So denkt Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek über Hopp, Hurensohn & Co
In einem Gastkommentar für die Kronen Zeitung nimmt Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek zu den Vorkommnissen rund um Dietmar Hopp, Schmähungen und die daraus resultierende Debatte Stellung.
Das Fußballstadion ist seit jeher ein Spiegel der Gesellschaft, kritische Auseinandersetzung muss möglich sein, denn Meinungsfreiheit endet nicht an den Stadiontoren.
Die Entwicklungen in Deutschland rund um die Thematik Dietmar Hopp haben am vergangenen Wochenende auch nach Österreich ausgestrahlt. Der Block West appellierte, nicht am Hurensohn-Virus zu erkranken (>> siehe Hurensohn-Virus: Rapid-Fans kommentieren Causa Hopp).
In einem Gastkommentar für die Kronen Zeitung nahm nun auch Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek dazu Stellung. Peschek halte es zwar nicht für angebracht, die emotional enorm aufgeladene Debatte aus unserem Nachbarland mit dem SK Rapid zu vermengen. Zu den Transparenten der Rapid-Fans meinte der Rapid-Funktionär jedoch: „Offenbar solidarisierten sich derzeit verstärkt zahlreiche deutsche Fanszenen und es sollte auf provokante Art und Weise mit dem verursachenden „Wortlaut“, der zum Wortbruch des DFB geführt hat, nämlich Kollektivstrafen nicht mehr anzuwenden, protestiert werden. In diesem Zusammenhang interpretiere ich das Spruchband im Block West am vergangenen Sonntag als zugespitzten Aufruf zu einer Versachlichung der Diskussionen und für weniger Polemik.“
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„Sorgen müssen ernstgenommen werden“
Auf der sachlichen Ebene gehe es für Peschek letztlich um die Sorge und um die Frage, wohin entwickelt sich der Fußball? „Es gibt Anliegen, die ich teile: Die Ablehnung vieler Fans gegen die Abschaffung von 50+1 und von Investoren, die letztlich immer an Rendite interessiert sind und dabei oftmals auf die Identität und Kultur eines Vereins keine Rücksicht nehmen, sowie von Kollektivstrafen. Auch die Forderung nach fanfreundlichen Ankickzeiten, der Beibehaltung von Stehplätzen und leistbaren Tickets, einer legalen und sicheren Verwendung von Pyrotechnik, sowie die Bewahrung der Traditionen und Werte auf Basis der Sicherstellung der Mehrheitsanteile in den Kapitalgesellschaften der Klubs. Diese Sorgen müssen ernstgenommen werden, persönliche Beleidigungen sind selbstverständlich abzulehnen, eine differenzierte Diskussion ist notwendig.“
Peschek abschließend: „Das Fußballstadion ist seit jeher ein Spiegel der Gesellschaft, kritische Auseinandersetzung muss möglich sein, denn Meinungsfreiheit endet nicht an den Stadiontoren. Auch wenn möglicherweise nicht jeder Inhalt geteilt wird, die gesetzlichen Bestimmungen bilden dabei den Rahmen.“