Elchtest im Titelkampf folgt erst
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Elchtest im Titelkampf folgt erst

Sturm Graz wirft Red Bull Salzburg wieder aus dem Cup, der SK Rapid remisiert in Salzburg, während die Blackies gegen den LASK gewinnen. Wird es eine titellose Salzburg-Saison? Möchte man meinen, es gibt jedoch Dinge, die dagagen sprechen.

+ + 90minuten.at PLUS - Von Georg Sohler + +

 

Die Schlussphase bei Red Bull Salzburg gegen den SK Rapid ist unser Momentum am Montag.

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Es ist schon wieder etwas passiert. Nach dem Ausscheiden der Bullen im Cup erreicht Rapid in Wals-Siezenheim ein 1:1-Unentschieden. Durch den Sieg des SK Sturm gegen den LASK beträgt der Vorsprung der Bullen nur noch drei Punkte. Nachdem seit Donnerstagabend klar ist, dass der Cup-Titel nicht nach Salzburg geht, sondern nach Graz oder Wien, wirkt auch die Meisterschaft nun wieder sehr spannend. Das liegt zu einem Gutteil an Robert Klauß, der die Hütteldorfer aus einem spielerischen Tal der Tränen am LASK vorbei geschummelt hat. In Runde 29 wird es nun also zum vermutlich alles entscheidenden Duell zwischen den Bullen und den Blackies kommen. Bei Punktgleichheit wird es übrigens schwierig. Zwei Saisonduelle endeten Remis, in Graz gewannen die Salzburger mit 1:0. Diesen „Rückstand“ müssen die Herausforderer erst einmal aufholen. Endet das Spiel mit 1:0 für die Grazer, geht es um die Tordifferenz, dann um die Zahl der erzielten Tore, mehr Siege und in weiterer Folge um die höhere Anzahl an Auswärtssiegen und letztlich um die in diesen Auswärtsauftritten erzielten Tore. Da haben die Bullen aktuell die Nase vorne.

 

Da sein, wenn Salzburg auslässt

Und das in durchaus schwierigem Umfeld. Salzburg hat eine durchwachsene Saison. Auch wenn Trainer Gerhard Struber bei den Fans mittlerweile umstritten ist, so hatte er eben erst eine Vorbereitung mit der Mannschaft. Und der Verletzungsteufel wütet diese Saison. Zeitweise waren mehr als eine ganze Startelf verletzt. Aktuell fehlen Routinier Andreas Ulmer, Nationalspieler Samson Baidoo, Ersatzkapitän Amar Dedić, Mittelfeldfighter Nicolás Capaldo, die Unterschiedspieler Maurits Kjaergaard und Oscar Gloukh sind im Saisonfinish fraglich, ebenso Fernando. Dazu kommen noch eine Reihe weiterer zwischenzeitlicher Ausfälle. Das ist alles in allem schon außergewöhnlich, aber genau darum geht es: Dass ein anderer Klub durchzieht, wenn die Bullen auslassen.

 

Bestätigung gefragt

Bis zu dem vermutlich vorentscheidenden Duell müssen die Salzburger zum LASK und spielen dann zweimal gegen Austria Klagenfurt. Herausfordernd, aber leichter als das Programm der Steirer. Hartberg und zweimal Rapid sind da schwerer zu knacken. Die Aussicht auf den ersten nicht-RBS-Titel seit 2012/13 erscheint in dem Zusammenhang nicht so rosig, wie der Cupsieg und das letzte Wochenende vermuten lässt. Zur Erinnerung: Die Hütteldorfer hecheln nicht nur dem ersten Titel seit 2008 nach, sondern müssen auch darauf achten, nicht zurückzufallen. Klagenfurt und Hartberg sind nur drei Punkte dahinter, der LASK hat auch 21 Zähler am Konto. Auch ein Blick auf die Formtabelle spricht übrigens nicht so ganz für Sturm. Salzburg gewann die ersten drei Meistergruppenspiele, Sturm spielte Unentschieden-Sieg-Niederlage-Sieg, Rapid Remis-Remis-Sieg-Remis.

Die Wiese ist also alles andere als g'maht für einen Meistertitel des SK Sturm, so ehrlich muss man dann am Ende auch wieder sein. Der Elchtest, also die Frage, ob es wirklich reicht, wird erst beantwortet werden. Für Sturm könnte nämlich just der Klub, der für sich in Anspruch nimmt, der beste Klub des Landes zu sein, zum Stolperstein werden. Diesen Elchtest müssen die Grazer noch erst bestehen. Zur Erinnerung: Seit 2018/19 spielten die Bullen 54 Meistergruppenspiele. Nur drei gingen verloren.

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