Michael Wimmer: "So kann man kein Spiel gewinnen"
FK Austria Wien gegen SC Austria Lustenau endet mit 1:1. Die wichtigsten Stimmen zur Partie des 25. Spieltages in der Qualifikationsgruppe bei Sky Sport Austria.
So einen Elfmeter zu geben ist wirklich eine Schande für den österreichischen Fußball. Das tut mir leid für meine Spieler
FK Austria Wien – SC Austria Lustenau 1:1 (0:0)
Schiedsrichter: Stefan Ebner
Stefan Ebner (Schiedsrichter):
…über den gegebenen Elfmeter gegen Lustenau: „Nach Betrachtung der Bilder muss ich sagen, das ist ein Strafstoß und ich würde wieder so entscheiden. Die Hand von Chato geht klar gegen das Gesicht von Ranftl. Das würde auch im Mittelfeld immer ein Foul sein und es würde sich niemand beschweren. Die Wahrnehmung am Feld war, dass es ein normales Luftduell ist. Das habe ich dem VAR so kommuniziert und er hat mir die klare Fehlwahrnehmung gezeigt. Das ist für mich ein Strafstoß. Da bleibt mir keine zweite Wahl.“
…auf die Frage, ob größere Vereine bevorzugt werden: „Die Frage tut weh, muss man ehrlich sagen. Wir sind der Unparteiische. Ich benachteilige mit jeder Entscheidung automatisch die andere Mannschaft. Für mich gibt es kein klein und groß. Ich treffe die Entscheidungen am Platz und wenn ich einen Fehler mache schaltet sich der VAR ein. Es soll ein fairer Spielausgang sein und so eine Frage schmerzt.“
Michael Wimmer (Trainer FK Austria Wien):
...über das Remis nach Führung: „Das ist extrem enttäuschend. Wir haben unsere Torchancen nicht gemacht und hatten auch ein bisschen Pech. Die Führung war der Dosenöffner. Dann kriegen wir einen saudoofen Elfmeter. Es war frustrierend, was wir hier gespielt haben.”
…über die Gründe der Sieglosigkeit: „Wir machen die Tore nicht. So kann man kein Spiel gewinnen.“
…über die Pfiffe der Fans: „Man muss die Zuschauer da verstehen. Wir wollten alle den ersten Heimsieg. Gegen Lustenau erwartet jeder, dass wir gewinnen. Es war aber klar, dass das nicht so einfach wird. Nach der Führung muss man auf das zweite Tor gehen und nicht einen Gegner, der gar nichts vom Spiel hatte, so zurückkommen lassen.“
…über die Verspätung von Manuel Polster vor dem Spiel: „Ich will das nicht kommentieren. Natürlich geht es gar nicht, zu spät zum Treffpunkt zu kommen. Das ist ärgerlich, weil es ein Spieler weniger gewesen ist, den man einwechseln kann.“
Dominik Fitz (Spieler FK Austria Wien):
...über das Spiel: „Wir haben wieder zwei Punkte hergeschenkt. Wir hatten das Spiel siebzig Minuten voll unter Kontrolle. Dann gehen wir in Führung, genau wie wir es wollten. Aber stellen uns dann hinten wieder dumm an.”
…auf die Frage, warum die Austria keine Spiele beenden könne: „Ich weiß nicht. Wir kriegen es nicht hin, einen draufzulegen. Solange wir das nicht machen werden wir solche Probleme haben.“
…weiter über die kämpferische Partie: „Es ist extrem intensiv. Wir wissen wie die Spielweise von Lustenau ist. Das haben sie 70 Minuten gemacht. Wenn sie attackieren ist das plötzlich ein ganz anderes Spiel. Das ist dann vogelwild hin und her gegangen.“
…über die Pfiffe der Fans nach Abpfiff: „Ich verstehe das absolut. Wir wissen was wir können, wenn wir hundert Prozent geben. Das war heute wieder nicht der Fall. Wir müssen das nächste Woche besser machen.“
Andreas Heraf (Trainer SC Austria Lustenau):
…über den VAR-Eingriff, der zum Gegentor führte: „Die größte Bestätigung ist, dass Ranftl selber sagt, es war eine klare Fehlentscheidung. So einen Elfmeter zu geben ist wirklich eine Schande für den österreichischen Fußball. Das tut mir leid für meine Spieler. Wenn man den VAR als Hilfsmittel hat muss man es auch nutzen. Er hat gesagt kein Elfmeter und dann kommt aus dem Keller dieser Ruf. Das ist ganz bitter für unsere Jungs. Aber ein großes Lob geht an meine Mannschaft. So eine Performance hier aufzulegen ist aller Ehren wert.“
…über die Bedeutung des gewonnenen Punktes: „Es zeigt wieder einmal, dass in der Qualifikationsgruppe jeder jeden schlagen kann. Wir waren auch in der Lage heute einen Dreier zu holen.“
...über die Verletzung (Kreuzbandriss) von Luca Meisl: „Er hat sich zu einem absoluten Führungsspieler entwickelt. Das wird uns in den letzten Spielen fehlen. Die Jungs haben das auch ohne ihn gut gemacht und wir haben genug Optionen. Für Luca Meisl tut es mir sehr Leid, weil so eine Verletzung eine Katastrophe ist.”
Domenik Schierl (Tormann SC Austria Lustenau):
...über die Schiedsrichterentscheidung: „Ich bin richtig angepisst von der Schiedsrichterentscheidung. Mir steht es bis ganz oben. Jedes Mal werden wir benachteiligt. Es gab noch nie eine Situation die zu unseren Gunsten entschieden wurde. Er gibt einen Elfer, wo die Austria-Spieler selber lachen. Der Gefoulte hat selber gelacht. Mir fehlen die Worte. Wer weiß, wenn es 0:0 gestanden hätte, dann hätten wir vielleicht die Führung gemacht. Gott sei Dank haben wir das Unentschieden verdient gemacht. Wenn die so einen Elfer geschenkt kriegen weiß ich auch nicht mehr. Seit wir in der Bundesliga spielen sind so viele Sachen passiert, das ist ein Skandal.”
…über die letzten Partien der Saison: „Wir sind belächelt worden und es hat keiner mehr an uns geglaubt und wir sind trotzdem noch voll im Geschehen. Wir haben noch sieben Endspiele. Auch wenn alle gegen uns sind, wir schaffen das sowieso.“
Paterson Chato (Spieler SC Austria Lustenau):
…über die strittige Elfmeterszene: „Die Austria-Spieler lachen sich kaputt und sagen mir, dass das niemals ein Elfmeter ist. Wenn du sowas pfeifst dann musst du pro Spiel acht oder neun Elfmeter pfeifen. Man kann ihm zugestehen, dass er versucht einen Straßstoß rauszuholen. Aber dass der Schiedsrichter darauf reinfällt ist der Wahnsinn.“
…auf die Frage, wie viel Spaß es macht, so tiefstehend Fußball zu spielen: „Wir brauchen Punkte in unserer Situation. Da geht es darum, als Mannschaft defensiv kompakt zu stehen. Und nach vorne kriegen wir immer unsere Chancen. Das haben wir heute sehr gut gemacht. So gilt es weiterzuarbeiten.“
…über den Ausfall von Luca Meisl: „Er ist ein wichtiger Spieler, der viel redet und viel von hinten pusht. Es tut mir für ihn persönlich sehr leid. Wir werden als Mannschaft versuchen, ihn aufzubauen.“