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Stadionverbot für Pyrotechnik

Die Regierung macht Ernst. Wie vor einem Monat angekündigt möchte man die Ausnahmeregelung, mit der Pyrotechnik in den Fußballstadien unter gewissen Voraussetzungen erlaubt ist, kippen.

Eine kurze Zeitlinie: Mitte Februar, nach dem fast abgebrochenen 325. Wiener Derby, meldete sich der neue Polizeisprecher der ÖVP im Parlament, Karl Mahrer per Aussendung. Die Ausnahmeregelung zur Pyrotechnik solle gekippt werden. Die Wiener Polizei zeigte sich auf Anfrage von 90minuten.at damals überrascht. Es gebe kleinere Probleme, zwischen den Zeilen war herauslesbar, dass man mit der gegenwärtigen Pyrotechnikregelung leben könne. Man zeige an, was anzuzeigen ist. Die Vereine, von Hütteldorf über Favoriten, die Südstadt, Graz bis nach Salzburg, waren mit der gefundenen Regelung zufrieden. Es gab Sicherheit und stimmungsvolle Bilder.

 

"Krebserregenden Folgen"

Laut einem Kurier-Bericht möchte das Innenministerium Pyrotechnik nun zur Gänze aus den Stadien verbannen. Es gebe eine Studie, die beweise, dass Pyrotechnik krebserregend sein kann, eine toxische Wirkung habe. Mahrer gegenüber dem Kurier: "Die Stadien müssen familienfreundlich werden. Teilweise gibt es hier Verhältnisse wie im rechtsfreien Raum. Fußball ist ein Familiensport und da müssen 500 bis 700 Polizisten pro Derby eingesetzt werden." Das Argument mit Krebs wäre in der Sache richtig, aber eine Regierung, die das Rauchverbot kippte, argumentiert hier auf eher dünnem Eis. Die Fußballklubs tragen zudem einen Teil der Kosten der Polizei und gegenüber 90minuten.at sagte die Wiener Polizei hinsichtlich möglicher Gewalt: "Bis auf die Vorkommnisse beim letzten Derby im Prater, wo es spontan zu kleineren Problemen kam, gab es in den letzten Jahren keine nennenswerten Aktionen:"

 

Rapid und Austria entsetzt

"Es ist in all den Jahren bei dem aktuell praktizierten legalen Einsatz von Pyrotechnik bei uns kein Verwender zu Schaden gekommen. Diese Initiative würde keine Probleme lösen, sondern künstlich neue schaffen", so Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek im Kurier. Austria-Vorstand Kraetschmer ebenda: "Das ist Teil der Fankultur, und es ist besser, das zu kontrollieren als es zu verbieten." Gerade da kontrollierte Abbrennen habe für Sicherheit gesorgt, meint Peschek: "Die Legalisierung bringt mehr Sicherheit für alle." Es wird spannend, wie die Bundesliga und die Vereine auf diesen eher grundlosen Vorstoß der ÖVP reagieren.

 

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