Von Steyr bis Mattersburg: Wer schafft's 2026/27 in die vier Regionalligen?
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Von Steyr bis Mattersburg: Wer schafft's 2026/27 in die vier Regionalligen?

Die dritte Leistungsstufe wird um eine weitere Regionalliga erweitert. 90minuten bietet einen Überblick, wer 2026/27 (erstmals) drittklassig spielt.

Alles neu macht der Mai – und für die Regionalligen die Saison 2026/27. Nach einem langwierigen Reformprozess, der die Anzahl der Vereine in der dritten Leistungsstufe reduzieren sollte, zeigt sich: Der Plan ging nicht auf.

Statt drei Mal 16 Teams wird es vier Regionalligen geben: Ost, West, Nord, Süd. Die Ostregion bleibt dabei gleich, in der Regionalliga Nord spielen je acht Salzburger und Oberösterreicher in einer Sechzehnerliga um den Sieg - genauso ist es im Westen.

Die Playoff-Begegnungen am Ende der Saison 2026/27 sind noch nicht zugeteilt. Voraussichtlich werden die Paarungen gelost, die entsprechenden Bestimmungen sind aber noch nicht beschlossen.

Klar: Zieht man nur die Eliteligen heran, dann sind es im Herbst gleich viele Klubs. Doch schon bei der Präsentation meinte der im ÖFB zuständige Günter Kreissl: "Was heißt diese Masse an Klubs? Dass die Niveau-Unterschiede in den einzelnen Ligen größer sind und die Qualität dadurch insgesamt geringer."

Sei es wie es ist: Diese Vereine haben eine Chance auf die dritte Liga im nächsten Jahr:

Im Osten alles beim Alten: Wienerberg, Scheiblingkirchen, Mattersburg

Im Osten alles beim Alten: Wienerberg, Scheiblingkirchen, Mattersburg
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Der SV Wienerberg führt die Tabelle der Wiener Stadtliga bei einem Spiel weniger aktuell mit sieben Punkten Vorsprung auf die zweite Mannschaft der Vienna an. Der Verein aus Inzersdorf hat einiges an österreichweiter Tradition und nahm elf Mal an der zweiten Leistungsstufe teil (1962–1968, 1970–1973). Sollte der Verein einbrechen, stünden die Zweier der Vienna und Dinamo Helfort bereit.

Weitaus weniger Geschichte hat der Tabellenführer der 1. Landesliga in Niederösterreich, der USV Scheiblingkirchen-Warth. Der Verein schaffte es 2022/23 erstmals in die Regionalliga Ost, musste aber gleich wieder absteigen. Der Vorsprung auf die Verfolger aus Ybbs und Wieselburg beträgt sieben bzw. acht Punkte, dahinter lauern mit ASK Ebreichsdorf und SV Langenrohr weitere Klubs. Rauf wollen die Kicker aus dem Industrieviertel jedenfalls.

Recht fix mit der Ostliga darf der Mattersburger Sportverein 2020, Nachfolger der SVM, rechnen. Mit aktuell zwölf Punkten Vorsprung auf Leithaprodersdorf ist der Aufstieg acht Runden vor Schluss wohl nur noch eine Formsache.

Im Norden ein bissl Neues: Vorwärts Steyr und Grödig vor Comebacks

Im Norden ein bissl Neues: Vorwärts Steyr und Grödig vor Comebacks
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Aktuell kicken sechs oberösterreichische Vereine in der Regionalliga Mitte. Zwei braucht es also noch. Die Tabelle führen Vorwärts Steyr und Bad Leonfelden an. Die Vorwärts muss man nicht vorstellen, ein Punkt trennt den Tabellenführer vom ersten Verfolger, der seinerseits zehn Zähler Vorsprung auf den Rest hat. Die Mühlviertler feierten vergangene Saison mit Endrang sechs die beste der Vereinsgeschichte. Den Rückrundenkracher haben die Bad Leonfelder Mitte März für sich entschieden, es wird ein Fernduell.

Neben dem Meister, der fix aufsteigen muss, ist der Tabellenzweite für den Aufstieg vorgesehen. Verzichtet dieser auf das Aufstiegsrecht, geht dieses an einen anderen Verein – in der Reihenfolge der Tabellenplatzierung – über.

In der Westliga sind sechs Salzburger vertreten, also braucht es zwei weitere Klubs. Den SV Grödig kennen In- und Outsider des heimischen Fußballs nur allzu gut, in der Salzburgliga duelliert man sich mit dem UFC Hallein. Der Verein aus der rund 22.000 Einwohner zählenden Stadt entstand 2020 im Zuge einer Fusion aus Union und FC Hallein. Grödig hat aktuell drei Zähler Vorsprung auf die Verfolger, die in zehn Runden elf Punkte gegen den SV Bürmoos bzw. zwölf auf den SAK und Straßwalchen verteidigen müssen.

Regionalliga Süd: Landesligen und Playoff

Regionalliga Süd: Landesligen und Playoff
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Wenn der ASK Voitsberg aufgestiegen sein wird, verbleiben sechs Teams aus der Steiermark in der Regionalliga Mitte – Kalsdorf, der Deutschlandsberger SC, Lafnitz, Weiz, Gleisdorf und St. Anna am Aigen.

Die steirische Landesliga führen Tillmitsch (46 Punkte), Ilz (42), Wildon (41), Lebring (40), Eggendorf/Hartberg II (39) und Allerheiligen (37) an. Dann klafft ein Zehn-Punkte-Loch. Hervorzuheben sind dabei die Panther aus Tillmitsch. Vor fünf Jahren noch kickte man in der Unterliga West, der sechsten Liga, nun könnte es nach oben gehen. Regionalliga-Vergangenheit haben der SV Wildon und Allerheiligen. Die ersten beiden steigen auf. Aufgrund der Tatsache, dass die Landesliga im Herbst und Playoff mit Kärnten im Frühjahr gespielt wird, ist damit zu rechnen, dass sich genug Teams finden.

Aus Kärnten kommen aktuell mit Velden, Wolfsberg II und Treibach nur drei Teams. Die Türen stehen weit offen und könnten noch weiter aufgehen: Wie es mit Austria Klagenfurt weitergeht, ist bis jetzt nicht klar. An der Tabellenspitze liegen mit dem ATSV Wolfsberg (40 Punkte), VST Völkermarkt (39), Donau Klagenfurt (38) drei Teams, die eigentlich schon oben mitrechnen dürfen.

Mit Lendorf (31), St. Veit (31), Bleiburg (29) und Matrei (29) folgen noch vier Teams, die um die weiteren drei Plätze kämpfen. Klagenfurt II (28) wird nicht aufsteigen, Außenseiterchancen könnte man noch Grafenstein (27), Köttmannsdorf (27) und Dellach (25) einräumen. Die beiden erstplatzierten Klubs spielten bereits drittklassig, Lendorf und Bleiburg waren ebenfalls schon einmal weiter oben. Der SC St. Veit wiederum hat mit dem ehemaligen Bundesligisten (1983/84) nichts zu tun.

Regionalliga West: Viele neue Namen

Regionalliga West: Viele neue Namen
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Ohne dem wahrscheinlich in die 2. Liga aufsteigenden FC Wacker stellt Tirol mit Kufstein, Kitzbühel, Reichenau, Imst und Schwaz aktuell fünf Regionalligisten. Nachrücken in die neue 16er-Liga werden die ersten drei Teams in der gegenwärtigen vierten Liga. Der SK St. Johann (38 Punkte) führt diese vor den WSG Tirol Juniors und dem SV Fügen (je 37) an. Der SV war wie der viertplatzierte Innsbrucker AC bereits in der Regionalliga. Die Innsbrucker haben als Vierter sieben Punkte Rückstand und somit Außenseiterchancen. Der Völser SV (28) hat ein Spiel weniger und hat auch noch gewisse Chancen auf den Aufstieg.

Vorarlberg hat mit den Altach Juniors, Lauterach, dem FC Lustenau, Hohenems und Dornbirn ebenfalls fünf Teams und braucht also drei weitere Vereine. Die Liga auf Landesebene ist eng: Röthis und Admira Dornbirn führen die Tabelle mit je 33 Zählern an, dahinter lauern Wolfurt und der Dornbirner SV mit 30 Zählern. Egg (25) und Lochau (24) haben wohl Außenseiterchancen. Letztere spielten noch nie weiter oben, die anderen genannten schon. Laut Landesverband müssen und werden die ersten Drei aufsteigen - vorbehaltlich eines 2. Liga-Verbleibs der Bregenzer.


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