Andreas Blumauer: „Kein Absteiger, wenn die Meisterschaft nicht fertig gespielt werden kann“

SKN-Manager Andreas Blumauer spricht im 90minuten.at-Interview über die Auswirkungen der Corona-Krise, die finanziellen Folgen und die Abstiegsfrage, wenn die Meisterschaft nicht fertig gespielt werden kann.

In erster Linie steht die Gesundheit im Vordergrund. Wir müssen dann natürlich alles versuchen, die Meisterschaft fertig zu spielen – ob mit oder ohne Zuschauer ist da nicht die wichtigste Frage.

Andreas Blumauer

Einen Absteiger kann es nur dann geben, wenn die Meisterschaft fertig gespielt werden kann.

Andreas Blumauer

Die wichtigsten Aussagen zusammengefasst:

++ 90minuten.at-Exklusiv ++ Das Gespräch führte Michael Fiala

 

Andreas Blumauer im 90minuten.at-Interview …

… über die ersten Tage nach Bekanntwerden des Lockdown: „Wir haben doch ein paar Tage gebraucht, um uns auf das ganze Thema einzustellen. Wir mussten erst feststellen, wie sehr trifft uns das Ganze und was bedeutet das für den Arbeitsaufwand. Die ganzen Mitarbeiter und Sportler haben sich dann aber gut darauf eingestellt.“

… über die Umstellungen beim SKN: „Wir haben uns sehr rasch mit den leitenden Angestellten zusammengesetzt. Die Personen wurden dann rasch in Homeoffice geschickt. Der gesamte Sportbetrieb wird vom sportlich Verantwortlichen und Fitnesstrainer gesteuert.“

… über die möglichen Einbußen, die diese Krise mit sich bringen wird: „Da gibt es noch keine realistischen Schätzungen. Wir führen mit der Bundesliga einen Stresstest durch. Zum derzeitigen Zeitpunkt kann man aber nicht planen – weder mit der aktuellen Saison und schon gar nicht, wie es nächste Saison weitergehen wird.“

… über den Einnahmenverlust: „Mit so einem Szenario hat kein Klub rechnen können. Wir müssen jetzt das Beste daraus machen. Kosten, die nicht fix sind und nicht unbedingt notwendig sind, werden runtergefahren. Zudem gibt es das Kurzarbeitszeit-Modell (>> siehe: St. Pölten stellt auf Kurzarbeit um). Hier wurde ein Szenario geschaffen, um die Personalaufwendungen zu drosseln. Dieses Modell werden wir auch nützen.“

… auf die Frage, ob man die Saison zur Not mit Geisterspielen fertig spielen sollte: „In erster Linie steht die Gesundheit im Vordergrund. Wir müssen dann natürlich alles versuchen, die Meisterschaft fertig zu spielen – ob mit oder ohne Zuschauer ist da nicht die wichtigste Frage. Da müssen wir jede Möglichkeit nützen, die sich uns bietet. Das Worst-Case-Szenario wäre, die Meisterschaft nicht fertig zu spielen können. (…) Eine Meisterschaft, die erst nach dem 30. Juni enden würde, kann ich mir aber  nicht wirklich vorstellen, weil ja dann auch bereits Verträge auslaufen, etc.“

… auf die Frage, ob Spielerverträge derzeit verhandelt werden: „Da sind sehr viele Gespräche gestoppt worden, weil man einfach nicht weiß, wie es weitergeht.“

… auf die Frage, ob die Meisterschaft nach 22 Runden gewertet werden kann, wenn die Meisterschaft nicht zu Ende gespielt wird und der SKN dann der Absteiger wäre: „Wir haben unsere Berater zu diesem Thema befragt. Eine wirklich verbindliche Antwort dazu gibt es aktuell nicht. Wenn man sich aber einige Szenarien und Meisterschaftsregeln durchsieht, kommt man zu dem Punkt, dass es einen Absteiger nur geben kann, wenn eine Meisterschaft fertig gespielt werden kann. Aber natürlich muss man dann auch die Entscheidung der Hauptversammlung der Bundesliga abwarten. Es gab ähnliche Fälle, wo die Meisterschaft dann zum Beispiel aufgestockt wurde. Ein fixes Modell, wie man hier vorzugehen hat, gibt es aber nicht. Aber es gibt viele Aussagen von Beratern und auch von anderen Vereinen, dass es keinen Absteiger geben kann, wenn die Meisterschaft nicht fertig gespielt werden kann. Es braucht jetzt jedenfalls noch Zeit, weil wir noch gar nicht wissen, wie es weitergehen wird.“

 

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