Und Österreich war doch bereit [Momentum am Montag]

3:1, Auftaktsieg geglückt, mit einer überraschenden Aufstellung. Franco Foda versprach im Vorfeld der Europameisterschaft, dass dieser Umstand eintritt.

+ + 90minuten.at Exklusiv – Von Georg Sander + +

 

Der Abpfiff am Sonntag beim EM-Auftakt Österreichs gegen Nordmazedonien ist unser Momentum am Montag.

Quasi gebetsmühlenartig wiederholte Teamchef Franco Foda nach einem mauen Herbst und einem schlechten Lehrgang im Frühling: „Wir werden auf dem Punkt bereit sein.“ Zugegebenermaßen hat das niemand so recht glauben wollen, gegen England hätte man sich in der Schlussphase ein Remis erspielen können, gegen die Slowakei wollte das Runde nicht ins Eckige. Die Folge: Eine veritable Nicht-Euphorie. Doch Foda wusste zu überraschen, ließ David Alaba auflaufen, wo er am stärksten ist, drei Treffer gegen nordmazedonische Betonmischer und ein Gegentreffer nach Bachmann-Verwirrung sowie zwei Joker-Toren später bescheren den Auftakt nach Maß. Alles richtig gemacht, würde man sagen, wenn dieser Ausspruch nicht zu belastet wäre.

 

Am Punkt da gewesen

Foda ließ seine Elf auflaufen, wie sie es noch nie gemacht hat, Halbfeldflanken waren zuletzt auch nicht das gewählte Mittel. Österreich presste, kombinierte, fuhr den Pflichtsieg, der vermutlich schon für die Qualifikation zum Achtelfinale entscheidend sein könnte, ein. Vielleicht war es ein Verwirrspiel, eine Wagenburg-Taktik, sich vorher einfach nicht in die Karten schauen zu lassen. Keine dumme Idee: Hätte man so gegen die Slowakei gespielt, hätte Nordmazedonien ein Anschauungsbeispiel gehabt, wie Österreich spielt, sich noch mehr drauf eingestellt.

 

Aber, aber!

Dennoch muss eingeschränkt werden: Gemessen an der Weltrangliste hatte Österreich mit den Nordmazedoniern den einfachsten Gegner, der Sieg ist ein Sieg, aber nicht mehr. Vielleicht ungefähr so berauschend, wie wenn Rapid den SKN St. Pölten schlägt. Kurz gesagt: Das letztlich erwartbare ist eingetreten, nicht mehr, nicht weniger. Vielleicht ist das nun typisch österreichisches Geraunze, das mag vorzuwerfen sein, aber der heimsiche Fan wechselt ohnehin nur zwischen Welteuropameisterchampionsleaguesieger und der Forderung, das Kicken wegen kompletter Unfähigkeit sofort wieder einzustellen. Doch das Leben und der Fußball besteht aus Grauzonen, darum: Österreich hat einen Pflichtsieg eingefahren.

 

Spannendes Duell mit den Niederlanden

Wie schon 2016 kommt es am zweiten Spieltag zum Duell mit dem Favoriten, diesmal kann man mit einiger Ruhe ins Duell gegen die Niederlande gehen, vielleicht wie gegen Portugal einen Punkt holen. Räume wird man vermehrt vorfinden, das weiß Foda – Außenseiterdasein liegt ihm halt ein bisschen mehr, als das schwierigere durchkombinieren vor des Gegners Tor. Die Tür zum Achtelfinale ist aufgestoßen und so wie Foda sich gegen Nordmazedonien etwas überraschendes einfallen hat lassen, könnte das auch gegen die Niederlande passieren.

Auch wenn es nun gilt, nicht gleich nur noch himmelhochjauchzend zu sein: Die Vorfreude steigt, denn am Sonntag war Österreich tatsächlich bereit, wie es der Teamchef angekündigt hatte.

 

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