Foto: © Gepa / Fotomontage 90minuten.at Reportage

Die 7 ... erfolgreichsten WM-One-Hit-Wonder (3)

Es gibt Nationalteams, die es bisher nur einmal zu einer WM geschafft haben, dann aber überraschend aufzeigen konnten - zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Platz 2: Kuba (WM 1938)

Viel weiter weg von einer Weltmeisterschaft als das kubanische Nationalteam kann man eigentlich gar nicht sein - das gilt für die gesamte Historie des Verbandes. Der Grund dafür, dass es 1938 doch einmal für eine Qualifikation gereicht hat, liegt jedenfalls nicht im sportlichen Bereich: Auf das Gastgeberland 1934 Italien folgte vier Jahre später Frankreich - Nord- und Südamerikanische Teams wie Argentinien, Uruguay, Mexiko oder die USA verweigerten aus Protest gegen die zweite Austragung in Europa die Teilnahme. Neben Brasilien blieb Kuba als einziger weiterer Vertreter über und war damit automatisch für das Turnier qualifiziert. 

Gespielt wurde damals sofort im K.O.-Format, die WM startete direkt ins Achtelfinale. Nach einem Remis gegen Rumänien setzte sich Kuba im Wiederholungsspiel überraschend durch, der historische Einzug ins Viertelfinale war damit geschafft. Dort setzte es dann allerdings ein 0:8 gegen Schweden (die dann wiederum eine Runde später 1:5 von Ungarn abgefertigt wurden). Derzeit liegt Kuba in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 167 in den letzten Jahren scheiterte man in den Qualifikationen unter anderem an Ländern wie Curaçao und Guatemala.

Zur Weltmeisterschaft 1938: Es war die letzte vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, die nächste Austragung war erst 1950 möglich. Auch Österreich wäre für die Endrunde qualifiziert gewesen und dort gegen Schweden angetreten - als Folge des Anschlusses im vorangegangenen März kam der Fußball allerdings praktisch zum Stillstand. Eine Teilnahme als eigenes Land war nicht mehr möglich, stattdessen wurden einzelne Spieler in ein "Großdeutsches" Team berufen (das später in der ersten Runde gegen die Schweiz ausschied). Einige Größen wie Matthias Sindelar verweigerten die Teilnahme. Mit Spanien war angesichts des dortigen Bürgerkriegs einer weiteren Mannschaft eine Teilnahme unmöglich.

Platz 1: Ukraine (WM 2006)

Im dritten Anlauf als eigenständiger Verband hat es für die Ukraine 2006 zum ersten – und bisher einzigen – Mal für eine Qualifikation zur WM gereicht. Und schlecht verkauft hat sich das von Oleg Blochin trainierte Team dann eigentlich auch nicht: In einer Gruppe, in der auch noch Tunesien und Saudi-Arabien mitspielten, reichte es hinter Spanien für den zweiten Platz. Im Achtelfinale konnte die Schweiz in einem hochdramatischen Elfmeterschießen bezwungen werden, erst im Viertelfinale war gegen den späteren Weltmeister Italien Schluss. Zentrale Figur im Kader der Ukraine war der bereits 30-jährige Andriy Shevchenko - es war sein erstes internationales Großereignis.

Dass es für die Ukraine in den ersten Jahren nach der Verbandsgründung 1992 kaum möglich war, sofort international Anschluss zu finden, ist übrigens wenig überraschend: Alle Verdienste des Nationalteams der Sowjetunion gingen auf die russische Nationalmannschaft über. So übernahm Russland auch den Quali-Platz für die WM 1994, den zuvor die UdSSR innehatte. Immerhin läuft es in der jüngeren Vergangenheit wieder deutlich besser: Die Ukraine war bei den letzten drei Europameisterschaften dabei und auch mit Blick auf Katar wäre es fast zu einem Fußballmärchen gekommen. Nach einem Sieg im Qualifikations-Playoff gegen Schottland verhinderte nur eine 0:1-Niederlage gegen Wales im Juni die Teilnahme an der WM 2022.

Exklusiv: Katar 2022 - Blick hinter die Kulissen

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