ÖFB: Im Sinne des Fußballs handeln

ÖFB: Im Sinne des Fußballs handeln

Der Best Case für das Cup-Finale ist tatsächlich wieder eingetreten. Rapid trifft in Klagenfurt auf Sturm und einem Fußballfest steht fast nichts im Wege. Wenn der ÖFB es zulässt, dann könnte man auch die Ärgernisse vom letzten Mal verhindern.

Wenn ihr eine würdige Siegesfeier wollt, dann gebt dem Stadionsprecher des Siegers das Mikro und einem Mitarbeiter des Vereins den Knopf an der Musikanlage in die Hand.

Jürgen Pucher

 

+ + 90minuten.at PLUS - Ein 12 Meter von Jürgen Pucher + +

 

Nachdem Sturm am Donnerstag Red Bull aus dem Bewerb geworfen hat, steht die Neuauflage des Cupfinales aus dem letzten Jahr fest. In Klagenfurt treffen am 1. Mai Sturm und Rapid aufeinander, Völkerwanderungen aus Graz und Wien an den Wörthersee garantiert. Das ist natürlich zunächst einmal ganz wunderbar. Die beiden größten und wichtigsten Fangruppen des Landes werden wieder alle Register ziehen und sie werden dem Spiel einen Rahmen geben, wie es ihn in Fußball-Österreich nicht oft gibt. Wer sich das noch einmal vergegenwärtigen möchte, der möge sich die Videos aus 2023 zu Gemüte führen.


Die Vereine einbinden

Da es nun erneut zu diesem Spiel kommen wird, möchte ich den heutigen Eintrag hier nützen, um einen Appell an den Veranstalter zu richten. Nämlich an den Österreichischen Fußballbund. Im Sinne beider Fangruppen sei hiermit dringend ersucht, sich mit den Klubs bei der Organisation zusammenzutun und deren Input einfließen zu lassen. Insbesondere meine ich damit die Dramaturgie vor und nach dem Spiel. Letztes Jahr wurden die Versuche diesbezüglich eher hochnäsig abgewimmelt und Rapid und Sturm mussten sogar darum ringen, vom jeweiligen eigenen Stadionsprecher die Aufstellungen zelebrieren zu lassen. In Wirklichkeit müsste die Einbindung der Vereine aber weit darüber hinausgehen. Deswegen hier frei Haus drei Punkte für die Herrschaften beim ÖFB, die ein solches Spiel im Stadion auch vor und nach den 90 oder 120 Minuten zu einem Fest machen würden:

  • - Lasst Lukas Marek und Thomas Seidl das gesamte Vorprogramm gemeinsam organisieren und zelebrieren. Niemand, wirklich niemand, braucht das unendliche öde „Wo sind die Fans des SK Sturm/Rapid“ in Dauerschleife. Beide Klubs haben ihre Rituale und es wäre doch schön, könnte man in diesem „Spiel des Jahres“ den Fans diese Momente gönnen.
  • - Versucht zumindest, ein einigermaßen passendes und zeitgemäßes Musikprogramm ins System zu laden. Man muss nicht nach 30 Jahren noch immer „We are the Champions“ und dergleichen abspulen.
  • - Und, das Wichtigste zum Schluss: Lasst die Fans singen, wenn das Spiel zu Ende ist. Lasst sie ihre Mannschaft feiern und spult nicht stur und stupide das Programm ab. Sie wissen am besten, wie man das macht. Völlig plan- und sinnlos platzierte Musikeinspielungen, die wie das Amen im Gebet genau dann in absurder Lautstärke gestartet werden, wenn die Kurve gerade etwas anstimmt, wie es im letzten Jahr der Fall war, sind ein absoluter Stimmungskiller. Wenn ihr eine würdige Siegesfeier wollt, dann gebt dem Stadionsprecher des Siegers das Mikro und einem Mitarbeiter des Vereins den Knopf an der Musikanlage in die Hand.

 

Das Wesentliche in den Vordergrund

Würde man diese Punkte beim veranstaltenden Verband berücksichtigen, täte man allen einen Gefallen. Den Klubs und ihren Fans, der übertragenden TV-Anstalt, die bessere Bilder rund um das Spiel hätte und nicht zuletzt sich selbst. Der ÖFB sollte als Veranstalter ja auch ein Interesse daran haben, dieses wichtigste Spiel im Jahr abseits von Länderspielen, so gut als möglich zu präsentieren.

Eigene Eitelkeiten sollten hintangestellt werden, das Wesentliche in den Vordergrund rücken. Alle gemeinsam sollen ein Fußballfest erleben können und dürfen, das nicht kaputt-choreografiert wird. Ich ersuche hiermit den ÖFB, das zu ermöglichen.

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