Carina Wenninger: "Das sind Dinge, die im Frauenfußball so noch nicht gegeben sind"
Carina Wenninger, Managerin Admiral Frauen-Bundesliga, wra zu Gast bei "Talk & Tore" auf Sky Sport Austria. Sie sprach über das Frauen-Nationalteam, die Zusammenarbeit mit der Herren-Bundesliga und ihre Aufgabe.
Ein Riesentraum wäre natürlich, dass Frauen, die professionell spielen, davon leben können. Davon sind wir noch weit weg.
Carina Wenninger (Managerin Admiral Frauen-Bundesliga):
…über die Euphorie um das Damen-Nationalteam: „Man muss sagen, dass wir zwei sehr gute Europameisterschaften gespielt haben. Letztes Jahr in England war eine Mega-Euphorie. Man hat es jetzt 2022 besser geschafft, die Euphorie auch mitzunehmen. Ich denke, dass es in einem Land wie Österreich nicht einfach ist. Es ist generell neben dem Männerfußball nicht einfach, Aufmerksamkeit zu erlangen. Ich glaube, dass sich der Frauenfußball richtig gut entwickelt und mittlerweile auch eine ganz andere Wertigkeit im ÖFB hat. Ich glaube, man merkt einfach, dass viel gemacht wird. Dass man jetzt nach ganz langer Zeit in Wien spielt, ist ein riesengroßer Pluspunkt, weil es fällig ist, einen Zuschauerrekord zu brechen. Man braucht einfach Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit.“
…über die Zusammenarbeit mit der Herren-Bundesliga: „Ich glaube, dass wir viel profitieren können. Die Bundesliga und die zweite Liga bei den Herren sind einfach so, dass wir viel davon lernen können, was Einheitlichkeit, Strukturen, Lizenzierung und eine Formatänderung betreffen. Das sind einfach Dinge, die im Frauenfußball so noch nicht gegeben sind und wo man einfach Schritte gehen muss. Man darf sich auch nicht davor scheuen, sich eine Expertise abzuholen. Es wird sehr gute Arbeit geleistet und daran gilt es für uns anzusetzen. Ich glaube, dass gerade Schritte getan werden. Die Lizenzierung ist so ein Thema. Es ist ganz wichtig, dass es einfach mehr Professionalisierung geben muss im Frauenfußball. Genauso ist gerade eine Formatänderung in Planung, die analog zur Herren-Bundesliga sein wird. Damit erhofft man sich einfach mehr Spiele, auch um sichtbarer zu sein, aber auch um die Spielerinnen zu entwickeln. Man ist aktuell auf einen sehr guten Weg.“
…über die Kuss Affäre um Luis Rubiales: „Ich finde einfach, dass es wichtig ist, dass es thematisiert wird. Es ist sehr traurig, dass es bei so einem Großereignis passiert. Wenn wir über solche Themen noch sprechen müssen, dann haben wir eh ganz andere Themen. Meines Erachtens ist es ganz wichtig, dass es so einen großen Ausmaß genommen hat. Es ist sehr bitter, dass es einfach den Beigeschmack zu dem Finalspiel darstellt und der Fokus total weg war.“
…über ihre Aufgabe als Managerin der Frauen-Bundesliga: „In erster Linie muss ich ganz viel lernen. Man muss einen Verband verstehen lernen, viel Sportpolitik. Man muss einfach offen damit umgehen und sich auch helfen lassen. Ein Riesentraum wäre natürlich, dass Frauen, die professionell spielen, davon leben können. Davon sind wir noch weit weg. Wir reden sehr oft von Equal-Pay, aber in erster Linie geht es um Equal-Play. Ich bin der Meinung, dass Professionelle Strukturen professionelle Bedingungen schaffen.“