Worin sich Fußball und Handball unterscheiden
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Worin sich Fußball und Handball unterscheiden

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Fußball und Handball? Die Antwort mag äußerst trivial erscheinen, wenn man nur an die Anzahl der Spieler pro Mannschaft oder die Körperteile denkt, mit denen der Ball gespielt werden kann.

Doch beide Sportarten unterscheiden sich noch in vielen anderen Aspekten voneinander. Dazu gehören die finanziellen Möglichkeiten, aber auch die Verletzungsgefahr und der Umgang mit Fouls auf dem Platz.

 

Millionen für die einen, Mini-Lohn für die anderen

Fußball ist ein Milliardengeschäft – das wissen selbst Menschen, die sich sonst nicht für den Sport interessieren. Die Spieler erhalten teilweise mehrere Millionen Euro pro Monat, und auch Funktionäre gehen nicht leer aus. Im Handball hingegen sind die Gehälter deutlich moderater. Österreichische Spitzenspieler bekommen von ihren Clubs monatlich rund 1.500 Euro netto ausgezahlt. Angesichts der Intensität des Spiels ist dieser Betrag allenfalls als geringes Schmerzensgeld zu betrachten.

Die finanziellen Möglichkeiten beeinflussen auch den Spielalltag der Mannschaften. Fußballer fliegen häufig zu Partien in der Ferne, übernachten im Hotel und trainieren zuweilen sogar vor Ort. Handballer hingegen reisen meist am Spieltag mit dem Bus zu einem Auswärtsspiel. Dort bleibt selten Zeit für ein Training, und die stundenlange Sitzposition tut dem Sportlerkörper auch nur bedingt gut.

 

Ein Verletzungsvergleich

Wie in einem Blogbeitrag von Betway zu sehen ist, verletzen sich Handballer im Schnitt 2,2 Mal pro Saison. Zwar ist die Anzahl der Verletzungen, die ein Fußballer in einer Saison durchschnittlich erleidet, mit 2,7 etwas höher. Allerdings zeigen zwei andere Zahlen, dass im Handball das Risiko für Verletzungen viel höher ist. Dafür wurde betrachtet, zu wie vielen Verletzungen pro 1.000 Wettkampfstunden es kommt. Im Handball liegt dieser Wert bei 75,6 Verletzungen, während es beim Fußball „nur“ 50,4 sind.

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Auch ein Vergleich zwischen den Körperbereichen, in denen es am häufigsten zu Verletzungen kommt, ist interessant. Demnach sind bei Fußballern die Oberschenkel die Region, die am meisten beansprucht wird. Im Trainingsbetrieb kommt es nicht selten zu Zerrungen der Oberschenkelmuskulatur, im Spiel fallen Kicker öfter wegen eines Muskelfaserrisses in diesem Bereich aus. Bei Handballern sind dagegen Verstauchungen von Knie- und Sprunggelenk die häufigsten Verletzungen. Dabei treten 18,4 Prozent sämtlicher Verletzungen im Handball im Zweikampf auf, während 23,3 Prozent ohne Kontakt mit dem Gegner zustande kommen.

 

Schauspielereien und Reklamationen

Schließlich sei noch das Verhalten der Spieler auf dem Platz zu nennen – ganz speziell nach einem (vermeintlichen) Foul. Fußballer sind dafür bekannt, dass sie sich nach einem verhältnismäßig leichten Körperkontakt gerne theatralisch fallenlassen. Auf dem Rasen erwecken sie dann den Eindruck, als hätten sie eine schwere Verletzung erlitten und müssten dringend ins Spital eingeliefert werden. Das Ganze passiert mit der Intention, den Schiedsrichter davon zu überzeugen, den Gegenspieler zu bestrafen – entweder mit einer Karte oder mit einem Strafstoß. Sollte der Unparteiische wahrgenommen haben, dass es sich nicht um ein Foul gehandelt hat, ist die Show so schnell vorbei, wie sie begonnen hat. Wenn ein Handballer zu Boden geht, dann kann man sich hingegen sicher sein, dass er wirklich getroffen wurde. Denn Schauspielerei ist nicht Teil dieses Sports.

Noch signifikanter ist der Vergleich, wenn sich ein Spieler ungerecht behandelt fühlt. Fußballer protestieren dann und bestürmen den Schiedsrichter in der Erwartung, dass er seine Entscheidung zurücknimmt. Im Handball ist ein derartiges Verhalten nur äußerst selten zu beobachten. Der Grund dafür ist, dass der Spieler, der sich aufregt, selbst eine Strafe zu befürchten hat. Nicht umsonst fordern viele Experten, dass diese Regelung auch im Fußball Einzug hält.

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