Zuschauercheck Bundesliga, 22. Runde: Hoffen auf die Meistergruppe

Die letzte Runde des Grunddurchgangs lief vor durchschnittlich 5.128 Fans ab. Schon jetzt zeichnet sich ab: Es wird viele leere Plätze in der Qualifikationsgruppe geben.

++ 90minuten.at Exklusiv ++ Ein Zuschauercheck von Georg Sander

 

Die 22. Runde, die letzte des Grunddurchgangs, war sportlich nicht mehr so interessant, da die Rollen für die Finalrunde schon verteilt waren. Sie zeigt aber eines ganz deutlich: Soll der Schnitt auf Vorjahresniveau bleiben, braucht es vor allem elektrisierende Spiele in der Meistergruppe. Wenn diese denn wie geplant stattfinden können, denn in anderen Ländern werden bereits Fußballspiele wegen des Corona-Virus-Ausbruchs abgesagt (>> Corona-Virus: Österreichische Bundesliga hält an Spielplan fest).

 

Soldo-Heimdebüt vor wenig Fans, Mattersburg im Plus

Das am schlechtesten besuchte Spiel der Runde fand in der Südstadt zwischen der Admira und dem SCR Altach statt. Die Vorarlberger kamen als Favorit, waren zuletzt sechs Mal in Folge ungeschlagen und konnten am Montag Salzburg besiegen. Bei den Panthern rumorte es, die organisierten Fans taten ihren Unmut bezüglich der Trainerentscheidung kund. 1.850 sahen schließlich Gäste, die spielten und eine Heimmannschaft, die siegte. Die Kulisse war gewohnt schütter, aber seit sich die beiden Teams ab der Saison 2014/15 wieder in der Bundesliga duellieren, kamen zu den zehn vorherigen Begegnungen auch nur fünf Mal mehr Besucher. Die letzten vier Spiele fanden vor 1.500, 1.400, 1.600 und 1.850 Fans statt – eine Konsolidierung auf niedrigem Niveau also.

Spiele des SV Mattersburg, vor der Admira Vorletzter der Zuschauertabelle, sind generell nicht mehr gut besucht, nicht einmal, wenn der Tabellenführer kommt, auch wenn er LASK heißt. 2.530 lautet die Besucherzahl, diese entspricht in etwa dem Schnitt der Burgenländer. Im Vergleich zum Siebtrundenspiel 2018/19, als nur 1.952 Fans kamen, verzeichnet Mattersburg aber immerhin ein Plus. Seit Dezember 2017 spielen beide wieder erstklassig, zum ersten Spiel kamen damals nur 1.716 Besucher. Die höchste Zahl der vier Duelle seit 2017 im Pappelstadion lautet 2.901. Aber immerhin: Das Duell am Samstag war das zweitbestbesuchte Spiel in den letzten Jahren.

 

Hartberg verpatzt die Party, Rapid-Spiel auf Rang 4

Nach einem Auswärts-1:5 gegen den LASK war mit dem Gegner WSG Tirol eigentlich alles angerichtet für die Schopp-Elf, um die Klassenerhaltsparty zu feiern. Punkten wäre auch nicht schlecht gewesen, das haben die Hartberger zuletzt am 7. Dezember gemacht. Stefan Maierhofer hatte etwas dagegen und 2.623 Fans mussten sich mit einer Niederlage zum Feiern begnügen. Vergleichswerte bestehen bekanntlich nicht, ein sonderlicher Ausreißer nach unten ist es auch nicht. Gegen die Admira kamen im Sommer auch nur 2.624 Besucher, gegen Altach im Spätherbst 2.512.

Ungewöhnlich früh in dieser Liste scheint nun der SK Rapid Wien auf. Die Hütteldorfer waren beim unangenehmen Gegner WAC zu Gast, um den dritten Platz zu verteidigen. Der letzte Ligasieg gegen die Wolsberger datiert überhaupt vom 17. März 2018, seitdem konnten die Hütteldorfer die Wolfsberger nur im Cup bezwingen, in vier Partien gab es eine Niederlage für Rapid und vier Unentschieden. Ein Ligaspiel konnten die samstäglichen Gäste zuletzt 2015 im Lavanttal gewinnen. Die 5.718 Besucher markieren auch einen guten Wert. Zuletzt kamen im August 2016 mehr Besucher, noch mehr kamen in den 14 Ligaspielen überhaupt nur drei Mal.

 

Gähnend leere Generali Arena, Salzburg fünfstellig

Natürlich war jetzt nicht zu erwarten, dass 10.000 Fans gegen den SKN St. Pölten kommen, schon gar nicht, wenn die letzte Chance auf die Meistergruppe in der Woche davor verjuxt wurde. 6.800 ist aber doch sehr wenig. Dass es mit den Heimspielen gegen Hartberg und Wolfsberg zwei Saisonspiele gab, die noch schlechter besucht waren, sagt einiges über den Zustand des Fanzuspruchs in der neuen Austria-Heimat aus. Es kann beinahe nur noch besser werden, ob das bereits in den nächsten Wochen in der Qualifikationsgruppe anders sein wird, darf bezweifelt werden. Denn trotz eines schwachen SKN, der heute sogar den Trainer stanzte, ist die Ilzer-Elf von Anspruch und Stil weit entfernt.

Trotz Europacup-Aus wird das Salzburger Publikum derzeit von attraktiven Gegnern verwöhnt. Nach dem Cup-Schlager gegen den LASK gastierte am Sonntag Sturm Graz, nächste Woche kommt Rapid. Das Spiel gegen die Blackies fand vor über 11.000 Besuchern statt. Seit 2016 sind die Besucherzahlen in dieser Paarung in Wals-Siezenheim konstant fünfstellig, davor nur hin und wieder, mit dem Minusrekord von 5.300 Mitte Dezember 2012. Trotz vieler Spiele kommen die Salzburger Heimfans nach wie vor zahlreich. Die Mannschaft des FC Red Bull Salzburg dankte es mit einem hart erarbeiteten, aber vierdienten 2:0-Sieg.

Traurige Kulissen vorprogrammiert

Am kommenden Wochenende geht es nach der Tabellen- und Punkteteilung weiter. Drei Qualifikationsgruppenteams hatten Heimspiele und das vor einer jeweils mauen Kulisse. Dabei hatte der SVM sogar den LASK zu Gast. Der Schnitt: knapp über 3.700. Da werden die Teams der Meistergruppe ordentlich kompensieren müssen, um den Zuschauerschnitt nicht weit unterhalb des Vorjahresniveaus fallen zu lassen. Zum Vergleich: Rapid hatte im Grunddurchgang letztes Jahr rund 17.500 Fans im Stadion, in der Qualifikationsgruppe nur rund 14.000 – immer noch hoch, aber ein Minus von 20 Prozent. Zuschauerkrösus in der jetzigen Qualigruppe ist die Austria, die hat aber nur rund 8.000 Fans im Schnitt im Stadion.

 

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