Es war einmal ein Fußballmeister [Reportage]
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Es war einmal ein Fußballmeister [Reportage]

Vor 20 Jahren feierte der GAK das Double, zehn Jahre später kickte man in der letzten Liga. 90minuten.at schildert die Geschichte in Gesprächen mit zwei prägenden GAK-Kickern: Didi Elsneg und Gerald Säumel.

Ich habe das als Jugendspieler mitbekommen, ich durfte mit den Profis mittrainieren und man hat dann gesehen, dass immer mehr Jugend in der Mannschaft war.

Dieter Elsneg

Mein Gedanke war eher, wie man den Verein auf Vordermann bringt. Dazu mussten wir die Spiele gewinnen, aber auch ein Klima schaffen, dass man als Kapitän sicherstellt, dass alle Gas geben.

Gerald Säumel

+ + 90minuten.at PLUS – Eine Reportage von Georg Sohler + +

 

15. Mai 2004. Der GAK hat gerade gegen den FC Superfund Pasching 1:1 gespielt, an und für sich kein Grund zum Jubel. Aber Austria Wien hatte in Mattersburg mit 1:4 verloren. Der GAK war nach 35 Spieltagen mit 72 Punkten nun für die Veilchen nicht mehr einholbar. In der 59. Minute hatte Köszegi das vorentscheidende 3:1 geschossen, die frohe Kunde wurde nach Oberösterreich getragen, schon vor Schlusspfiff wussten alle, was passiert war – der GAK ist Meister 2003/04. Präsident Rudi Roth weint, Walter „Schoko“ Schachner auf Händen getragen, „We are the Champions“. Nationale Fußballgrößen wie Toni Ehmann, Emanuel Pogatetz, Joachim Standfest, Mario Tokic, Martin Amerhauser, Rene Aufhauser, Mario Bazina, Samir Muratovic, Didi Ramusch, Roland Kollmann oder Ilco Naumoski haben den Traum wahr gemacht.

Es war ein Märchen mit Ansage. 1995 kehrte der Cupsieger von 1981 nach drei Jahren 2. Division wieder ins Oberhaus zurück. Aufstiegstrainer Hans-Ulrich Thomale führte den Klub auf Rang 4. Bereits 1997/98 war man endgültig in der nationalen Spitze angekommen, die deutsche Trainerlegende Klaus Augenthaler wurde Dritter, wiederholte das Kunststück. 2000 und 2002 holten die Rotjacken den Cup (sowie den Supercup) und 2004 das Double. Doch das sind alles alte Hüte. Der heute 35-jährige Kapitän Marco Perchtold wird das alles sicher bewusst mitbekommen haben, kickte ja damals in der Jugend bei dem Verein. Die anderen ältesten Spieler im aktuellen Kader, Markus Rusek, Christoph Nicht, Lukas Graf (alle 1994 geboren) als kleine Kinder. Der aktuell jüngste Kicker mit Saisoneinsätzen, Martin Murg, war damals noch gar nicht geboren. Als der 2005 geborene Mittelfeldspieler zehn Jahre alt wurde, war der GAK nach vier Konkursen gerade in der Unterliga Mitte, der sechsten und vorvorletzten Spielklasse zugegen – und das war nicht einmal der Tiefpunkt.

 

Hoch gestiegen

Für die sportlichen Geschicke verantwortlich ist heute Dieter Elsneg. Der bald 34 Jahre alte Mittelfeldmann ist sportlicher Leiter des GAK und kam im Meistersommer vom SV Strass in die U15 der Grazer. „Ich bin in Leibnitz zur Schule gegangen und habe mich stark für Fußball interessiert“, erinnert er sich im 90minuten.at-Gespräch heute, „Die Akademie war sehr gut geführt, es gab Schule, Internat und Training an einem Ort. Das hat den Ausschlag gegeben.“ Elsneg erinnert sich, zu den Profis aufgeschaut zu haben. Als er die fußballerische Karriereleiter langsam erklimmt, feiert die Kampfmannschaft weitere Erfolge. Im Sommer 2004 gewannen die Kicker an der Anfield Road nach 0:2 zuhause dank eines Tores von Mario Tokic mit 1:0. Bis Sommer 2010 (Rapid gegen Aston Villa) sollte das der einzige Sieg eines rot-weiß-roten Teams im Mutterland des Fußballs sein. 2004/05 holten Schachner und Co. den zweiten Platz.

2002 hatte der Schuldenstand laut Präsident Rudi Roth null Euro betragen, finanzielle Engpässe mehrten sich allerdings. Schon zuvor gab es Fragen, wie sich der Klub all die Stars leisten konnte. Im April 2005 sollte ein Zehn-Jahres-Vertrag des Sportvermarktungs-Unternehmens IMG Einnahmen von 50 Millionen Euro garantieren. Im Juni folgte Harald Sükar Roth als Präsident nach. Bereits im Juli 2006 schmiss Sükar hin. 1,2 Millionen Euro soll der Schuldenstand betragen haben, IMG stieg aus, Klagen kommen. Im Februar 2007 – die Rotjacken kickten unter Lars Søndergaard bestenfalls noch mit – brachte die Finanzprokuratur einen Konkursantrag ein. Die Schulden sollen über drei Millionen Euro hoch gewesen sein. Am 2. März 2007 bekamen die Grazer einen Masseverwalter, am 6. März wurden die Schulden auf über 15,5 Millionen Euro bemessen, rund zehn davon würden aber nicht schlagend werden. Der GAK braucht Geld, für einen Zwangsausgleich laut Medien 1,2 bis 1,3 Millionen Euro.

 

Die Bombe platzt mehrmals

Mitte März wurde die Bundesliga tätig. Der Senat 1 zog sechs Punkte ab, weil ein Spieler offene Forderungen gegenüber dem Verein einklagen wollte. Ende März wurden weitere 22 Punkte abgezogen. Im April soll sich die Summe der unbedingten Forderungen auf 25 Millionen Euro belaufen. „Ich habe das als Jugendspieler mitbekommen, ich durfte mit den Profis mittrainieren und man hat dann gesehen, dass immer mehr Jugend in der Mannschaft war“, so Elsneg. Die Turbulenzen konnte man als Teenager nicht einordnen, er fühlte sich auf einer „naiven Welle“, auf der mitgeschwommen wurde. Am 11. April verzichtete der GAK auf einen Bundesliga-Verbleib, am 30. April wurde die Lizenz für die zweite Leistungsstufe verweigert.

Noch blieben Elsneg und ein paar andere, die Regionalliga stand im Raum. „Die Wehmut war natürlich sehr groß“, erinnert er sich. Die dritte Liga in der Saison 2007/08 war für einen jungen Spieler aber noch immer eine gute Sache. Noch verblieb er. Doch der Verein strampelte weiterhin ums Überleben: Der erste Zwangsausgleich wurde im Mai 2007 gestemmt, bereits im Oktober desselben Jahres folgte der zweite Konkursantrag, fünf Millionen Euro Schulden standen zu Buche. Elsneg verließ den Verein im Sommer 2008 und heuerte bei Frosinone an. „Es war damals noch Leben drinnen, ich erinnere mich gerne an diese tolle, lehrreiche Zeit in der Regionalliga zurück“, meint er heute. Die Italiener wollten ihn schon länger, das Abenteuer war verlockend. Der Nachwuchsteamspieler absolvierte eine Handvoll Einsätze in der Serie B, der GAK schlitterte indes 2009 in den dritten Konkurs.

 

Endgültiger Crash

Und es kommt für den Verein noch schlimmer. Im Herbst 2010 stopft Ex-Präsident Roth noch einmal finanzielle Löcher, der Zwangsausgleich wird geschafft. Medienberichte über Schwarzgeldzahlungen an Spieler durch Peter Svetits machen die Runde. Außerdem werde gegen mehrere frühere Funktionäre wegen schweren Betrugs, Untreue und Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen ermittelt. Im September 2011 kommt es zu Anzeigen wegen des Verdachts der Abgabenhinterziehung, insgesamt ging es um 4,5 Millionen Euro in den Jahren 2000 bis 2006. Im November wird der damals schon als Austria Klagenfurt-Präsident tätige Svetits kurzfristig sogar festgenommen. Sportlich läuft es besser. Die Rotjacken spielen um eine Rückkehr in die 2. Liga, gewinnen die RLM. Nach einem 0:0 im Relegationshinspiel gegen den TSV Hartberg kommt es zum Eklat. Nach 77 Minuten steht es 3:0 für den TSV, GAK-Fans stürmen den Platz, das Spiel wird abgebrochen.

Foto © GEPA Früher Spieler, heute sportlicher Leiter: Dieter Elsneg

Bereits im Oktober wurde der vierte Konkursantrag gestellt. Die Überschuldung betrug „nur“ 200.000 Euro, dazu kamen Verbindlichkeiten für Mieten und Löhne von insgesamt rund 350.000 Euro sowie alte Finanz- und Kommunalsteuerschulden in der Höhe von rund 2,15 Mio. Euro. Am 30. Oktober war die Geschichte des GAK nach 110 Jahren vorerst zu Ende. Die Gerichte beschäftigten sich in Folge bis in die 2020er-Jahre hinein mit der Causa GAK. Erst 2021 etwa wurde das Verfahren gegen Svetits vonseiten der WKStA eingestellt. Bereits im Dezember 2012 wurde der „GAK 2012, Grazer Athletiksport Klub für Fußball“ kurz „GAK 2012“, gegründet. Zunächst durfte man aber wegen rechtlichen Problemen zwischen dem neuen Fußballklub und dem Stammverein nicht als GAK spielen, als GAC gab es Überlegungen, gemeinsame Sache mit einem anderen Verein zu machen wie etwa Gratkorn, Flavia Solva oder Kalsdorf. 2013/14 wurde der GAC in die 1. Klasse Mitte A, der achten Leistungsstufe, in das Ligasystem aufgenommen, im Jahr 2014 durfte man dann auch wieder mit dem K auflaufen.

 

Herzblut dran?

Didi Elsneg bekam all dies nur peripher mit. Sein einziges Tor für den Verein erzielte er am 9. Mai 2009 beim 2:0-Sieg über die UC AlbinoLeffe. Er wurde dabei in der 87. Spielminute für – ja, den - Zlatko Dedič eingewechselt und erzielte in der 95. Minute den Treffer zum 2:0-Endstand.

2010 wechselte er per Leihe von Frosinone zu Sampdoria Genua. Kurz davor hatte es Interesse vom SK Sturm gegeben. Letztlich wwurde weder daraus etwas, noch aus der Serie A. Im Sommer 2010 ging er nach Kapfenberg, zuerst per Leihe. „Der österreichische Fußball ist mittlerweile professioneller geworden“, sagt er heute, „Im Nachhinein ist schon auch sehr richtig interessant zu beobachten, warum ich mich schlussendlich für Frosinone entschieden haben. Wahrscheinlich ein bisschen auch das Abenteuer. Ich wollte einen Schritt nach dem anderen gehen. Italien ist doch wahrscheinlich schon noch ein härter Gradmesser, weil die Italiener dann doch sehr selbstbewusst mit ihrer Nationalität umgehen.“

Ob er sich ärgert, in einer Zeit so jung gewesen zu sein, als sich das Nationalteam noch nicht regelmäßig für die Europameisterschaft qualifizierte, die Liga so gut ist? Es überwiegen die positiven Dinge, meint er heute. Den GAK hat er in all der Zeit aber nie ganz aus den Augen verloren, zunächst aber nicht intensiv verfolgt: „In den ersten Jahren war viel Distanz da. Es ist auch immer von den handelnden Personen abhängig, ich habe ja nicht mehr in Graz gewohnt. Als dann die Erfolge gekommen sind, hat man es natürlich wahrgenommen.“ Außerdem war er da gerade beim SV Grödig, im Jahr 2013/14 später bei Ried.

 

Aufstieg um Aufstieg

Während sich Elsneg vier Saisonen in der Bundesliga verdingte, drei davon im Innviertel, stieg der GAK auf und auf und auf. Mittendrin war Gerald Säumel. Der defensive Mittelfeldspieler und Bruder von Sturm-Legende Jürgen kickte von 2000 bis 2007 für die Blackies, verbuchte eine einige Bundesliga-Einsätze. 2010 verließ er Sturm, heuerte in Leoben und Gratkorn an, im Sommer 2012 beim damaligen Regionalligisten GAK. „Da war viel dahinter, es war eine gewisse Fanbase dahinter und es war schade, dass der Knockout kam“, erinnert er sich im 90minuten.at-Interview zurück. Nach dem Konkurs war er noch bei Kalsdorf, hatte die da schon nur noch Halbprofikarriere eigentlich abgehakt. „Für die Bundesliga hat es nicht gereicht“, sagt er, „sportlich schon, aber mental nicht. In jüngeren Jahren hatte ich Probleme, meine Leistung abzurufen. Ich habe den Fußball genutzt, um mein Studentenleben zu finanzieren.“

Säumel studierte Rechtswissenschaften, die Fußballschuhe hingen eigentlich schon wirklich am Nagel. Auch wenn es die 8. Leistungsstufe war, war mit Gernot Plassnegger ein engagierter Trainer und Ex-Profi am Anfang des GAK-Neustarts da, der Kicker wollte mit dabei sein: „Mit ihm etwas aufzubauen, das war schon toll. Sportlich war es in der 1. Klasse weniger herausfordernd.“ Zur Illustration: Als der GAK im Mai 2014 Meister der achten Liga wurde, wurde der Titel gegen SV Gemeinde Weinitzen fixiert. Dort leben ein paar mehr als 2.000 Menschen. Im Jahr darauf war nach einem Sieg gegen Tobelbad – noch kleiner als Weinitzen – der Titel in der Gebietsliga gesichert. Sportlich ging es weiter hinauf. Aber: „Man muss jeden Gegner ernst nehmen. Mein Gedanke war eher, wie man den Verein auf Vordermann bringt. Dazu mussten wir die Spiele gewinnen, aber auch ein Klima schaffen, dass man als Kapitän sicherstellt, dass alle Gas geben.“ Säumel half mit, das sicherzustellen und sorgte dafür, dass das Rundherum mitkommt. Und: „Es hat Spaß gemacht, vor 2.000 Leuten zu spielen und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu gewinnen. Aber: Spätestens ab der Oberliga ist aufsteigen auch in diesen Ligen nicht einfach.“ Erst in der letzten Runde schaffte man den Titel, um in die Landesliga zurückzukehren.

 

Österreich-weit

„Die Erwartungshaltung war schon sehr hoch, wenn man nach 20 Minuten nicht geführt hat, waren die Fans schon unzufrieden. Du warst zum Siegen verdammt“, erzählt er. Der Durchmarsch war perfekt, auch die steierische Landesliga konnte die Rotjacken nicht stoppen. Nach Jahren der Lokalderbies ging es nun in der Regionalliga nach Oberösterreich und Kärnten. 20 statt 2.000 Fans, auswärts: „Für ein oberösterreichisches Dorf ist der GAK nicht so interessant. Sportlich wird es da aber schon.“ Die Säumel'sche Zeit neigte sich dem Ende zur. Arbeitsrecht wurde wichtiger als Kicken, er war in der RLM schon nur noch Back-Up, die Motivation für das Training schwand: „In der 2. Liga hätte der Verein auch keinen sportlichen Mehrwert mehr mit mir.“ Damit war Säumels Mission erfüllt. 2018/19 wurde der GAK Meister der Regionalliga Mitte und durfte somit in die 2. Liga aufsteigen.

Foto © GEPA Gerald Säumel feiert 2017 in der Oberliga.

In der Aufstiegssaison ein Teil der Elf: Didi Elsneg. Der Mittelfeldspieler hatte nach dem Abstieg der SV Ried einen „normalen“ Job angenommen. Er heuerte zudem bei Voitsberg in der Landesliga an. „Der Abstieg hatte geschmerzt, in drei Jahren habe ich mich dem Verein verbunden gefühlt. Ich hätte noch im Ausland weiterspielen können, aber da kam gerade mein zweites Kind auf die Welt und ich habe bei Knapp angefangen“, erzählt er. Natürlich, irgendwo anders hätte er noch ein paar Tausender mehr verdienen können, aber diese Situation, gepaart mit dem emotionalen Tief, brachte ihn zu dem Entschluss. Elsneg kehrte nach Graz zurück, schoss sechs Tore und zog sich dann im Oktober 2018 einen Kreuzbandriss zu, später einen Fußbruch. 2019/20 spielte er elf Spiele, im Jahr darauf nur noch drei. Dieses Mal war es die Achillessehne. Er habe „wenige Spiele gemacht, aber es sind schon viele Erinnerungen hochgekommen an die Zeit, als ich 16, 17 war. Sich wieder zu beweisen, zu zeigen, dass man es in die Erfolgsspur gebracht hat, das war schön.“ Der GAK entwickelte indes zu einem soliden Zweitligisten. Im Juli 2021 wurde der Spieler nach der Karriere zum Sportlicher Leiter.

 

An der Schwelle zur Bundesliga

All das hätte schon fast 2023 im Frühjahr zum ganz großen Erfolg geführt.Im Sommer 2022 hate Elsneg Routinier Michael Liendl geholt. Die 2. Liga war spannend. Mit Horn, Amstetten, SKN St. Pölten, dem GAK und Blau Weiß Linz sind fünf verschiedene Teams Tabellenführer. Im Frühjahr kommt es zum Dreikampf, aus dem sich der SKN verabschiedet. Die letzten Runden – ein Krimi. Noch nach 27 Spieltagen führte BW Linz zwei Punkte vor dem SKN und dem GAK. Ein oberösterreichischer Umfaller gegen Horn, die St. Pöltner zogen in Kapfenberg den Kürzeren. Der GAK hatte 56 Punkte, BWL 55, der SKN 53. Spieltag 29: Siege für die Grazer und die Linzer, St. Pölten war raus, Fernduell um den Aufstieg. Die Blau-Weißen traten daheim gegen Sturm II an, die Rotjacken im Ländle beim FC Dornbirn. Die Ausgangslage: Bei einer Niederlage des GAK und eines Pünktchens der Linzer wäre der Aufstiegstraum geplatzt. Kurzum: Um sicher zu gehen, musste ein Sieg her.

Beide Spiele wurden angepfiffen und just der heutige Blau-Weiß-Sportdirektor Christoph Schößwendter traf nach 33 Minuten ins eigene Tor. Da es im Ländle noch 0:0 stand, war der GAK somit Bundesliga-Aufsteiger. Kurz nach Wiederanpfiff glich Ronivaldo aus, noch immer würden Liendl und Co. den Aufstieg feiern. Die Schlussminuten waren nichts für schwache Nerven. In der 86. Minute traf Danilo Mitrovic und brachte die Linzer in die Bundesliga. Augenblicke später auf der Birkenwiese schoss Luis Gustavo die Vorarlberger in Front. Doch Milos Jovicic glich aus. Zu dem Zeitpunkt: 61 Punkte BW Linz, 60 GAK. Trotz acht Minuten Nachspielzeit trafen die Rotjacken nicht. Schlusspfiff. Tal der Tränen.

 

Angriff nehmen

„Das war bitter und traurig“, reflektiert Elsneg wenige Monate nach dem Spiel, „Nach der Heimfahrt und ein paar Stunden Schlaf hatte ich mentale Kämpfe: Was mache ich jetzt?“ Weiter, das war die Antwort. Am nächsten Tag fuhr er ins Büro und es war klar, dass man eine Mannschaft braucht, die jetzt dran bleiben kann. Bei dem einen oder anderen im Verein bzw. Kader dauerte es wohl länger mit dem Verarbeiten. Geklappt hat es jedenfalls. Der GAK hat von den 16 Spielen im Herbst alle bis auf drei gewonnen, zwei Niederlagen und ein Remis stehen zu Buche. Die Verfolger sind zehn und mehr Punkte weit weg, der erklärte Aufstiegsfavorit SKN St. Pölten schlitterte in die (sportliche) Krise. Ein Aufstieg ist möglich, keine Pflicht, aber wahrscheinlich. Was unterscheidet den GAK von heute vom GAK von damals?

„Ich kann das jetzt so nicht beurteilen“, meint Elsneg, „Ich weiß nicht, wie die Budgetierung war oder wie viel Risiko man gegangen ist. Heute kenne ich die Struktur und das Organigramm, die Leute zerreißen sich im Sinne des Erfolgs und der Weiterentwicklung. Der Zusammenhalt ist brutal.“ Für den sportlichen Bereich gibt es weniger Geld als bei anderen Vereinen, das liegt eben auch an den vielen, vielen Jahren Geschichte, die der Klub mit sich bringt – aber alles mit dem Bezug zur Realität. Aber: „Das große Ziel, das ist die Bundesliga.“ Mit so viel Zusammenhalt wird das vermutlich erreicht werden.

 

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