Qualigruppen-Depression
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Qualigruppen-Depression

Nach dem Grunddurchgang ist vor der Länderspielpause, eine Bundesligarunde ist sich dazwischen noch ausgegangen. Ein furioser Start in die Schlussphase der Saison war es aber weder auf, noch neben den Plätzen.

 

+ + 90minuten.at PLUS - Ein Zuschauer:innencheck von Daniel Sauer + +

 

Jetzt, wo die Punkte geteilt sind und alle Vereine wissen, wo sie stehen, wäre die Unterstützung im Stadion eigentlich noch einmal besonders viel wert. Die Bundesligaklubs haben das auch zum Ausdruck gebracht, das Wort Abstiegskampf geistert mehr und mehr durch Pressekonferenzen - den 12. Mann und die 12. Frau hätte man gerne mit an Bord. 

In der ersten Runde in Meister- bzw. Qualifikationsgruppe sind bei einigen aber eher Fans abgesprungen, zumindest haben viele den 23. Spieltag ausgelassen. Mit 37.208 Zuschauer:innen über sechs Spiele reiht er sich weit hinten in der Saisonstatistik ein, nur drei Runden waren schwächer besucht.

 

Unterdurchschnittliches Altach und die WSG Tirol

Es ist ein leidiges Thema, das aber trotzdem erwähnt werden muss: Mit 1.250 gemeldeten Zuschauer:innen beim Spiel gegen den Wolfsberger AC setzt die WSG Tirol nur deswegen keinen Negativrekord, weil das wetterbedingt verschobene Heimspiel gegen Rapid im Dezember noch schwächer besucht war (950 Personen) und schon das WAC-Spiel im Herbst nur 1.200 Interessent:innen fand. Auch in der 2. Liga hätte die WSG am vergangenen Wochenende nur den sechsten von acht Plätzen in der Zuschauer:innenwertung belegt.

Im Vorfeld des Heimspiels gegen die Wiener Austria schrieb der SCR Altach zurecht stolz vom starken Grunddurchgangs-Schnitt von über 5.000 Fans pro Partie. Ob der sich auch in der Qualigruppe bestätigen lässt, wird sich erst zeigen - nach einem Auf im letzten Heimspiel gegen den LASK folgte am Wochenende ein Ab: 4.079 Altacher:innen durften sich letztendlich über ein 1:1 freuen. Weniger waren es in nur einem Ligaspiel der Saison, trotz des prominenten Gegners. Dabei hätten die Wiener sogar nachgeholfen. Als "Dankeschön für die bisherige Unterstützung in dieser Saison" trug die Austria die Kosten für Auswärtstickets. Nur drei der bisher 20 SCR-Heimspiele gegen die Austria unter regulären Bedingungen fanden vor kleinerem Publikum statt.

 

Klagenfurt hat einen Lauf, Linz nicht mehr

Nach einem ausverkauften Grunddurchgangs-Finish gegen die Wiener Austria rutscht auch Blau-Weiß Linz ab und verzeichnet mit 4.300 Zuschauer:innen das zweitkleinste Publikum der Saison. Zu Gast war Austria Lustenau, beim Duell im Oktober waren noch 4.700 Fans dabei, auf den eigenen Schnitt der Linzer von 5.007 fehlt auch einiges. Den Aufsteiger, der bisher starke Zahlen vorlegen konnte, zu sehr zu kritisieren wäre aber vermessen. Blau-Weiß gegen Lustenau fand noch 2022 in der 2. Liga vor 970 Zuschauer:innen statt, bei beiden Vereinen hat sich seitdem viel getan. Auch positiv: Die Begegnung ging diesmal - anders als zuletzt - ohne Handgreiflichkeiten über die Bühne.

Es geht ja doch etwas in Klagenfurt: Nach einem Saisonrekord beim Heimspiel gegen den SK Rapid verzeichnet die Austria auch gegen Sturm Graz 6.045 Zuschauer:innen. Es ist der drittbeste Wert der Saison und liegt im Vergleich mit bisherigen Duellen mit dem Vizemeister über dem Durchschnitt. Im vergangenen November waren 6.474 Fans dabei, im Frühjahr 2023 nur 5.391. Der Rekord für diese Begegnung in der Bundesliga liegt bei 6.850 und wurde im September 2022 aufgestellt. Für die Meistergruppe gibt es bei Klagenfurt übrigens eine Abo-Aktion: Zum Preis von vier Spielen, können alle fünf Spiele der Meistergruppe im Stadion verfolgt werden.

Rückschritte bei Rapid und Salzburg

Wirkliche Euphorie dürfte in Salzburg 2023/24 nicht mehr aufkommen, obwohl die Meisterschaft in Reichweite bleibt und zuletzt mehrere deutliche Siege gefeiert werden durften. Das erste Meistergruppen-Heimspiel gegen den TSV Hartberg liegt mit 8.134 in der Saisonstatistik nahe dem unteren Ende, sogar gegen Austria Lustenau waren vor drei Wochen rund 700 Fans mehr dabei. Nach der Saison mit dem besten Schnitt seit Jahren (12.376) macht man in der laufenden Spielzeit wohl einen Rückschritt, der immer noch ordentliche Wert von 11.187 wird vor allem vom Saisonstart getragen. Positiv gesehen war schon das erste Heimspiel gegen Hartberg kein Hit, damals waren 7.453 Zuschauer:innen dabei - wenn man so will, hat sich Salzburg also zumindest in dieser Hinsicht gesteigert.

Über das Rapid-Heimspiel gegen den LASK und vor allem die grün-weißen Fans im Block West wurde am Wochenende bereits umfassend diskutiert. Mehr zu diesem Thema gibt es im Momentum am Montag "Negativspirale stoppen" zu lesen. An der schlechten Stimmung rund um den Verein dürfte das auffällig niedrige Interesse am Meistergruppen-Auftakt aber nicht gelegen haben, eher am Ankicktermin: Das Duell fand schon am Freitag um 19:30 statt, 13.400 Fans fanden rechtzeitig den Weg ins Allianz Stadion. Weniger waren es in der gesamten Saison nicht, am nächsten dran war das erste Heimspiel gegen Altach vor 15.400 Zuschauer:innen. Auf die letzten drei Spiele gegen den LASK fehlen jeweils über 5.000 Personen.

Nach der Pause

Mit dem Heimspiel der Wiener Austria gegen Blau-Weiß Linz alleine sollte ein guter Zuschauer:innen-Wert aus der Qualifikationsgruppe gesichert werden. Die "Veilchen" halten eine lange Serie mit über 10.000 Fans pro Partie. Vom Duell WAC gegen SCR Altach in Kärnten ist deutlich weniger zu erwarten, wie auch vom Gastspiel der WSG bei Austria Lustenau in Bregenz. In der Meistergruppe reist der SK Rapid zum TSV Hartberg, der sich Hoffnungen auf ein ausverkauftes Stadion machen darf. In Graz sollte sich das jedenfalls ausgehen, Sturm empfängt Red Bull Salzburg zum Gipfeltreffen. Auch über 10.000 Zuschauer:innen schaffen sollte es der LASK beim Heimspiel gegen den SK Austria Klagenfurt.

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