußballverein.“

…über das Wohnen und den Transport in Venedig: „Bevor du über die Brücke nach Venedig fährst, ist der Vorort Mestre. Da ist auch das Trainingsgelände des Vereins und da haben die Spieler gewohnt. Es war keiner dabei, der in Venedig selber gewohnt hat, weil es einfach vom Verkehr unmöglich war. Zum Stadion sind wir dann immer mit dem Boot gefahren.“

…über seine Zeit in Italien: „Es war weniger die Erfahrung in der Serie A selber, als im Training, wo ich viel gelernt habe. Wir haben Spieler gehabt, wie zum Beispiel Molinaro, der auf meiner Position gespielt hat. Der hat eine riesige Karriere gemacht, von ihm habe ich extrem viel gelernt. Das Einzige, was ich vielleicht ein bisschen bereue, ist, dass sie mir vielleicht mehr Zeit geben hätten sollen. Aber jetzt habe ich dafür einen Titel, in Italien hätte ich wahrscheinlich keinen gewonnen. Es passiert immer alles aus einem Grund, glaube ich. Es war auf jeden Fall sehr lehrreich und eine richtig coole Erfahrung. Ich habe auch richtig coole Menschen kennengelernt. Ich würde es auf jeden Fall wieder so machen.“

…über seine Mitspieler beim FC Venedig: „Ich habe mit Nani nur ein, zwei Mal trainiert, bin ja im Winter dann nach Crotone verliehen worden. Ullmann habe ich gar nicht gesehen, der ist erst nach mir gekommen. Mit Michael Svoboda habe ich mich sofort sehr gut verstanden, er hat mir sehr geholfen mit den ganzen Übersetzungen und so. Es ist ja eine Katastrophe, es kann ja keiner Englisch da unten.“

…über den vereinsinternen Positionskampf mit Dante: „Ich sage jetzt nicht, dass ich die Nase vorne habe. Ich muss Woche für Woche meine Leistung bringen. Der Trainer weiß auch, dass er mit Dante einen sehr guten zweiten Spieler auf der Position hat. Ich weiß auch, wenn ich meine Leistung ein, zwei Mal nicht bringe, dass dann der Dante da ist, der auf der Position auch sehr gut spielen kann. Es ist sicher nichts geschenkt bei uns.“

…über das österreichische Nationalteam: „Es wäre natürlich ein Traum. Ich denke ehrlich gesagt zurzeit selten daran, was in der Zukunft passieren könnte, weil ich mir denke, dass ich vor vier Jahren noch in der Tiroler Liga gespielt habe. Von dem her mach ich mir keine Gedanken, wie das mit dem Nationalteam ausschauen kann. Das ist jetzt einfach nicht die richtige Zeit, weil wir noch sehr viel vorhaben. Ich versuche jede Woche mein Bestes zu geben und dann passiert es oder passiert es nicht.“

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