90minuten hat drei Spieler pro Verein der ADMIRAL Bundesliga ausgewählt, deren Saison 2025/26 mit einem fahlen Beigeschmack zu Ende ging.
Das kann daran liegen, dass sie den Erwartungen die ihre Klubs bzw. sie selbst an sich hatten, nicht gerecht wurden, oder dass sie einfach großes Pech mit Verletzungen hatten.
LASK
Maximilian Entrup
Einer der ganz wenigen LASK-Spieler, die tatsächlich als Verlierer aus der Double-Saison rausgehen.
Der Wiener lief eigentlich über die ganze Spielzeit hinweg seiner Form aus den letzten Jahren nach, unter Dietmar Kühbauer war er ob der starken teaminternen Konkurrenz immer nur Edel-Joker. Als solcher gelang dem Ex-ÖFB-Angreifer ein einziges Saisontor.
Lukas Kacavenda
Es spricht für die LASK-Saison, wenn selbst einer der Verlierer eine wichtige Rolle beim Double-Gewinn spielte: Beim Sieg im ÖFB-Cup-Halbfinale in Ried zwang der Kroate Nikki Havenaar zum entscheidenden Eigentor.
Es sollte aber eine der ganz wenigen erfolgreichen Aktionen des Kroaten bleiben, der schlicht nicht ins System Kühbauer passte. Nun ist die Leihe zu Ende.
Adetunji Rasaq Adeshina
LASK-Sportdirektor Dino Buric ist das seltene Kunststück gelungen, einen Kader zusammenzustellen, der nicht nur österreichischer Meister werden konnte, sondern in dem fast jeder Spieler auch dafür benötigt wurde. Über Adetunji Adeshina lässt sich das nicht behaupten.
Der Nigerianer wurde im Vorsommer geholt, obwohl das zentrale Mittelfeld der "Athletiker" damals schon überbesetzt war. Fast immer stand sein Name am Spielbericht, schlussendlich blieb aber nur ein einziger Kurzeinsatz in der Bundesliga für ihn übrig.
SK Sturm Graz
Maurice Malone
Kein einziges Ligator in der Rückrunde. Zu wenig für die eigenen Ansprüche und auch die Erwartungen des SK Sturm. Der Stürmer pendelte immer wieder zwischen Startelf und Ersatzbank. War zwar viel unterwegs und bemüht, brachte jedoch nicht den erhofften Impact.
Emanuel Aiwu
In der Hinrunde war er noch Großteils gesetzt, unter Fabio Ingolitsch rutschte er in der Innenverteidiger-Rangordnung aber weit nach hinten.
Albert Vallci, Jeyland Mitchell und Paul Koller liegen mittlerweile klar vor Aiwu. Der 25-Jährige stand in der Rückrunde nur noch drei Mal in der Startformation. Zu wenig.
Axel Kayombo
Der Stürmer kam im Sommer für zwei Millionen Euro vom FC Basel. Diese Ablösesumme konnte er bisher noch nicht rechtfertigen.
In der Rückrunde spielte er noch weniger als im Herbst, stand drei Mal in der Startformation und lieferte nur ein Tor. Dennoch konnte er zumindest in Ansätzen zeigen, dass er Potenzial hat. Das gilt es nun zu entfalten.
Red Bull Salzburg
Clement Bischoff
Was auch immer tatsächlich zwischen ihm und Ex-Trainer Daniel Beichler vorgefallen ist, es dürfte nicht ohne gewesen sein. Einen Spieler, der immerhin zum erweiterten Stamm gehört, suspendiert man nicht einfach so für die entscheidende Phase der Meisterschaft.
Dass sich der junge Däne disziplinär scheinbar nicht im Griff hat, ist schade - im Herbst zeigte er noch durchaus gute Ansätze. Es ist schwer vorstellbar, dass der Flügelspieler eine Zukunft in Salzburg hat.
Maurits Kjaergaard
In Wirklichkeit ein weiteres verlorenes Jahr in der Karriere des hochveranlagten Dänen. Endlich mal wieder blieb der in dieser Hinsicht so anfällige Linksfuß (fast) eine ganze Saison fit, von seiner Bestform, die mittlerweile fast vier (!) Jahre zurückliegt, war er aber meist weit entfernt.
Zwischenzeitlich ließ er sich so sehr hängen, dass Beichler ihn gar nicht mehr berücksichtigte. Eine Luftveränderung im Sommer würde ihm wohl gut tun.
Valentin Sulzbacher
Er steht symbolisch für die Christian Zawieschitzkys, die Tim Trummers oder auch die Oliver Lukics im Kader. Denn mit Ausnahme des absoluten Positiv-Beispiels Jannik Schuster spielten junge Eigenbauspieler auch in dieser Saison kaum eine Rolle bei den "Bullen".
Sulzbacher selbst klopfte im Frühjahr 2025 noch am Salzburger Stamm an, durfte in der laufenden Saison aber nur ein einziges Mal ran. Immer wieder bremsten ihn Verletzungen aus, zuletzt wurde er beim FC Liefering geparkt.
FK Austria Wien
Hakim Guenouche
In der Vorsaison noch Teilzeitkraft, im Herbst dann nur noch Bankangestellter, im Frühjahr komplett am Abstellgleis. Der Abstieg des Franzosen manifestiert sich letztlich in der Tatsache, dass nicht einmal darüber diskutiert wurde, ob sein auslaufender Vertrag verlängert werden sollte.
Johannes Handl
Der Steirer sollte in dieser Saison einen Fixplatz in der Innenverteidigung haben. Doch eine dramatische Viruserkrankung machte ihm im Herbst einen fetten Strich durch die Rechnung.
Handl kämpfte sich zurück, wirkte im Frühjahr dann aber oft noch nicht ganz bei 100 Prozent. Aber es gibt Wichtigeres im Leben, nämlich Gesundheit.
Manprit Sarkaria
Die Rückkehr des verlorenen Sohnes war bisher keine Erfolgsgeschichte. Sarkaria gelangen im Herbst in der Liga zwar immerhin drei Tore und vier Assists, gefühlt suchte Coach Stephan Helm aber ständig nach dem idealen Einsatzbereich für den Offensivspieler.
Im Dezember riss das Kreuzband. Manchmal ist es eben einfach großes Pech.
SK Rapid
Janis Antiste
Markus Katzer verhandelte im Winter mit Sassuolo extra die Kaufpflicht weg, um dem Franzosen im Frühjahr Einsätze zu ermöglichen.
Enden wird die Rapid-Zeit des 23-Jährigen damit, dass ihn die Fans am liebsten mit nassen Fetzen davonjagen würden - von einer Weiterverpflichtung keine Rede.
Das Goldtor gegen Salzburg im entscheidenden Spiel um die Meistergruppe blieb der einzige positive Beitrag Antistes, der danach zeigte, nicht ins Teamgefüge zu passen: Negatives Highlight dessen war der Elfmeter-Streit gegen den LASK, danach wurde er bei seiner Auswechslung von den eigenen Anhängern mit Pfiffen bedacht.
Furkan Demir
Seit der Ankunft von Johannes Hoff Thorup stehen für den defensiven Demir-Bruder nur 20 Einsatzminuten zu Buche - und das, obwohl auf seiner Position durchaus Bedarf herrschte.
Stattdessen wurden zuerst Dominik Weixelbraun umfunktioniert (eine katastrophale Idee, die 45 Cup-Minuten in Ried hielt), dann musste Ange Ahoussou immer wieder nach links ausweichen, ohne dort zu überzeugen.
Das alles, obwohl Furkan Demir im Herbst seine Rapid-Tauglichkeit andeutete...
Marco Tilio
Für den dritten Verlierer bei Rapid gäbe es zahlreiche Kandidaten.
Während aber zum Beispiel bei Tobias Gulliksen immer noch das Prinzip "Hoffnung auf Morgen" herrscht, blieb beim Australier von Beginn weg die Frage offen, warum die Bemühungen um ihn überhaupt so hoch waren - und 1,5 Millionen Euro Ablöse an Celtic investiert wurden.
Im aktuellen Kadergefüge bleibt dem 24-Jährigen nur die Rolle des Ergänzungsspielers. Selbst dieses Prädikat ist bei zwei Frühjahrs-Einsätzen über nur 64 Minuten - 45 davon beim Cup-Desaster in Ried - hoch gegriffen...
TSV Hartberg
Maximilian Fillafer
Nachdem Hartberg die Saison in der Meistergruppe auf Rang sechs beendet hat, können viele Spieler zufrieden sein. Etwas enttäuscht dürfte hingegen Maximilian Fillafer sein.
Die Saison hat für das 21-jährige Nachwuchstalent durchaus vielversprechend begonnen. Immer wieder hat der Mittelfeldmann Einsatzminuten gesammelt, drei Mal spielte er über die vollen 90 Minuten, zudem erzielte er ein Tor. In der Frühjahrssaison wurde er jedoch meist nicht in den Kader einberufen oder kam nur auf wenig Einsatzzeit.
Jad Drew
Der Australier wurde bereits Anfang der Saison von einer Rückenverletzung gebremst, feierte im Dezember jedoch sein Comeback und sammelte Spielminuten.
Im April folgte dann der nächste Rückschlag: Drew muss erneut aufgrund einer Rückenverletzung aussetzen. Eine durchwegs enttäuschende Saison für den 22-Jährigen.
Damjan Kovacevic
Der Österreicher hat im Vergleich zum Beginn der Saison deutlich weniger Spielminuten bekommen, fünf Mal wurde er in der Frühjahrssaison gar nicht eingesetzt. Mit Luca Pazourek, der von der Austria zu Hartberg wechselte, hat er zudem einen starken Konkurrenten bekommen, der deutlich öfter am Feld stand.
Der erhoffte Durchbruch, der sich auch schon Ende der letzten Saison angekündigt hat, gelang somit nicht wirklich. Nachdem sein Vertrag im Sommer endet, wird sich weisen, für welchen Verein der 21-Jährige demnächst aufläuft.
SV Ried
Peter Kiedl
Im Herbst pendelte die Sturm-Leihgabe noch zwischen Jokerrolle und Startelf. Das geht sich für den Youngster seit Jahreswechsel kaum noch aus, obwohl mit Ekain Azkune ein "Konkurrent" wegfiel.
Zwei Mal gestartet, fünf Mal von der Bank und sieben Mal gar nicht eingesetzt. Die Kaufoption wird die SVR wohl nicht ziehen.
Jonas Mayer
Das Rieder Talent startete super in die Saison, war auch über weite Strecken gesetzt.
Seinen Stammplatz musste er im Laufe der Rückrunde an Rasner bzw. Bajlicz abgeben. Ein großer Knick in der Karriere des Laufmonsters sollte diese kurze Schwächephase aber nicht werden.
Evan Eghosa Aisowieren
Dritter Rieder Verlierer, dritter junger Spieler: Der 20-Jährige kam mit starken Zahlen aus LigaZwa, den Schritt ins Oberhaus ging er aber nicht ohne Probleme. Sechs Joker-Einsätze stehen zu Buche, ein Scorerpunkt fehlt noch.
Besonders bitter: Bei Aisowierens Startelf-Debüt gegen die WSG (29. Runde) musste er schon in der zehnten Minute wegen eines Rippenbruchs ausgewechselt werden.
Wolfsberger AC
Jessic Ngankam
So richtig ist die Leihe des Deutschen von Frankfurt ins Lavanttal nicht aufgegangen. Einen Großteil der Spiele verpasste er aufgrund kleinerer Verletzungen.
Wenn er fit war, startete er zwar meistens, doch als Toptorjäger trat er nicht in Erscheinung. Nur ein Treffer gelang dem Stürmer für die Wolfsberger.
Donis Avdijaj
Außerhalb von Hartberg scheint es für Avdijaj einfach nicht zu funktionieren. Auch aufgrund kleinerer Verletzungen reichte es für den Kosovaren gerade mal für elf Startelfeinsätze.
Insgesamt erzielte er für den WAC zwei Tore und verbuchte vier Vorlagen.
Emmanuel Chukwu
Der Leihspieler von der TSG Hoffenheim konnte sich im Trikot der Wolfsberger bislang gar nicht durchsetzen. Nur knapp 160 Minuten stand er in der Bundesliga auf dem Rasen. Im Frühjahr war er großteils nicht mal mehr im Kader.
SCR Altach
Marlon Mustapha
Der Leihspieler von Como hat eine schwierige Rückrunde hinter sich. Während er unter Fabio Ingolitsch Großteils noch gesetzt war, musste er unter Ognjen Zaric mit der Bank vorliebnehmen.
Fünf Kurzeinsätze, 110 Spielminuten und kein Scorer im Frühjahr sind zu wenig für den Stürmer. Generell 2025/26 ohne Ligator.
Ousmane Diawara
Auch Mustaphas Sturmpartner aus dem Herbst hat sich im Frühjahr deutlich schwerer getan. Während er in der Hinrunde noch fünf Mal traf, blieb er in der Rückrunde ohne Torerfolg.
Der Finne zeigt zwar in jedem Spiel vollen Einsatz, am Ende werden Stürmer aber vor allem an Toren gemossen.
Moritz Oswald
Die Rapid-Leihgabe stand in der Rückrunde nur drei Mal in der Startformation und das, auch nur wenn andere Spieler gesperrt/verletzt fehlten.
Konnte sich in dieser Saison nie nachhaltig empfehlen. Hatte es aber auch schwer, in eine eingespielte, gut harmonierende Mannschaft zu rücken.
WSG Tirol
Tobias Anselm
Am Anfang der Saison war Anselm noch regelmäßig in der Startformation, doch mit fortlaufender Spielzeit bekam er immer weniger Einsätze.
Im Frühjahr reichte es dann überhaupt nur noch für drei Kurzeinsätze. Sein einziges Saisontor erzielte Anselm gleich am ersten Spieltag.
Thomas Sabitzer
Nach seiner Rückkehr vom WAC konnte Sabitzer im Herbst zunächst mit fünf Vorlagen überzeugen. Im neuen Jahr lief es für den Steirer jedoch nicht mehr so gut.
So hat er seinen Stammplatz verloren und mit Scorern anschreiben konnte er ebenfalls nicht mehr.
David Jaunegg
Vergangene Saison war der Tiroler noch Stammspieler. In dieser Spielzeit bringt es der Sohn von WSG-Sportdirektor Stefan Köck gerade mal auf drei Startelfeinsätze.
Sowohl auf der Innenverteidiger-Position, als auch auf den Außenbahnen wurde Jaunegg mittlerweile der Rang abgelaufen.
GAK
Jakob Meierhofer
Die Geschichte hat sich wiederholt. Erneut startete Meierhofer als strittiger Stammkeeper in eine Saison, und erneut wurde er im Winter von einem jüngeren Österreicher abgelöst. Seit Jahreswechsel stand er keine Minute mehr im Tor des GAK.
Tobias Koch
Der Sechser kam als Führungsspieler von Klagenfurt, füllte diese Rolle von Beginn an auch bei den Grazern aus. Seit dem Frühjahr ist der er aber nicht mehr gesetzt. Nur noch ein Mal stand Koch seit März in der Startelf - auch nur deshalb, weil Schriebl gesperrt war.
Abgesehen davon fällt er ab und zu mit etwas zu viel Temperament eher negativ auf.
Dominik Frieser
Der 32-Jährige hat in jeder Liga des Landes getroffen, in dieser Saison fehlt ihm aber noch ein Bundesliga-Tor. Auch deshalb befindet er sich seit Jahreswechsel auf dem absteigenden Ast.
Während er in der Hinrunde noch Fixstarter war, reichte es seitdem meist nur zu Jokereinsätzen - wenn überhaupt.
FC Blau-Weiß Linz
Elias Bakatukanda
Hier könnten gleich vier, fünf Spieler der Gattung "von Michael Köllner abgesägt" stehen: Im Herbst noch Bestandteil des Teams, im Frühjahr kaum mehr ein Faktor.
Stellvertretend dafür: Elias Bakatukanda.
Zwar war es nach 14 Startelf-Einsätzen initial eine Verletzung, die die Köln-Leihgabe einbremste, im gesamten Frühjahr stand der Innenverteidiger aber nur mehr zwei Mal im Kader und ein Mal am Platz - für 27 Minuten im brutal danebengegangenen Abstiegs-Showdown gegen den GAK.
Cheick Condé
Er konnte im Herbst gar kein Faktor sein, da der zehnfache Nationalspieler Guineas erst im Winter als Leihgabe von Venezia kam.
Umso mehr taugt das Frühjahr aber als Bemessungsgrundlage, und da haben sich wohl beide Seiten mehr als insgesamt 207 Einsatzminuten erwartet.
Ab Mitte März war der defensive Mittelfeldspieler für Köllner kein Thema mehr.
Jakob Knollmüller
Blau-Weiß schien für den Stürmer der nächste Karriereschritt zu werden, in der Bundesliga ist der 22-Jährige aber nie angekommen.
Nach einigen Einsätzen im August gab es nach der zwölften Runde Anfang November keine einzige Minute mehr, meist stand Knollmüller gar nicht im Kader. Scorer in der ganzen Saison: Null.
Harald Prantl
Johannes Bauer
Simon Urhofer
Florian Gabriel
Jonas Pamperl