Österreicher-Topf 2025/26: Wer bekommt wie viel Geld?
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Österreicher-Topf 2025/26: Wer bekommt wie viel Geld?

Sieben Bundesligisten erhalten nach der abgelaufenen Saison Geld aus dem Österreicher-Topf - drei von ihnen sind sogar Großverdiener. 90minuten hat berechnet, welcher Verein wie viel Geld für seinen Anteil erhalten kann.

Nach der Saison wird abgerechnet. Bevor der Österreicher-Topf ab der kommenden Spielzeit an Bedeutung verliert, wird für 2025/26 noch einmal die volle Summe - kolportierte 6,1 Millionen Euro - ausgeschüttet.

Für sieben Vereine, die sich ihrerseits an die Regeln gehalten haben, bedeutet das einen mehr oder weniger großen Geldsegen.

Die Regeln

Aufgeteilt wird das Geld unter allen Klubs, die maximal sechs bis sieben Legionäre - abhängig von der Kadergröße - in ihren Spieltagskader nominiert haben. Minuten von U22-ÖFB-Spielern (Geburtstag nach 1.1.2004) werden vierfach gewertet.

Wer als Legionär gilt, ist individuell zu beurteilen. Ausnahmen gibt es vor allem für junge Spieler.

Für die tatsächliche Abrechnung wird die Saison in drei Abschnitte geteilt. Somit wäre es theoretisch auch möglich, die Kriterien in nur einem Abschnitt einzuhalten und auch nur für diesen Geld zu beziehen. In der Vorsaison hat sich Austria Klagenfurt für diesen Schritt entschieden, heuer aber niemand.

Nicht mehr mit dabei ist der WAC, der im Schnitt acht Legionäre aufgeboten hat.

Drei Millionäre

Zum zweiten Mal in Folge lacht der TSV Hartberg als großer Gewinner von der Spitze. Die Steirer setzen, wie im letzen Jahr, auf junge, österreichische Leihspieler - diesmal Dominic Vincze, Luca Pazourek und Konstantin Schopp. Alleine diese drei Talente bringen zusätzlich zu ihrer Leistung auf dem Platz einen sechsstelligen Betrag nicht weit unter der Gesamtsumme des GAK.

Verein

Anteil

TSV Hartberg

ca. 1.138.000 €

SV Ried

ca. 1.135.000 €

Austria Wien

ca. 1.015.000 €

SCR Altach

ca. 825.000 €

WSG Tirol

ca. 815.000 €

Blau-Weiß Linz

ca. 630.000 €

GAK

ca. 525.000 €


Weil die Bundesliga keine offiziellen Zahlen zum Österreicher-Topf herausgibt, sind alle Berechnungen als Annäherung zu verstehen.

Jugend am Werk

Immerhin 50 U22-ÖFB-Talente haben während der Saison 2025/26 zusammen rund 33.000 Minuten gesammelt. Das ergibt einen Anteil von in etwa 17 Prozent der Spielzeit, die von Österreichern absolviert wurde.

Für die Bundesliga ist das ein durchaus positiver Wert, der beste seit mehreren Jahren.

Verein

U22-ÖFB-Minuten

Eingesetze Spieler

SV Ried

6.117

7

TSV Hartberg

5.326

8

Austria Wien

3.989

11

Sturm Graz

3.153

4

WSG Tirol

2.948

5

LASK

2.880

1

Red Bull Salzburg

2.473

4

SK Rapid

2.439

2

SCR Altach

2.167

2

WAC

1.135

3

GAK

605

2

Blau-Weiß Linz

4

1


Sorgen machen sollte die Entwicklung bei den großen Vereinen, wo derzeit nur wenigen Talenten aus dem eigenen Nachwuchs der Durchbruch gelingt.

Viele Legionäre im Einsatz

Beinahe die Hälfte der Liga hat ihre Minuten während der Saison 2025/26 mehrheitlich an Legionäre vergeben.

Wie drastisch sich die strategische Abkehr vom Österreicher-Topf auswirken kann, zeigt der SK Rapid: 2022/23 lag der Nicht-ÖFB-Anteil der Spielzeit bei 20 Prozent, in der Vorsaison bei 48 Prozent. Inzwischen haben die Hütteldorfer in dieser Wertung fast zwei Drittel erreicht.

Verein

Legionäre in Spieltagskadern

Legionärsanteil Spielzeit

Austria Wien

5,5

32 %

TSV Hartberg

5,7

33 %

WSG Tirol

5,9

44 %

SV Ried

6,1

41 %

SCR Altach

6,2

35 %

Blau-Weiß Linz

6,6

35 %

GAK

6,8

51 %

WAC

7,9

33 %

SK Rapid

10,3

63 %

Sturm Graz

11,9

76 %

LASK

13,1

73 %

Red Bull Salzburg

14,1

75 %


Ein Ausblick

Schon vor Monaten hat die Bundesliga bekanntgegeben, den Österreicher-Topf einer Reform zu unterziehen.

In der kommenden Saison ändert sich nur die Dotierung. Weil der neue TV-Vertrag weniger Geld einbringt und zusätzlich der Verteilungsschlüssel geändert wurde, bleibt unter dem Strich rund die Hälfte der bisherigen Summe übrig. Hartberg bekäme dann nur noch einen mittleren sechsstelligen Betrag, der GAK unter 300.000 Euro.

Ab 2027/28 fällt dann auch die Legionärsgrenze, wodurch das Geld auf 12 Vereine aufgeteilt werden muss. Außerdem werden Österreicher, die zum Saisonstart mindestens 26 Jahre alt sind, überhaupt nicht mehr gefördert.

Wie sich diese Maßnahmen auf die Zusammensetzung der Liga auswirken, sehen wir frühestens in einem Jahr. Die letzten Aussteiger lassen eine Tendenz aber schon jetzt erahnen.



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