Das ewige Duell zwischen Barça und Real

Die spanische Primera División wird seit Jahren von den Schwergewichten FC Barcelona und Real Madrid dominiert – die ab und zu von Atlético Madrid geärgert werden. Da die Rojiblancos einen der heftigsten Umbrüche ihrer jüngeren Geschichte hinter sich haben, sieht es einmal mehr nach einem Zweikampf um den Titel in Spanien aus.

Von Alexander Kords

 

Die Favoriten auf die Meisterschaft: Vor 15 Jahren wurde mit dem FC Valencia zum letzten Mal ein Club spanischer Club Meister, der nicht der FC Barcelona, Real oder Atlético Madrid war. Doch auch der Titel von Atlético in der Saison 2013/14 war nicht mehr als eine Ausnahme, da die Schwergewichte Real und Barça die restlichen 14 Meisterschaften unter sich aufgeteilt haben. Zuletzt hatte Barcelona mit zwei Titeln in Serie die Nase vorn, und danach sieht es auch für die kommende Spielzeit aus. Das Team um Lionel Messi spielt im Kern seit Jahren zusammen, während Real Madrid nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo im vergangenen Sommer erst noch seine neue Identität suchen muss.

Die Kandidaten für Europa: Hinter Real und Barça ist Atlético Madrid seit Jahren die dritte Kraft im spanischen Fußball. Ob es nach dem Abgang von Leistungsträgern wie Antoine Griezmann (zum FC Barcelona), Lucas Hernández (zum FC Bayern München), Rodri (zu Manchester City) und Diego Godín (zu Inter Mailand) für eine Bestätigung des zweiten Platzes aus der Vorsaison reichen wird, darf jedoch stark bezweifelt werden. Stattdessen sind der FC Valencia und der FC Sevilla heiße Anwärter auf die beiden Champions-League-Plätze hinter Real und Barcelona.

Die potentielle Überraschung: Vor einigen Wochen sorgte der Transfer von Nabil Fekir für Aufsehen. Der französische Weltmeister, der unter anderem vom FC Liverpool, Bayern München und Juventus Turin umworben war, ging letztlich zu Betis Sevilla. Der Zehnte der vergangenen Saison musste noch dazu nur knapp 20 Millionen Euro für Fekir an Olympique Lyon überweisen. Bei den Andalusiern ist der Franzose nun der zentrale Spieler, um den weitere Hochkaräter versammelt sind. Mit William Carvalho spielt ein portugiesischer Europameister im defensiven Mittelfeld, mit Andrès Guardado ein Mexikaner davor, der schon über 150 Länderspiele absolviert hat. Die spanischen Nationalspieler Marc Bartra und Sergio Canales sowie vielversprechende Nachwuchskräfte wie Alfonso Pedraza und Emerson könnten durchaus dafür sorgen, dass Betis Sevilla im Herbst 2020 europäisch spielt.

Die Stars: Die spannendsten Spieler der Liga tummeln sich selbstverständlich bei den drei Großclubs aus Barcelona und Madrid. Obwohl er bereits in seine 15. Profisaison geht, ist Lionel Messi nach wie vor einer der besten Fußballer des Planeten. Unterstützt wird er in der furiosen Barça-Offensive von Luis Suárez, Antoine Griezmann und Ousmane Dembélé. Real Madrid hat in Eden Hazard möglicherweise endlich einen Nachfolger für Cristiano Ronaldo gefunden, und bei Atlético Madrid darf man gespannt sein, wie sich der junge Portugiese João Félix schlägt.

Die Top-Transfers: Zwar hat die Premier League mit gut 1,5 Milliarden Euro im Sommer über 300 Millionen Euro mehr ausgegeben als die Primera División. Während allerdings die englischen Teams keinen einzigen 100-Millionen-Transfer getätigt haben, waren es in Spanien gleich drei. Der teuerste Spieler des Sommers war der 19-jährige Portugiese João Félix, für den Atlético Madrid 120 Millionen Euro an Benfica Lissabon überwiesen hat. Betrachtet man die reinen Transfersummen ohne Bonuszahlungen, dann ist Félix damit hinter Neymar, Philippe Coutinho und Kylian Mbappé der viertteuerste Fußballer aller Zeiten. Zwei Plätze dahinter liegt Antoine Griezmann, der Top-Neuzugang des FC Barcelona. Für den flossen 120 Millionen Euro auf das Konto von Atlético Madrid. Den dritten 100-Millionen-Mann des Sommers sicherte sich Real Madrid in Person von Eden Hazard. Dessen Transfer kostete die Madrilenen zunächst exakt 100 Millionen Euro, die sich aber mit Bonuszahlungen auf bis zu 145 Millionen Euro erhöhen könnten. Angesichts dieser Summen gerieten weitere Einkäufe wie der von Frenkie de Jong (für 75 Millionen Euro von Ajax Amsterdam zum FC Barcelona) und Luka Jović (für 60 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid) etwas in den Hintergrund.

Der Zeitplan: Der amtierende Meister FC Barcelona spielt am 16. August 2019 bei Athletic Bilbao und eröffnet damit die neue Saison in der Primera División. Ihr Ende findet sie am 38. Spieltag, der am 24. Mai 2020 auf dem Programm steht. Eine richtige Winterpause macht La Liga nicht, stattdessen geht sie den Jahreswechsel ein wenig ruhiger an. Auf den 18. Spieltag, der kurz vor Weihnachten ausgetragen wird, folgt eine zweiwöchige Pause, die am Wochenende vom 4./5. Jänner 2020 mit dem 19. Spieltag beendet ist. Bis zum 20. Spieltag dauert es dann aber wieder zwei Wochen – genug Zeit also, um Kraft für den heißen Endspurt in Liga und Europacup zu tanken.

Die Highlight-Partien: Die Augen der Fußballwelt sind regelmäßig nach Spanien gerichtet, wenn sich die Schwergewichte FC Barcelona und Real Madrid gegenüberstehen. In der kommenden Saison findet der Clásico am 27. Oktober 2019 (in Barcelona) und am 1. März 2020 (in Madrid) statt. Spannend wird auch das Derbi madrileño zwischen Real und Atlético. Das Hinspiel im Wanda Metropolitano steigt am 29. September 2019, das Rückspiel am 2. Februar 2020 im Santiago Bernabeu.