Teil II: Die schlechtesten Transfer-Entscheidungen von ÖFB-Spielern

Teil II: Die schlechtesten Transfer-Entscheidungen von ÖFB-Spielern

Von Deni Alar bis Hannes Wolf: Diese Transfers würden diese elf ÖFB-Kicker wohl nicht nochmal so machen.

Manchmal will es einfach nicht funktionieren.

Wenn ein Profi-Fußballer wechselt, dann ist immer Risiko dabei. In einigen Fällen weniger, in anderen Fällen mehr. Damit ein Transfer so richtig scheitert, dafür muss aber schon viel schiefgehen.

90minuten hat sich durch die letzten Jahrzehnte an Transfers von ÖFB-Kickern gewühlt und elf der schlechtesten Transfer-Entscheidungen näher angesehen. Diesmal sind auch Spieler dabei, die nicht für das A-Nationalteam aufliefen. Zumindest waren aber alle davon U-Teamspieler.

Teil I der schlechtesten Transfer-Entscheidungen von ÖFB-Spielern >>>

Hannes Wolf

Hannes Wolf
Foto © imago / Karina Hessland

Red Bull Salzburg zu RB Leipzig (2019)

Schon bevor der damals 19-Jährige überhaupt ein Spiel für die Deutschen spielte, stand der Wechsel unter keinem guten Stern. "Das nervt uns alle, wenn immer vom großen Bruder Leipzig gesprochen wird. Diese Phase, dass jeder von uns nach Leipzig gehen will, ist lange vorbei", meinte er in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" kurz vor dem Europa-League-Duell mit RB Leipzig.

Zwei Wochen später wurde sein Wechsel zu Leipzig offiziell. Im ersten Halbjahr fehlte er verletzt, nach seiner Rückkehr saß er zumeist auf der Bank und wollte weg.

Das störte den damaligen RB-Coach. "Es wird keinen im Leben weiterbringen, wenn ich immer nur weglaufe, wenn etwas nicht gut funktioniert", sagte Julian Nagelsmann.

Neben dem Platz gab es das eine oder andere Skandälchen rund um das ÖFB-Talent - Stichwort Protzvideo oder Goldsteak. Nach einem Jahr ging es zuerst leihweise und dann fest nach Gladbach, wo er nach einer soliden ersten Saison jedoch neuerlich nicht glücklich wurde.

Michael Baur

Michael Baur
Foto © GEPA pictures

FC Tirol zu Urawa Reds (1997)

Er kam als Wunschspieler von Chefcoach Horst Köppel (ehemaliger Tirol-Trainer) und ging aus privaten Gründen vier Monate später schon wieder.

Baurs Zeit in Japan verlief grundsätzlich nicht unerfolgreich. Er war Stammspieler und verlor nur eine seiner sieben Partien mit dem Klub. Er habe zwar viele Erfahrungen gesammelt, das Heimweh überwog aber.

"Ich fühle mich nicht wohl, meine Tochter weint nachts", erklärte Baur, weshalb es für ihn wieder zurück in die Heimat, zum FC Tirol, ging.

Michael Gregoritsch

Michael Gregoritsch
Foto © IMAGO / Gonzales Photo

SC Freiburg zu Bröndby (2025)

Für mehr Spielzeit - und um die Chancen auf eine WM-Nominierung zu wahren - wechselte "Gregerl" erstmals ins nicht-deutschsprachige Ausland. Bei Bröndby sollte der ÖFB-Stürmer mehr Spielzeit bekommen und die Möglichkeit auf seinen ersten Titel (im Erwachsenenbereich) bekommen.

Beides sollte nicht passieren. Nach einem Trainerwechsel Anfang September stand er nur noch ein Mal in der Startelf. Schon im Winter brach er das Kapitel Dänemark vorzeitig ab und kehrte in seine gewohnte Umgebung, die deutsche Bundesliga, zurück.

Es ging zum zweiten Mal nach Augsburg, wo Gregoritsch während seiner Leihe mit neun Scorern in 17 Spielen voll einschlug. Auch deshalb verpflichtete der FCA den Stürmer anschließend fest.

Richard Kitzbichler

Richard Kitzbichler
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Austria Salzburg zum Hamburger SV (2002)

Es war doch eigentlich angerichtet. Nach einigen Jahren wagte der Salzburg-Führungsspieler erstmals den Sprung ins Ausland, im Alter von 28 Jahren. Mit Kurt Jara erwartete Kitzbichler sogar einen österreichischen Trainer beim HSV und dann kam auch noch ein Ex-Kollege, Michael Baur, nach.

"Baur ist weit, Kitzbichler ganz weit weg, beim HSV zu spielen", fasste der damalige Teamchef Hans Krankl die Situation der beiden ÖFB-Kicker beim HSV zusammen. Sieben Bundesliga-Spiele (221 Minuten) machte Kitzbichler insgesamt für den Vierten der Saison 02/03. Für den HSV II in der Regionalliga kam er auf doppelt so viele Einsatzminuten.

Nach einer Saison endete das Missverständnis. Kitzbichler zog zur Austria weiter.

Yasin Pehlivan

Yasin Pehlivan
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Gaziantepspor zu Bursaspor (2013)

Ein Präsident, der im Gefängnis war, ausbleibende Gehälter und eine monatelange Verletzungspause. Die Spielzeit 2012/13 bei Gaziantepspor hatte es in sich für Pehlivan. Aufgrund der ausbleibenden Zahlungen durfte er den Klub immerhin ablösefrei gen Bursaspor verlassen.

Vor allem wegen des Trainers, Hikmet Karaman, entschied sich der Mittelfeldmann für den Wechsel. Unter ihm erlebte Pehlivan seine beste Zeit bei Gaziantepspor. Das Problem: Karaman wurde nach dem Europa-League-Qualiaus - und damit noch vor dem ersten Spieltag in der Liga - entlassen.

Unter Neo-Coach Christoph Daum war der 17-fache ÖFB-Teamspieler nur eine Randfigur im Kader. Nach einer Saison wechselte er erneut, zum kommenden Absteiger Erciyesspor.

Romano Schmid

Romano Schmid
Foto © GEPA

Sturm Graz zu Red Bull Salzburg (2017)

600.000 Euro überwiesen die "Mozartstädter" für das damals 17-jährige Talent von Sturm Graz. Es ist bis heute der teuerste Transfer eines U18-Österreichers.

"Wir freuen uns sehr, dass wir mit Romano eines der größten Talente des österreichischen Fußballs von unserem (...) Weg begeistern konnten", meinte Salzburgs damaliger Sportdirektor Christoph Freund vor neun Jahren über den Transfer.

Doch die hohen Erwartungen konnte das junge Talent - zumindest in Salzburg - nie so wirklich erfüllen. Schmid kam fast ausschließlich bei Liefering oder in der Youth League zum Einsatz.

Für die "Bullen" spielte der heutige ÖFB-Teamspieler nur ein Mal: 28 Minuten am letzten Spieltag 2017/18 (0:4 gegen die Austria).

Für den Spieler ging die Sache am Ende aber gut aus: Werder Bremen schlug 2019 zu und verlieh ihn zwei Saisons zum WAC, wo er im Erwachsenenfußball ankam. An der Weser wuchs er später zum gestandenen Bundesliga-Spieler heran.

Dominik Fitz

Dominik Fitz
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FK Austria Wien zu Minnesota United (2025)

Mit den Veilchen war er bis zum Ende der Saison 2024/25 voll im Titelkampf dabei, spielte gleichzeitig noch seine individuell beste Saison. Und dann?

Es klopften offenbar keine Klubs aus großen Ligen an, wohl auch darum ging es für ihn in die MLS. Bei Minnesota fand er keinen Anschluss: 2025 kam er auf etwas mehr als 200 Minuten, in der Folgesaison absolvierte er deutlich mehr Einsätze für die zweite Mannschaft (180 Minuten) als für die erste (17 Minuten).

"Es war nicht leicht - vor allem, wenn man dann auch noch so weit weg ist von daheim", gab Fitz im Interview mit der "Bundesliga" zu.

Zu allem Überfluss holten der Klub im Februar 2026 dann auch noch James Rodriguez. Zugegeben - der Kolumbianer konnte sich ebenfalls nicht durchsetzen.

Das unglückliche Kapitel Minnesota ist zumindest vorübergehend vorbei, in der Saison 2026/27 spielt Fitz leihweise beim WAC.

Valentin Grubeck

Valentin Grubeck
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Austria II zu Austria Salzburg zu Grödig zu Lustenau (2015-2017)

Die Dosis macht bekanntermaßen das Gift. Ein Mal zu einem Klub zu wechseln, der finanzielle Probleme bekommt, kann passieren. Passiert das zwei Mal, ist schon viel Pech. Aber drei Mal? Das ist einfach nur bizarr.

So passiert bei Valentin Grubeck. Nachdem er von der zweiten Mannschaft der Veilchen zu Austria Salzburg wechselte, gab sein neuer Klub im November die Insolvenz bekannt.

Für Grubeck ging es weiter zum SV Grödig, der sich nach dem Abstieg am Saisonende wegen wirtschaftlicher Gründe völlig aus dem Profigeschäft zurückzog. Auch bei seinem nächsten Verein, Austria Lustenau, gab es zumindest in erster Instanz Probleme mit der Lizenz. Die Vorarlberger hielten sich allerdings in der Liga.

Deni Alar

Deni Alar
Foto © GEPA

Sturm Graz zu SK Rapid (2018)

Alar hatte bei seiner Rapid-Rückkehr eine klare Mission: "Ich will schaffen, was ich bisher mit Rapid noch nicht geschafft habe: Meister werden!"

Alars 1. Rapid-Interview: "Hätte das nie geglaubt" >>>

Nach zwei erfolgreichen Jahren mit starken Zahlen kam der Stürmer, 2017/18 sogar Sturm-Kapitän, zurück. Die durchwachsenen letzten drei Jahre während seines ersten Rapid-Stints wollte er vergessen machen - und an zwei gute Saisons in Graz anknüpfen.

Dieses Unterfangen scheiterte schon in der ersten Saison. Goran Djuricin, der Alar zurückholte, wurde Anfang Oktober entlassen. Unter Nachfolger Didi Kühbauer spielte Alar keine wirkliche Rolle.

Ein Leihjahr bei Levski Sofia änderte an Alars Rolle in Hütteldorf ebenfalls nichts mehr. Nach einer weiteren Saison mit fast keiner Spielzeit ging es ablösefrei in die zweite Liga. Alars Bilanz beim zweiten Rapid-Engagement: 36 Spiele, sieben Tore, zwei Vorlagen.

Und der anvisierte Meistertitel? Den holte Rapid bekanntermaßen auch nicht.

Philipp Hosiner

Philipp Hosiner
Foto © GEPA

Union Berlin zu Sturm Graz (2018)

"Es passt nicht jeder Spieler zu jeder Mannschaft", so lautete die Erkenntnis von Sturm-Geschäftsführer-Sport Günter Kreissl über den Transfer des früheren Austria-Meisterhelden.

Ironischerweise war Hosiner der Ersatz von Deni Alar, der bei Rapid ähnlich schlecht einschlug. Unter Heiko Vogel als Fixstarter gekommen, nahmen Hosiners Einsatzzeiten schon ab Anfang September ab. Mit dem Trainerwechsel zu Roman Mählich im November war seine Zeit vorbei. Danach spielte er nur noch 64 Minuten in der Bundesliga.

Und damit war das Kapitel Sturm für Hosiner auch schon beendet. Im Sommer 2019 ging es zurück nach Deutschland, zum Chemnitzer FC in die 3. Liga.

Dario Maresic

Dario Maresic
Foto © imago images / PanoramiC

Sturm Graz zu Stade Reims (2019)

Er kam als eines der größten Innenverteidiger-Talente Österreichs in die Ligue 1. Mit 19 Jahren Stammspieler bei Sturm, wagte er den großen Schritt nach Frankreich, wo er acht Monate auf sein Debüt bei der ersten Mannschaft warten musste.

Bei diesem einen Ligaspiel blieb es in der ersten Saison auch, allerdings hatte das weniger sportliche Gründe. Die Ligue-1-Saison wurde wegen Corona abgebrochen. Besonders bitter: Maresic hätte ab März aufgrund einer Verletzung eines Konkurrenten mit mehr Einsätzen rechnen dürfen.

In der Saison darauf wurde ihm dann "sehr schlecht kommuniziert", wie er selbst bei "Sky" erzählte. "Jedes Mal zu hören, dass man super trainiert und eine super Einstellung hat, aber nie die Chance bekommt, hat mich irgendwann genervt. Dann war es richtig, dass man getrennte Wege gegangen ist."

2021 ging es leihweise zum LASK, ein Jahr später nach Kroatien zu NK Istra. Die Kroaten verpflichteten Maresic später fest. Heute spielt er bei Hajduk Split regelmäßig.

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