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Legenden rein, Legenden raus - und dann, Wien? [Momentum am Montag]

Die einen setzen auf Stallgeruch, die anderen das Gegenteil. Das Ziel ist: Nicht mehr die dritte oder gar vierte Geige in der Bundesliga spielen.

+ + 90minuten.at PLUS - Von Georg Sander + +

 

Die Präsentation der neuen Gesichter bei Rapid und Austria ist unser Momentum am Montag.

Die längste Winterpause bescherte dem SK Rapid mit Alexander Wrabetz an der Spitze in neues Präsidium, „Fußballgott“ Steffen Hofmann wird Geschäftsführer, Ex-Kicker Markus Katzer neuer Sportchef. Es gilt: Legenden bzw. mit dem Verein bestens vertraute Menschen sollen Rapid aus Gefilden, in denen man mit der WSG Tirol oder Austria Klagenfurt um die Teilnahme an der Meistergruppe kämpft, in zumindest einmal sicherere Ufer näher am Serienmeister führen. Vor ähnlichen, aber aufgrund der finanziellen Lage größeren Herausforderungen, steht die Wiener Austria. Dort entschied man sich für einen neuen Besen, der das Beste in Violett hervorkehren soll – statt dem bei Fans beliebten Manfred Schmid.

 

Eigentlich „No-Names“?

Konzentriert man sich auf die sportlich entscheidenden Neubesetzungen – Katzer hier, Wimmer da – dann handelt es sich im Business selbst um eher unerfahrene Verantwortliche. Der 42-jährige Deutsche, der der Austria ein fußballerisches Gesicht geben soll, das Investor Jürgen Werner besser gefällt, kann auch gerade einmal sieben Spiele als Interimsheadcoach beim VfB Stuttgart zurück blicken. Sonst war Michael Wimmer ebendort Co-Trainer, zuvor beim FC Augsburg und wiederum früher im Nachwuchs des 1. FC Nürnberg.

Den Namen Markus „Mecki“ Katzer kennt Fußballösterreich umgekehrt gut. Ausgebildet bei der Admira spielte er von 2004 bis 2013 bei Rapid, ehe er retour in die Südstadt ging und 2015 zur Vienna, wo er ab März 2018 auch sportlicher Leiter war. Die Vienna konnte er als Sportchef an die Schwelle der Bundesliga führen, wenn man den sechsten Platz als solche ansehen will. Das große Aber: Er übernahm die Döblinger in der 5. Liga, mit mehr wirtschaftlichen Möglichkeiten als die Konkurrenz. So „leistete“ man sich im Unterhaus Kicker wie Altstar Ümit Korkmaz, den Bundesliga-erfahrenen Benrhard Fucik, Routinier Mario Konrad, Marcel Toth, Bernhard Luxbacher oder in der Regionalliga Kicker wie Markus Wostry, Andreas Lukse, Deni Alar oder Tomas Simkovic. Das relativiert die Erfolgsstory ein bisschen.

 

Unterschiedliche Ansätze

Während die Favoritner auf Input von Außen setzen, holt sich der SK Rapid Expertise mit Stallgeruch. Die zwei Ansätze in Grün-Weiß bzw. Violett haben eines gemeinsam: Wenig Erfahrung in der aktuellen, entscheidenden Position der sportlichen Führung. Der Ausgang ist ungewiss, wichtig ist es dennoch, dass die Ansätze funktionieren. Der SK Rapid schlitterte in den letzten Jahren verlässlich von Neustart zu Neustart, wenn es jetzt nicht klappt, wird es irgendwann schwierig werden, das Stadion zu füllen. Noch geht sich wirtschaftlich alles aus. Das ist in Wien X ganz anders. Dort traute man der Legende Schmid nicht mehr zu, in die Nähe von Europacup- und daraus resultierenden Transfermillionen zu kommen. Das braucht man, sonst wird es angesichts der finanziellen Lage der Veilchen noch viel ungemütlicher für den Verein, als sie es ohnehin schon ist.

Aber egal ob neuer oder bekannter Besen: Wenn die Neuaufstellung im sportlichen Bereich schiefgeht, dann ist es egal, ob einer Legende ist oder nicht. Dann ist man schlichtweg raus.

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