Die Fans lieben, wen sie immer liebten [Zuschauercheck Bundesliga, 1. & 2. Runde]
Foto © FC Red Bull Salzburg via Getty Images

Die Fans lieben, wen sie immer liebten [Zuschauercheck Bundesliga, 1. & 2. Runde]

Die ersten zwei Runden der Admiral Bundesliga sind ausgetragen, alle Klubs hatten ein Heimspiel. Nach der langen Pause ändert sich eher nichts.

+ + 90minuten.at Exklusiv – Ein Zuschauercheck von Georg Sander + +

 

Am 23. Juli 2021 war es endlich wieder so weit: Neue Saison, wieder Fans in den Stadien. Und sie kamen, das erste Mal seit der letzten Runde im Grunddurchgang 2019/20 ohne Kapazitätsbeschränkungen. Nach zwei Runden bzw. je einem Heimspiel zeigt sich: Gegenüber der Zeit vor Corona gab es wenig Änderungen. Zur ersten Runde der Saison 2019/20 kamen im Schnitt 7.680 Besucherinnen und Besucher. Dieses Mal waren es in der ersten Runde 8.252, das ist zwar etwas mehr, aber 2018/19 waren es in der ersten runde knapp 8.000.

Inwiefern die 3G-Regel Fans vom Stadionbesuch abhält, ist nicht bekannt. Aufgrund der Zahlen dürfte die Schnittmenge von Verweigerern mit Fußballfans allerdings eher gering sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass ohne der 3G-Regel plötzlich 3.000 Menschen in die Südstadt kommen würden, ist dann doch eher gering.

Umgekehrt - und in aller sich gebührenden Ernsthaftigkeit - kann es auch wiederum sein, dass noch ungeimpfte Personen nicht ins Stadion können bzw. wollen. Oder auch doppelt Geimpfte von einem Besuch absehen, da sie (berechtigte) Sorgen wegen der Delta-Variante haben. Kurzum: Normal wie vor Corona ist die Situation mit Sicherheit nicht. Die Rückkehr der Fans ist unter den gegebenen Umständen nun einmal erlaubt.

Die paar mehr lassen sich wohl mit der langen Zeit ohne Fußball begründen, wiewohl die Heimspiele der SV Ried (4.650, Gegner die Austria) der WSG Tirol (1.300, Gegner Admira) und Altach (4800, Gegner LASK) im durchaus erwartbaren Rahmen liegen. Selbiges betrifft auch das erste Heimduell der Admira (1.637, Gegner Klagenfurt), die Austria (6.053, Gegner WSG Tirol) und den WAC (4.655, Gegner Sturm). Allesamt relativ normale Zuschauerzahlen.

 

Aus dem Rahmen fallend

Was war in den ersten beiden Runden durchaus bemerkenswert? Das Kärtner Derby zwischen Austria Klagenfurt und dem WAC war mit 13.495 Fans das bislang bestbesuchte. Rapid konnte gegen Hartberg nur 12.200 Menschen begrüßen. Ansonsten ist nun keine Zahl sonderlich aufregend hoch oder niedrig. Das beweist auch der bisherige Durchschnitt von 6.680. War der Wert nach einer Runde 19/20 noch unterhalb jenes Schnitts in der aktuellen Saison, so belief er sich nach 2 Runden 2019/20 auf 7.153.

Blickt man ein bisschen zurück, dann lag der Schnitt inklusive Grunddurchgang 2019/20 in den letzten Jahren seit 2011/12 (7.185) nur einmal noch über 7.000 (16/17, 7.046), aonsonsten stets unterhalb dieser Marke. In den letzten drei Spielzeiten (2017-Grunddurchgang 19/20) sogar stets unterhalb von 6.500.

 

Ausblick auf die Saison

Vorbehaltlicher möglicher Einschränkungen hinsichtlich der Zuschauerzahlen hat die Liga mit Austria Klagenfurt im Vergleich zu Absteiger SKN St. Pölten ein riesiges Stadion hinzubekommen. Die Landeshauptstädter aus dem Süden könnten im Vergleich zum Absteiger (3.497 im Schnitt im Grunddurchgang 2019/20) durchaus eine Verbesserung für die Liga bedeuten. Die WSG Tirol und die Admira werden den Schnitt mit Sicherheit nach unten drücken, Hartberg, Altach, der WAC und Ried werden – zum Teil auch aus Kapazitätsgründen – eher weniger in die Richtung der erträumten 10.000 Fans pro Spiel kommen bzw. kommen können. Der LASK ist noch auf gut 6.000 Besucher in Pasching limitiert. Die Austria wiederum wird nach schlechten Saison und mit derzeit schlechter Prognose auf Veränderung auch um jeden Fan raufen müssen.

Bleiben noch Salzburg und Sturm, die für einen 10.000er-Schnitt gut sind, vielleicht sogar leicht drüber – und logischerweise der SK Rapid. Und auch wenn die Hütteldorfer bei den Fans mit Sicherheit den ersten Platz haben werden, wird es sich kaum ausgehen, alle anderen zu kompensieren. Bislang gilt: Kaum signifikante Änderungen gegenüber vor Corona, die Fans lieben, wen sie lieben.

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