Dann geht’s halt [Momentum am Montag]
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Dann geht’s halt [Momentum am Montag]

Der Abstiegskampf in der Admiral Bundesliga wird eng und enger – angesichts dessen, was Austria Lustenau und die WSG Tirol liefern, darf man sich auf den GAK freuen.

+ + 90minuten.at PLUS - Von Georg Sohler + +

 

Die Niederlage der SV Ried gegen den FAC ist unser Momentum am Montag.

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Abstiegskampf ist immer eine Frage der Herangehensweise, vor allem, wenn einem nach 22 Runden die Hälfte der Punkte weggenommen wird. Die zwei Letztplatzierten der Bundesliga bewerben sich heftig um einen Abstieg. Der GAK wiederum ist, auch dank des Sieges des FAC gegen die Rieder, ein guter Ersatz. Aber der Reihe nach. Die WSG Tirol und Austria Lustenau wählten angesichts der Abstiegsgefahr in den letzten Monaten sehr unterschiedliche Ansätze. In Wattens blieb wie immer alles ruhig, Thomas Silberberger genießt das Vertrauen der Vereinsführung. Das direkte Duell gegen Lustenau ging zum Frühjahrsauftakt aber ebenso verloren wie das zweite Spiel gegen den WAC. Die Ländle-Austria entschied sich für Andreas Heraf'schen Beton, das lief gegen die WSG gut, gegen Klagenfurt nicht. Nun treffen die Grün-Weißen auswärts auf Salzburg und Rapid, der letzte Grunddurchgangsgegner BW Linz versteht sich ebenfalls auf's Betonmischen. Die Tiroler haben ein steirisches Heimspieldoppel gegen Sturm und Hartberg, dann wartet Austria Wien.

 

Baba und foi net

Wäre es aktuell wirklich schade um einen der beiden Vereine? Die Wattener haben sich zwar als Spielerentwickler etabliert und genießen eine gewisse Sympathie. Das schlägt sich aber nicht in Besucher:innen nieder. Am großen Tivoli herrscht meistens gähnende Leere. Daheim in Wattens wird es auf Sicht nichts mit dem eigenen Stadion. Für eine Perspektive braucht es einen großen Sponsor, strategischen Partner oder Investor. Sonst, so Silberberger neulich, könne man gleich in die Regionalliga gehen. Die 2. Liga sei eine „Geldvernichtungsliga“ und „ich wüsste nicht, wo wir das Geld auftreiben sollten“, erklärte er jüngst im 90minuten.at-Exklusiv-Interview. Die Sachlage bei Austria Lustenau ist anders, die Fans sind heißblütig, das eigene Stadion wird, wie andere Infrastrukurprojekte, geplant. Es gibt einen finanzstarken Partner, aber am Platz wirkt der Kick nicht so. Gegen die WSG verbuchten die Lustenauer nur 21 Prozent Ballbesitz. Gegen Klagenfurt 31. Sich die Liga zu ermauern, das wird sich schwer ausgehen, selbst wenn es dieses Jahr klappt. Denn es ist im Sommer immer die Frage, wann Spieler aus Clermont kommen. Das kann zu einem unansehnlichen Fußballstrudel führen. Kurz gesagt: Erwischt es einen der beiden Klubs, würde sich der Schaden für die Bundesliga in Grenzen halten. Entweder wegen des Rundherums oder des gezeigten bzw. zu erwartenden Kicks.

 

Hallo, GAK

Kombiniert kommen die beiden Klubs auf einen Zuschauer:innenschnitt von 6.048, wobei die WSG Letzter dieser Statistik ist (2.043) und Lustenau den WAC und Hartberg hinter sich lässt (4.005). Die Zahlen in Tirol sind natürlich schlecht, da braucht man nicht weiterzudiskutieren. Lustenau schafft zwar 600, 700 Menschen mehr als der GAK, der nach dem Frühjahrsauftakt durch den FAC-Sieg in Ried elf Punkte Vorsprung auf die Floridsdorfer und Ried hat. Aber die Rotjacken kicken auch nicht gegen Sturm, Rapid, die Austria oder Salzburg. Will sagen: Das Potenzial ist in Graz einfach auch größer. Der Name GAK steht zwar einerseits für sehr dunkle Stunden im heimischen Fußball, andererseits aber auch für Sternstunden. Man ist gesund und am besten Weg zurück in die Bundesliga.

Die Wattener haben es schlichtweg nicht geschafft, eine Fanbase zu generieren, die Austria verspricht wenig tollen Kick. Dann geht’s halt, möchte man ihnen ausrichten. Vor allem, wenn die Alternative GAK heißt.

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