Michael Madl: "Bei der Austria ist einfach mehr Druck da"
Der Abwehrspieler der Wiener Austria sprach in der Sky-Sendung "Die Abstauber" über die aktuelle Situation und über das anstehende Wiener Derby.
Michael Madl (FK Austria Wien) bei „Die Abstauber“:
…über die aktuelle Phase bei der Austria: „Von ,alles gut‘ sind wir relativ weit weg. Seit ich da bin ist eigentlich alles sehr turbulent. Das spricht jetzt nicht für mich. (lacht) Es war jetzt mal wieder ein Schritt in die richtige Richtung, aber von ,alles gut‘ oder von ,wir sind damit zufrieden, was wir in den letzten drei Spielen erreicht haben‘, sind wir weit weg.“
...über Trainer Christian Ilzer: „Es ist natürlich anders für ihn. Bei der Austria ist einfach mehr Druck da, wenn du nicht so in die Saison startest, wie du dir das vorstellst. Aber er hat das unglaublich gut vorgelebt, er hat diesen Hunger in sich und den hat er auch immer versucht auf die Mannschaft zu übertragen. Ganz egal, wie schlecht es gelaufen ist. Er hat sich auch immer vor die Mannschaft gestellt, viele Sachen auf sich genommen. (...) Seine grundsätzlichen Ideen und seine Prinzipien sind eigentlich die gleichen geblieben und diesen Weg will er durchziehen. Und das hat er uns auch vermittelt und mittlerweile sind alle davon überzeugt, auch wenn es eine Zeit lang nicht so gelaufen ist.“
...auf die Frage, ob es Überzeugungsarbeit gebraucht habe: „Wenn ein neuer Trainer kommt, der wieder eine andere Idee vom Fußball hat, und du die ersten drei, vier, fünf, sechs Wochen nicht so erfolgreich bist, wie du dir das eigentlich vorstellst, dann ist es natürlich schon so, dass sich der ein oder andere denkt: ,Ich weiß nicht, ob das das Richtige für uns ist.‘ Aber er hat es wirklich geschafft, dass wir da alle im Boot sind oder alle in die richtige Richtung marschieren. Und das ist nicht einfach, vor allem wenn es schlecht rennt. Er hat das wirklich top hingebracht.“
...über die Arbeit des neuen Mentaltrainers bei der Austria: „Ich will da jetzt gar nicht auf Details eingehen, weil das schon innerhalb der Mannschaft bleiben soll. Es ist jetzt gar nicht so Mentalcoaching, es ist eher Teambuilding – einfach versuchen, uns noch enger zusammenzuschweißen, eine gute Einheit zu formen. (...) Es ist immer die ganze Mannschaft dabei. Es kann sein, dass wir in Gruppen verschiedenste Sachen ausarbeiten, Ziele, Regeln, also alles, was wir uns dann gemeinsam erarbeiten, gemeinsam erleben, einfach gemeinsam weiterentwickeln wollen. Es geht um dieses Wir-Gefühl, dieses Einheitsgefühl. Da machen wir viel in Gruppen, aber meistens eigentlich in der ganzen Mannschaft.“
...auf die Frage, welche seine beste Zeit in der Karriere gewesen sei: „Da gibt es so viele positive und negative Sachen. Ich habe mich immer von Anfang an bei der Austria wohl gefühlt, hatte eine super Zeit bei Sturm, wo ich auch Kapitän war, hatte eine super Zeit bei Fulham. Ich glaube, es gibt viele Highlights, aber genauso natürlich negative Sachen. Ich kann jetzt nicht wirklich eines herauspicken.“
...über seine Zukunft: „Solange es geht, gebe ich alles für die Austria. Solange sie mich brauchen, gebe ich alles für die Austria. Und was dann passiert... Im Fußball ist das immer schwer zu sagen.“
...über die jungen Spieler bei der Austria: „Sie haben eine Unbekümmertheit und haben einfach drauflos gespielt. Und das tut uns in so einer Situation, in der du Druck hast und seit längerer Zeit einen Rucksack oben hast, auf alle Fälle gut. Von dem her haben das die Jungen wirklich sehr gut gemacht in letzter Zeit.“
...auf die Frage, wer der unangenehmste Offensivspieler war gegen den er gespielt hat: „Das war Rubin Okotie. Weil er einfach so g‘schissen provoziert hat und einfach ein provokanter Typ ist. Er war stark, schnell, er hat alles gehabt. Er war sicher einer der Unangenehmsten.“
...über seine Attacke im Strafraum an Hartbergs Stefan Rakowitz: „Das war ganz dumm. Ich wollte eigentlich nur so ein bisschen Abstand halten von ihm und er war schon im Vorwärtsfallen und dann stoß ich ihn zu fest. (...) Es war ein Foul und da kann man Elfmeter geben.“
...über das anstehende Derby gegen Rapid: „Ein Derby ist immer etwas Spezielles. Für uns ist es natürlich extrem wichtig – sowieso die nächsten zwei Spiele. Wir wollen über den Strich kommen und da gehört ein Sieg im Derby her. Es ist natürlich nicht nur für die Tabelle wichtig, sondern hat für die Fans und den ganzen Verein noch einmal einen anderen Stellenwert, wenn man ein Derby gewinnt.“