Michael Hatz: "Alles in allem – ein tolles Derby"
Der ehemalige Rapid-Profi sprach in der Sky-Sendung "Dein Verein" über das Wiener Derby, Didi Kühbauer und über die sportliche Situation bei Rapid Wien.
Michael Hatz (SK Rapid Wien Legende):
…über das gestrige Derby: „Ein tolles und interessantes Spiel, das zwei unterschiedliche Halbzeiten geboten hat. In der ersten Halbzeit war die Austria sehr stark, am Schluss hätte Rapid noch gewinnen können. Alles in allem – ein tolles Derby.“
…auf die Frage, ob aufgrund der zweiten Hälfte der Sieg für Rapid noch drinnen gewesen wäre: „Absolut. Rapid hatte am Ende sehr viele Chancen und hätte noch das Siegestor schießen müssen. Andererseits hätten sie in der ersten Halbzeit auch höher zurückliegen können. Gesamt betrachtet – kann man das Unentschieden als gerecht empfinden.“
…angesprochen auf das babybedingte Fehlen von Taxiarchis Fountas: „Ich habe Verständnis für ihn. Ich war damals in einer ähnlichen Situation, als meine Tochter auf die Welt kam. Ich war Legionär in Italien und es ging sogar um ein Nationalteamspiel. Man muss es respektieren. Er ist momentan der stärkste Mann in der Offensive. Er sorgt mit seiner Dynamik und Schnelligkeit immer für Unruhe. So einen Spieler hat Rapid momentan nicht und daher ist es klar, dass er dann fehlt. Natürlich schade für Rapid, aber es darf einfach nicht an einem Spieler liegen. Ein schönes Ereignis. Ich wünsche ihm alles Gute.“
…auf die Frage, wie Didi Kühbauer als Spieler so war: „Ähnlich wie jetzt. Er ist für seinen Einsatz und seine Leidenschaft bekannt und für seinen Rapid-Geist. Darum ist er jetzt auch Rapid-Trainer. Er tut uns gut. Es war nicht immer einfach mit ihm, aber er hat immer viel Energie reingebracht, was durchaus positiv ist.“
…wie er Didi Kühbauer als Trainer wahrnimmt: „Ich sehe ihn und tausche mich auch gerne mit ihm aus, aber seine Arbeit als Trainer kann ich nur oberflächlich beurteilen. Ich denke, dass er es ganz gut macht. Ich denke, dass er das, was ihn als Spieler ausgezeichnet hat, auch in den Trainer-Job mitgenommen hat und ich halte ihm die Daumen, dass er mit Rapid weiterhin erfolgreich ist.“
…auf die Frage, ob sich Didi Kühbauer als Trainer, im Vergleich zum Spieler, gar nicht so verändert hat: „Die Emotion ist noch da, was zum Fußball auch dazu gehört. Als Spieler war er vielleicht noch ein bisschen wilder. Er war ja der Schrecken der Schiedsrichter und der Gegner und manchmal auch der Mitspieler. Aber als Trainer hat er eine andere Funktion und Position. Als Trainer ist es wichtig, dass er den Spielern Leidenschaft und Emotion mitgibt. Und ich denke, dass er es auch fachlich draufhat. Bisher hat er einen guten Weg gemacht.“
…Didi Kühbauer im Videobeitrag über Michi Hatz: „Er hat wirklich immer alles investiert, was er drinnen gehabt hat. Er war jetzt nicht ein Zauberer am Ball, aber ich glaube, man hat nicht nur Zauberer. Aber er hat immer alles gegeben. Daher war er für mich ein sehr guter Mannschaftsspieler.“
…sein Konter auf die Aussagen von Didi Kühbauer: „Ich hatte meine Rolle in der Mannschaft, die eine wichtige war. Er hat gemeint, dass ich kein Feintechniker war, sondern ein beinharter Verteidiger, was mich auch immer ausgezeichnet hat. Ich denke, meine Karriere war ganz in Ordnung und ich denke, dass wollte er in seiner Art und Weise ausdrücken.“
…über den Präsidentschaftswahlkampf bei Rapid: „Sehr spannend, aber auch nicht einfach. Man hat mitbekommen, dass es zwei Lager gegeben hat. Im Wahlkampf sind auch Dinge passiert, die vielleicht nicht notwendig waren. Aber es ist so. Es war eine demokratische Wahl und Entscheidung, die man akzeptieren und respektieren muss. Beide Varianten wären reizvoll gewesen. Jetzt ist es entschieden und nun sollte der Fokus wieder auf dem Verein liegen, damit die sportliche Entwicklung wieder nach oben geht.“
…auf die Frage, ob der Wahlkampf Rapid geschadet hat: „Zwischenzeitlich war es nicht so gut. Es gab einige Dinge, die nicht so positiv für den Verein waren. Aber man sollte es auch nicht überbewerten. Es geht nicht um Personen. Rapid ist einfach so groß, der Verein so wichtig und auch nicht durch irgendjemanden umzubringen. Es wurde ein wenig Panikmache betrieben. Jetzt muss Ruhe einkehren und es muss ein sportliches Konzept erarbeitet werden, damit Rapid wieder an die Spitze kommt.“
…über die heurige Saison: „Sie sind relativ stabil. Immanent ist dieses Heim-Trauma, welches entstanden ist. Sie punkten viel auswärts, im eigenen Stadion gelingt es nicht immer. Aber grundsätzlich sind sie gut unterwegs, auch wenn der Abstand zur Spitze noch relativ groß ist. Ich denke, dass Rapid um den 3. Platz spielt und man dann auch wieder international dabei ist. Viel mehr wird momentan nicht drinnen sein.“