Wie sich Rapid-Präsident Wrabetz bei der Bundesliga ein blaues Auge geholt hat [Exklusiv]
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Wie sich Rapid-Präsident Wrabetz bei der Bundesliga ein blaues Auge geholt hat [Exklusiv]

Bei seiner ersten Bundesliga-Klubkonferenz musste der neugewählte Rapid-Präsident Alexander Wrabetz eine empfindliche Niederlage einstecken. Sein Auftreten sorgte bei manchem Klubvertretern für Kopfschütteln und bekam die Rechnung prompt präsentiert.

Dabei hätte es durchaus Gesprächsbedarf gegeben, da Wrabetz rund um den Präsidenten-Wahlkampf mit der Aussage "Ja, ich habe Rapid im Fernsehen bevorzugt" zu seiner Zeit als ORF-Chef sich nicht nur Freunde gemacht hat.

Michael Fiala

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Vergangenen Mittwoch, wenige Stunden vor der Weihnachtsfeier der österreichischen Bundesliga, fand traditionell auch die Klubkonferenz und Hauptversammlung statt. Martin Bruckner, der Vorgänger Wrabetz‘, schied dabei offiziell von seiner Tätigkeit im Aufsichtsrat der österreichischen Fußball-Bundesliga aus. Der SK Rapid hat als Nachfolger Alexander Wrabetz genannt. Doch dieser fiel durch. Stattdessen zieht nun Roland Daxl von der SV Ried etwas überraschend in den Aufsichtsrat der Bundesliga ein.

 

Wer zu spät kommt …

Laut Aussagen von mehreren Sitzungsteilnehmern war der Kurzauftritt von Alexander Wrabetz aber eher unglücklich und dürfte nicht bei allen Beteiligten für Zuspruch gesorgt haben, berichtete die APA. Wie Recherchen von 90minuten.at ergeben haben, ist Wrabetz laut Aussagen von zwei Klubvertretern gleich bei seiner ersten Sitzung zu spät gekommen. Dem nicht genug, habe sich der ehemalige ORF-Chef danach eher still und leise auf seinen Platz gesetzt, und sich bei den anderen Klubvertretern nicht einmal vorgestellt, obwohl sich Wrabetz danach der Wahl zum Aufsichtsrat gestellt hat. Dabei hätte es durchaus Gesprächsbedarf gegeben, da Wrabetz rund um den Präsidenten-Wahlkampf mit der Aussage "Ja, ich habe Rapid im Fernsehen bevorzugt" zu seiner Zeit als ORF-Chef sich nicht nur Freunde gemacht hat. Daxl hingegen war bereits im Sommer ein Kandidat als Nachfolger, wenn jemand aus dem Aufsichtsrat ausscheiden würde. 

Laut Sitzungsteilnehmern wirkte Wrabetz zudem nicht vorbereitet auf die Wahl. Dementsprechend kam es im Laufe der Sitzung zur Wahl zwischen Daxl und Wrabetz – mit besserem Ende für den Rieder Präsidenten. Mit 7:5-Stimmen gewann Daxl die Abstimmung der Bundesligisten vor allem mit den Stimmen der kleineren Vereine. Neben Rapid stimmten unter anderem Salzburg, Austria Wien, Sturm Graz und der Wolfsberger AC für Alexander Wrabetz. 

 

Rapid um Schadensbegrenzung bemüht

Rapid ist jedenfalls bemüht, den Schaden klein zu halten und meint dazu gegenüber 90minuten.at: „Der SK Rapid hat angeboten, im Falle eines Ausscheidens des nunmehrigen Ex-Präsidenten Martin Bruckner aus dem Aufsichtsrat den Platz nach zu besetzen. Das wurde im Rahmen der letzten Klubkonferenz nicht angenommen, selbstverständlich werden wir aber in allen anderen Gremien und Arbeitsgruppen intensiv mitarbeiten und die Interessen der Bundesliga und damit aller Klubs unterstützen. Gerade der neuen Vereinsführung des SK Rapid ist ein konstruktives und partnerschaftliches Miteinander mit Liga und Klubs ein Anliegen.“

Damit endet jedenfalls eine kurze Phase, in der Rapid im Bundesliga-Aufsichtsrat mit dabei war. Bruckner wurde im Juli 2021 als Nachfolger des damals ausgeschiedenen Markus Kraetschmer gewählt. Davor waren die Hütteldorfer drei Jahre lang nicht vertreten, als Ex-Präsident Michael Krammer und somit Rapid schon einmal >> ein Denkzettel verpasst wurde.

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